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Nico Rosberg: Mit Pirelli-Reifen ein bisschen mehr zocken

Mit drei Reifentypen für den Formel-1-Saisonstart in Melbourne haben Fahrer und Teams die Qual der Wahl - Nico Rosberg erwartet mehr Abwechslung

(Motorsport-Total.com) - Drei Reifenmischungen, viele Möglichkeiten: Bei der Auswahl der Pirelli-Pneus für den Saisonauftakt der Formel 1 2016 in Melbourne setzen die Teams auf unterschiedliche Strategien. Auch beim Weltmeister-Team Mercedes gibt es Abweichungen. So greift Nico Rosberg auf zwei Medium-Sätze, fünf Sätze Soft- und sechs Sätze Supersoft-Reifen zurück, während Lewis Hamilton einen Medium-Satz weniger und dafür einen Soft-Satz mehr hat. Könnte das zum Zünglein an der Waage werden?

Pirelli

In Melbourne stehen drei Reifenmischungen zur Verfügung: medium, soft und supersoft Zoom

Rosberg jedenfalls glaubt: "Die Reifen könnten größeren Einfluss haben, als wir jetzt denken." Pirelli stellt den Piloten in dieser Saison drei Reifenmischungen zu Verfügung, aus denen sie zehn von 13 Sätzen frei wählen dürfen. "Damit kann man ein bisschen mehr zocken", verrät Rosberg bei einer Mercedes-Veranstaltung in Fellbach. "Das bringt Abwechslung, und Abwechslung ist gut. Ich glaube, dass das die Show verbessern kann."

Mehr Show und Spektakel sollen auch die neuen Ultrasoft-Reifen von Pirelli mit violetter Markierung bringen. Sie versprechen viel Grip für wenige Runden und sollen aller Voraussicht nach in Monaco und Montreal zum Einsatz kommen. Bei den Testfahrten der Formel 1 in Barcelona fuhren nahezu alle Fahrer die neue Mischung. "Ich muss sagen, dass ich von der Performance recht überrascht war", sagt Williams Technikchef Pat Symonds gegenüber 'Motor Sport'.

"Barcelona ist eine recht aggressive Strecke, die sich in die Reifen beißt. Die Kurve 3 zieht sich zum Beispiel ewig hin und der linke Vorderreifen stöhnt und ächzt und hat schnell genug. Aber der Ultrasoft-Reifen hat sich da gut geschlagen", urteilt der 62-Jährige. Ebenfalls neu sind die zwei Schichten der Pirelli-Trockenreifen in diesem Jahr. Unter der Lauffläche befindet sich ein härterer Belag, der als Frühwarnsystem bei hohem Verschleiß dienen soll.

Williams-Technikchef: "Können Reifen noch nicht so weit pushen"

"Diese Schicht sollte bei 70 bis 80 Prozent Abnutzung zum Vorschein kommen. Wir sind sie weiter abgefahren, aber konnten keinen Einbruch erkennen", sagt Symonds. Es sei ein linearer Verschleiß. Selbst auf kalter Strecke habe er keinen massiven Abbau feststellen können: "Würden sie uns nicht sagen, dass es die neue Schicht in den Reifen gibt, dann wüssten wir es nicht einmal."

Dennoch räumt der Technikchef von Williams ein: "Wir können die Reifen immer noch nicht so weit pushen, wie wir gerne möchten. Ändern sich die Umstände nicht gravierend, wenn wir auf eine wärmere Strecke kommen - was ich nicht glaube -, dann ist es das Gleiche wie im Vorjahr." Für Melbourne setzt das Team auf sieben Sätze der weichsten Mischung an diesem Rennwochenende sowie auf fünfmal soft und einmal medium. Es fährt damit eine etwas aggressivere Strategie als etwa Mercedes und Ferrari mit jeweils sechs Supersoft-Sätzen.


Fotos: Williams, Test in Barcelona


In den Feinheiten soll es zwischen Felipe Massa und Valtteri Bottas aber dennoch Unterschiede geben: "Wir haben nicht genau die gleiche Auswahl für beide Fahrer getroffen", verrät Symonds. "Der Grund dafür liegt aber in den unterschiedlichen Dingen, die wir im Freien Training machen wollen." Bei ähnlich starken Fahrern gebe es immer die Möglichkeit einer einzigartigen Strategie. "Wir müssen da aber noch lernen."