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Nick Heidfeld: BMW ist damals zu früh aus der Formel 1 ausgestiegen

Nick Heidfeld glaubt, dass BMW in der Formel 1 noch größere Erfolge hätte feiern können, wenn man nach der schwachen Saison 2009 nicht den Stecker gezogen hätte

(Motorsport-Total.com) - Nach einer enttäuschenden Saison 2009 zog sich BMW komplett aus der Formel 1 zurück. Die Münchener waren im Jahr 2000 zunächst als Williams-Motorenpartner in die Königsklasse zurückgekehrt und gingen ab 2006 mit einem eigenen Werksteam an den Start, nachdem man zuvor das Sauber-Team gekauft hatte. Nach vier Saisons und nur einem Sieg verkaufte man das Team zurück an Peter Sauber.

Nick Heidfeld, Robert Kubica

Hätte BMW in der Formel 1 noch weitere Siege feiern können? Zoom

Nick Heidfeld glaubt, dass BMW den Stecker damals zu früh gezogen hat. "Ich denke, dass sie einfach zu früh ausgestiegen sind - aus Sicht eines Rennfahrers. Aus Sicht des Teams und BMW insgesamt, vor dem Hintergrund der Finanzkrise damals, war es vielleicht die richtige Entscheidung, das kann ich nicht beurteilen", so der langjährige BMW-Pilot im Podcast 'Beyond The Grid'.

Hintergrund: Im Zuge der Wirtschaftskrise stiegen in den Jahren 2008 und 2009 mit Honda, Toyota und eben BMW gleich drei große Hersteller aus der Formel 1 aus. Einen Vorwurf macht Heidfeld den Münchenern daher nicht. Er glaubt allerdings, dass BMW in den folgenden Jahren noch größere Erfolge gefeiert hätte, wenn man in der Formel 1 geblieben wäre.

Hätte BMW nach 2009 zurückschlagen können?

"Wenn man sich ihre Ergebnisse ansieht, dann denke ich, dass sie sich sehr, sehr gut verkauft haben", erklärt Heidfeld und erinnert: "Sauber war [vor der Übernahme] ein relativ kleines Team, und sie haben sich mit immer besseren Ergebnissen nach oben gearbeitet. Dann hatten wir [2009] einen kleinen Rückschlag, aber ich denke, dass das normal ist."

2007 hatte BMW (dank der Disqualifikation von McLaren) den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM belegt. 2008 reichte es zu Rang drei und dem ersten (und einzigen) Sieg durch Robert Kubica in Kanada. Die Saison 2009 war mit WM-Platz sechs und lediglich zwei Podestplätzen ein großer Rückschlag. Doch Heidfeld glaubt, BMW hätte sich davon erholen können.


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"Ich denke, sie haben den Stecker einfach zu früh gezogen", erklärt er und ergänzt: "Ich denke, die Verbindung, die sie mit Sauber hatten, hat sehr gut funktioniert. Ich glaube, in Hinwil waren alle Werkzeuge vorhanden. Ich denke nicht, dass es mit Williams besser gelaufen wäre. Ich glaube, zwischen den Parteien gab es viel größere Probleme, als es bei Sauber der Fall war."

Der Schritt weg von Williams und zu Sauber hin sei damals die richtige Entscheidung gewesen. Und laut Heidfeld wäre sogar noch Luft nach oben gewesen. "Ich denke, da hatten sie [bei ihrem Ausstieg] noch nicht das volle Potenzial ausgeschöpft", so der heute 42-Jährige. Kritik gab es in der Vergangenheit auch von Heidfelds langjährigem Teamkollegen Robert Kubica.

2008 für Titelchance nicht genug riskiert?

Der Pole beschwerte sich darüber, dass BMW im Laufe der Saison 2008 bei der Entwicklung nachgelassen habe, obwohl er damals die Weltmeisterschaft anführte. Heidfeld will dieser Kritik aber nur "teilweise" zustimmen und erklärt: "Ich denke nicht, dass sie den Fuß vom Gas genommen haben - überhaupt nicht! Aber sie haben auch nicht mehr Gas gegeben."

"Sie sind nicht durchgedreht wie andere Teams, wenn sie die Möglichkeit haben, um die Weltmeisterschaft zu kämpfen, und dann alles in die Waagschale werfen. Das ist bei BWM nicht passiert", erklärt Heidfeld, der im Hinblick auf die Saison 2008 allerdings ergänzt: "Aber ehrlicherweise denke ich auch nicht, dass es überhaupt eine Chance [auf den Titel] gab."


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"Obwohl [Kubica] in Kanada gewonnen und die Meisterschaf angeführt hat, war die reine Pace des Autos nicht so gut wie bei einigen anderen Autos", erinnert er sich. Trotzdem zeigt er auch Verständnis für Kubicas Aussagen: "Wenn man als Rennfahrer eine kleine Chance sieht, dann hofft man natürlich, dass das Team 'All In' geht. Das taten sie aber nicht."

Nach seinem Sieg beim siebten Saisonrennen in Kanada führte Kubica die WM mit 42 Punkten vor Felipe Massa und Lewis Hamilton (je 38) an. Noch bis zum vorletzten Saisonrennen in China hatte Kubica theoretische Titelchancen. In Schanghai wurde er allerdings nur Sechster und verlor damit alle Möglichkeiten auf die WM. Es sollte sowohl für ihn als auch für BMW die letzte Chance bleiben.

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