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Nächstes Ferrari-Debakel: Nur P13 und P17 in Monza!

Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel zieht nach P17 im Qualifying zum Italien-Grand-Prix in Monza ein ernüchterndes Fazit und äußert auch Kritik am Team

(Motorsport-Total.com) - "Das war heute gar nichts", sagt Sebastian Vettel. Und sehr viel mehr sagt er nicht. Noch während der Qualifikation setzt er sich auf sein Rennrad und verlässt das Fahrerlager des Italien-Grand-Prix 2020 in Monza (hier im Liveticker verfolgen!), um den Rest des Qualifyings in der Parabolica-Kurve zu verfolgen.

Sebastian Vettel

Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel: Im Monza-Qualifying nur auf Position 17 Zoom

Kurz zuvor hat er in Q1 den 17. Platz unter 20 Fahrern belegt und ist nach der ersten Teilsession ausgeschieden. Rückstand auf die Spitze: 1,637 Sekunden.

Tatsächlich fehlten Vettel bei 1:21.151 Minuten in Q1 nur ein paar Hundertstel zum Weiterkommen. Red-Bull-Fahrer Alexander Albon etwa gelang mit 1:21.104 Minuten der Einzug in Q2. Vettel aber blieb hängen, und er ärgert sich.

"Der Plan war natürlich, eine saubere Runde zu bekommen, aber das hat nicht geklappt", so sagt er bei 'Sky' und 'ORF'. Es seien in den entscheidenden Momenten schlicht "zu viele Autos auf dem gleichen Fleck" gewesen, als dass er sich hätte gut in Position bringen können für seinen schnellen Versuch.

Vettel: Deutliche Kritik am Team für das Timing

"Dadurch, dass dann zu viele angefangen haben, sich gegenseitig zu überholen, kam es dann zum Chaos. Es gab [aber] keinen Grund, mit dem Überholen anzufangen. Es gibt eine Minimalzeit, damit es jeder schafft, also gibt es Probleme, sobald jemand anfängt mit dem Überholen. Genau so war es", meint Vettel.


Fotos: Ferrari, Grand Prix von Italien


Der viermalige Formel-1-Weltmeister macht auch sein Ferrari-Team für die Misere verantwortlich, in dem er erklärt, er selbst hätte "nicht so viel" besser machen können.

"Ich wurde rausgeschickt. In dem Moment, wo man über die Linie fährt, hat man nicht so viel Auswahl mit der Minimumzeit", meint er. "Ich denke, wir hätten einfach später rausfahren sollen."

Auch Leclerc verpasst die Top 10

Auf die Nachfrage, weshalb man nicht früher losgefahren sei, sagte Vettel schlicht: "Tja. Ich warte, bis ich das Okay bekomme."

Nachsatz: "Man weiß ja auch nicht immer, was passiert. Es war aber vielleicht vorhersehbar, dass es ein bisschen eine Stresssituation gibt am Schluss. Genau das hat uns dann getroffen."


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Vettels Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc verpasste übrigens ebenfalls die Top 10. Nach Q2 war auch Schluss für den Vorjahressieger in Monza: Leclerc belegte mit 1,321 Sekunden Rückstand den 13. Platz unter den verbliebenen 15 Fahrern. Damit steht erstmals seit 1984 kein Ferrari unter den zehn vorderen Autos der Startaufstellung in Monza.

Ist die Trendwende bei Ferrari in Sicht?

"Es schmerzt umso mehr, wenn es zuhause passiert", sagt Leclerc. "Leider ist das aber im Augenblick die Realität für uns. So ist es eben. Wir müssen daran arbeiten. Und hoffentlich sieht es in Mugello, einem weiteren Heimrennen für Ferrari, schon etwas besser aus."

Leclerc wünscht sich, "in den nächsten Rennen" allmählich "Licht am Ende des Tunnels" zu sehen. "Es waren jetzt zwei sehr harte Wochenenden für uns, an denen wir Dinge am Auto probiert haben. Bisher haben wir aber keinen Weg gefunden."

Was das für das Rennen bedeutet? Vettel gibt sich skeptisch: "Ich glaube, wir sind ein bisschen schneller als die Autos um uns herum, aber es wird schwierig, viel Boden gutzumachen."

"Fühlt sich nicht gut an"

Leclerc denkt ohnehin schon langfristig und meint: "Wir müssen konzentriert und motiviert bleiben. Bessere Tage werden kommen." Wann er eben diese erwarte, sagte er aber nicht.

Sebastian Vettel

Neben der Spur: Ferrari schaffte in Monza nicht einmal einen Top-10-Startplatz Zoom

Nur so viel: "Wir hatten uns etwas mehr erhofft. Andererseits sind Spa und Monza wohl die Strecken, auf denen wir die größten Probleme haben. So ist es leider. Und wenn du dann eine gute Runde fährst und auf P13 stehst, dann fühlt sich das nicht gut an."

Doch laut Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies hat sich das Team längst davon verabschiedet, über die aktuelle sportliche Situation nachzudenken. Er meint: "Das Qualifying in Monza war keine Überraschung. Wir wussten, es würde kompliziert werde. Das hatten wir schon in Spa und auch davor bereits gesehen."

Ferrari nicht (mehr) an Gegenwart interessiert

Ferrari befasse sich aber bereits mit "Lösungen für die Zukunft, die uns aus dieser Phase heraushelfen", sagt Mekies. "Heute ist niemand zufrieden mit dem Ergebnis. Unser Fokus gilt aber nicht der Gegenwart, sondern der Frage, wie wir das hinter uns lassen."

Mekies will sich an dieser Stelle gar nicht darauf einlassen, die diversen Großbaustellen Ferraris zu diskutieren. "Sagen wir es so: Unsere Probleme zeigen sich auf vielfältige Weise. Deshalb glauben wir, es ist an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen und verstehen, wie wir in Zukunft wieder ein konkurrenzfähiges Auto bauen können."

Der aktuelle Ferrari SF1000 "ist wie er ist", meint er. "Und das zeigt sich anhand der Startaufstellung. Wir werden über Nacht dennoch das Bestmögliche für das Rennen versuchen. Ob wir dann in die Punkte fahren, das sehen wir am Sonntag."

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