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Newey gesteht: Red Bull hat Renault ganz bewusst provoziert

Red-Bull-Designer Adrian Newey verrät, dass sein Team mit der öffentlichen Kritik an Renault Druck aufbauen wollte - Diese Strategie ging jedoch nach hinten los

(Motorsport-Total.com) - "Eine gescheiterte Ehe", so bezeichnet Red-Bull-Designer Adrian Newey die letzten Jahre mit Motorhersteller Renault. Red Bull kündigte den Franzosen nach zwölf Jahren die Partnerschaft und ging zu Mitbewerber Honda. Im Nachhinein spricht der Brite nun offen über die immer lauter gewordene Kritik der Bullen am französischen Aggregat und erklärt, wie eine einst so erfolgreiche Zusammenarbeit in die Brüche ging.

Adrian Newey

Adrian Newey im Gespräch mit Renault-Verantwortlichen Remi Taffin Zoom

"Das war ehrlich gesagt eine lange Ehe, bei der es sehr lange bis zur Scheidung gedauert hat. Wir haben begonnen, den Motor in den Medien zu kritisieren", schildert Newey im Podcast 'In the Pink' mit Natalie Pinkham. Der 60-Jährige gibt zu, dass hinter den verbalen Attacken viel Kalkül steckte.

"Wir haben versucht, Renault dazu zu bringen, so viel Einsatz zu zeigen, um einen ordentlichen Job zu machen - oder auszusteigen", gibt er erstmals öffentlich zu. Red Bull wollte mit der anhaltenden Kritik in den vergangenen Jahren erzwingen, dass die Franzosen mehr Mittel zur Verfügung stellen - oder die Bahn frei machen für einen anderen Hersteller.

Rückblickend betrachtet gibt Newey zu, dass diese Herangehensweise "unprofessionell" von Red Bull war und die Strategie "überhaupt nicht" funktioniert habe. Denn Renault war nicht beeindruckt von den öffentlichen Anschuldigungen. Statt mehr Einsatz zu zeigen, ging man zum Gegenangriff über.

"Das hat nur unsere Beziehung vergiftet", stellt der Red-Bull-Chefdesigner fest. Was in den Weltmeisterschaftsjahren 2010 bis 2013 skurril gewirkt hätte, wurde Ende 2018 Wirklichkeit: Red Bull verlängerte den Vertrag mit Renault nicht mehr, die Partnerschaft wurde nach zwölf Jahren beendet. Die Österreicher fanden in Honda einen neuen Partner.


Fotostrecke: Die Erfolgsbilanz von Red-Bull-Renault

Newey vergleicht das langsame Zerbröckeln der Zusammenarbeit mit einem gescheiterten Ehepaar, dass auch nach der Scheidung noch im selben Haus leben muss. Begonnen hat die "Ehekrise" mit der Einführung der neuen Motorenformel 2014, als der Renault-Motor plötzlich nicht mehr die Messlatte war, sondern von Mercedes und Ferrari überholt wurde.

Red Bull kämpfte mit vielen technischen Defekten, zudem schob das Team schlechte Leistungen des Öfteren auf den Motor. Während sich das Topteam in der V8-Ära trotz des eigenen Renault-Werksteams immer "fair" behandelt gefühlt hatte - "wir hatten nie das Gefühl, dass sie uns kein gleichwertiges Material zur Verfügung stellen würden" - ging es danach bergab.

"Es gab dann einen Wechsel des oberen Managements bei Renault-Motorsport. Und damit hat sich auch die Haltung verändert." Renault stellte an das eigene Werksteam ab 2016 wieder den Anspruch, an der Spitze mitzufahren. Dadurch wurde die Beziehung zu Red Bull, die nun mehr Konkurrent als Partner waren, immer schlechter. "Das war im letzten Jahr, wenn nicht in den vergangenen beiden Jahren, eine gescheiterte Ehe."

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