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Nico Rosberg: Ferrari war "definitiv nicht auf Leclerc zugeschnitten"

Ex-Formel-1-Fahrer und TV-Experte Nico Rosberg analysiert die Lage bei Ferrari - Sebastian Vettel kann er sich in Zukunft auch bei Mercedes vorstellen

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel und Charles Leclerc lieferten sich im Vorjahr einen erbitterten Kampf um die Deutungshoheit bei Ferrari. Der Deutsche schwächelte in einem für ihn konzipierten Wagen, der Monegasse konnte überraschend schnell zur Höchstform auflaufen. 2020 hat Ferrari das Konzept des Wagens verändert, eine Chance für den viermaligen Weltmeister, glaubt Nico Rosberg.

Sebastian Vettel, Charles Leclerc

Der SF90 ist zwar für Vettel konzipiert worden, aber Leclerc fühlte sich wohler Zoom

"Das Auto war [2019] definitiv nicht auf Leclerc zugeschnitten, weil Sebastian der Nummer-eins-Fahrer war", glaubt der Weltmeister von 2016 im Interview mit 'RTL'. Rosberg ist viel eher der Ansicht, dass der SF90 gerade auf Vettel abgestimmt war, er hatte den Wagen mitentwickelt und war die klare Nummer 1 zu Saisonbeginn.

Doch schon im zweiten Rennen (Bahrain) schien die interne Dynamik gegen den Heppenheimer umzuschwenken. Leclerc blieb sein erster Formel-1-Sieg nur durch ein Motorproblem verwehrt. Rosberg analysiert: "Leclerc hat sich dann aber tatsächlich wohler gefühlt im Auto, weil das Heck vom Ferrari instabil war."

Stabiles Heck der Schlüssel zu Vettels Erfolg?

Zwar wurde der Wagen für Vettel gebaut, lag Leclerc jedoch besser, so die Erklärung. Mit einem instabilen Heck habe der Deutsche schon immer seine Probleme gehabt, schildert Rosberg. "Aber auch für Leclerc war das nicht ideal." Deshalb hat Ferrari in der Winterpause den Fokus auf die Stabilität im Heck gelegt.

Das bestätigte auch Teamchef Mattia Binotto bei der Präsentation des SF1000 am Dienstag. "Es ist besonders wichtig, dass sich die Fahrer im Auto wohlfühlen. Denn nur dann können sie ihr Bestes abrufen", so der Italiener. Man habe daher das Design an die Bedürfnisse von Vettel und Leclerc angepasst.

Vettel erklärt daraufhin: "Speziell hatten wir Probleme mit dem Heck am Kurveneingang, da waren wir nicht gut genug und [das Auto] zu unberechenbar." Damit bestätigt er Rosbergs Analyse. An dieser Problemstelle habe Ferrari in der gesamten Saison 2019 und im Winter gearbeitet. "Das ist einer unserer Kernpunkte, den wir in Angriff genommen haben. Wie sehr uns das auch gelungen ist? Das werden wir sehen."


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In seiner zweiten Saison im Team konnte nun auch Leclerc seine Wünsche äußern und in die Entwicklung einfließen lassen. "Ich habe klargestellt, was ich vom Auto haben möchte", betont der 22-Jährige. Generell hat sich das Topteam in der Entwicklung darauf fokussiert, mehr Abtrieb auf Kosten des Topspeeds zu generieren.

Das sei laut dem Ex-Mercedes-Fahrer der richtige Schritt, denn im Vorjahr habe Ferrari das Konzept des Boliden "falsch positioniert". Auf den Geraden sei der rote Renner zu schnell, in den Kurven hingegen zu langsam gewesen. "Da muss man immer einen aerodynamischen Kompromiss eingehen", weiß Rosberg.

Der Rennwagen muss sowohl auf Rennstrecken wie Monaco und gleichzeitig auch Monza funktionieren - der richtige Kompromiss führe schließlich zum Erfolg. "Die müssen mehr auf die Aerodynamik achten und dafür riskieren, dass man langsamer ist. Dafür gibt es ein stabileres Heck, die Fahrer haben mehr Selbstbewusstsein und können mehr aus dem Auto herausholen."

Mercedes "wäre eine Option" für Vettel

Für Sebastian Vettel ist 2020 ein entscheidendes Jahr meinen viele Beobachter. Sein Vertrag mit der Scuderia läuft Ende der Saison aus, Rücktrittsgerüchte dementierte er zuletzt. Dennoch steht die Frage im Raum, wie Vettel neben dem aufstrebenden Leclerc bestehen kann? Wo wird der 32-Jährige in einem Jahr stehen?

"Das ist eine spannende Frage. Er weiß es selber nicht", glaubt Rosberg. Alles hänge nun von den Ergebnissen in der ersten Saisonhälfte ab. "Wenn es gut läuft, wird er bestimmt auch 2021 in einem Top-Auto sitzen." Der Ex-Rennfahrer ist davon überzeugt, dass Vettel dank seiner analytischen Fähigkeiten auch 2020 noch das Zeug dazu hat, seinen unerfahrenen Teamkollegen "wegzuputzen".


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Sein Fleiß und Ehrgeiz würden aber auch zu einem anderen Topteam passen: Mercedes. Rosberg selbst war von der ersten Stunde Teil des Teams, er fuhr von 2010 bis 2016 für die Weltmeister. Und er kann sich Vettel auch gut in Silber vorstellen.

"Mercedes wäre für ihn als Deutschen auch eine Option." Allerdings kann sich Rosberg auch vorstellen, dass Vettel seinen großen Traum - Weltmeister mit Ferrari zu werden - noch nicht aufgeben will. "Gerade mit Michael Schumacher als Idol. Ich denke schon, dass er diesen Traum noch eine Weile verfolgen wird."

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