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Neue Pirelli-Kontroverse: Vettel meckert über Regenreifen

Sebastian Vettel gegen Pirelli: Der Ferrari-Star kritisiert die Pirelli-Regenreifen, doch die Italiener wehren sich und verweisen auf zu wenig Testmöglichkeiten

(Motorsport-Total.com) - In Silverstone ein Start hinter dem Safety-Car, am Samstag beim Qualifying der Formel 1 zum Grand Prix von Ungarn in Budapest zunächst eine verspäteter Start und dann eine Unterbrechung: Wer die Formel 1 an diesem und dem vergangenen Rennwochenende verfolgt hat, konnte den Eindruck gewinnen, die Fahrer der sogenannten Königsklasse hätten das Fahrern im Regen verlernt. Doch das sei nicht der Fall, meint Ferrari-Pilot Sebastian Vettel. "Ich glaube nicht, dass wir das Fahren im Regen verlernt haben", sagt er.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel ist mit den Regenreifen von Pirelli nicht zufrieden Zoom

Das Problem sieht der Heppenheimer an einer anderen Stelle und in der Zuständigkeit von Reifenhersteller Pirelli: "Ich denke niemand ist mit den Vollregenreifen richtig zufrieden. Sie verdrängen nicht genug Wasser, das Risiko von Aquaplaning ist sehr hoch", sagt Vettel. "Sonst könnten wir unter den Bedingungen rausfahren, auch wenn's ganz viel Wasser hat, aber dafür ist der Reifen nicht gemacht."

Zustimmung erntet Vettel von seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen. "Die aktuellen Reifen könnten mehr Wasser verdrängen, es gibt schnell Aquaplaning. Früher konnten wir mit den Regenreifen auch bei sehr nassen Bedingungen ohne Probleme fahren." Auch Vettel erinnert sich an Regenrennen in der Vergangenheit, bei denen trotz viel Wasser auf der Bahn gefahren werden konnte.

Was 2009 alles besser?

"Ich erinnere mich noch gut an das Rennen in China 2009. Dort hat es wie verrückt geregnet und es war kein Problem. Heute hätten wir bei so viel Regen Schwierigkeiten", sagt Vettel. Damals hatte er, mit Regenreifen von Bridgestone, in Schanghai seinen ersten Sieg für Red Bull gefeiert.


Der China-Grand-Prix 2009

Doch waren die Regenreifen damals wirklich so viel besser als heute? "Das ist schwierig zu vergleichen", meint Mercedes-Pilot Nico Rosberg. "Wenn es viel Wasser gibt, kann man nicht rausgehen weil man Aquaplaning bekommt. Aber damit muss man rechnen. Das war schon immer so."

Räikkönen meint, dass das schlechtere Fahrverhalten bei viel Wasser auch mit den Autos zusammenhängt. "Die Autos haben sich auch verändert." Diesen Punkt erkennt auch Vettel an. "Die Autos liegen heutzutage auch deutlich niedriger. Die Autos aus den 1980er-Jahren waren im Vergleich dazu Rallye-Autos."

Pirelli moniert fehlende Testmöglichkeiten

Für Pirelli-Sportchef Paul Hembery sind indes zwei andere Faktoren entscheidend. "Zum einen haben wir ein höheres Drehmoment, zum anderen haben wir weniger Abtrieb", sagt der Brite im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Das hat auch einen Einfluss auf die Performance im Regen."

Außerdem führt Hembery wieder einmal ins Feld, dass Pirelli entsprechende Testmöglichkeiten für die Regenreifen fehlen. "Wenn wir bei diesen Bedingungen fahren wollen, müssen wir das Testen. Da hilft es nichts, wenn wir einen Nachmittag lang in Jerez mit Traktoren die Strecke nass machen und dann von einem Regentest sprechen", spricht er einen Test Anfang 2014 an, bei dem die Strecke mehr schlecht als Recht künstlich bewässert worden war. Anfang dieses Jahres hatte Pirelli in Le Castellet Regenreifen getestet, allerdings waren dabei nur drei Autos im Einsatz.


Fotos: Großer Preis von Ungarn, Samstag


Mehr Testmöglichkeiten im Nassen seien auch mit Blick auf die kommenden Saison für Pirelli wichtig. Denn die dann breiteren Reifen würden im Regen noch schneller aufschwimmen. "Was das Aquaplaning betrifft, so wollen wir dem jetzigen Niveau nahe kommen", verspricht Hembery dennoch. "Daran arbeiten wir hart. Die Autos werden aufgrund der Aerodynamik deutlich schneller. Das stellt uns vor eine gewaltige Herausforderung."

Am Ende musste Vettel, der sich nicht zum ersten Mal mit Pirelli angelegt hat, dann auch zugeben: "Man muss aber fairerweise sagen, dass bei den Bedingungen vor dem Qualifying und beim Abbruch keiner hätte fahren können, auch in früheren Jahren nicht", so der Ferrari-Pilot. "Aber wir können die Reifen verbessern."

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