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Nach abgewiesenem Protest: Verzweifeltes Renault schmeichelt Haas

Haas-Teamchef Günther Steiner sieht es als Ehre, dass Renault im Kampf um P4 zu Mitteln wie in Monza greifen musste - Verlorener Protest abgehakt

(Motorsport-Total.com) - Der Kampf um Platz vier bei den Konstrukteuren wurde vor dem Rennen in Brasilien praktisch entschieden. Da das Berufungsgericht der FIA den Einspruch gegen die Disqualifikation von Romain Grosjean in Monza abgewiesen hat, hat das Haas-Team nun 30 Punkte Rückstand auf den vierten Platz von Renault und benötigt praktisch ein Wunder, um die Franzosen noch zu überholen.

Günther Steiner

Günther Steiner hat seine gute Laune trotz der Niederlage nicht verloren Zoom

Zwar ist der Fall verloren, dennoch zieht Günther Steiner ein positives Gefühl aus der Situation: "Renault sollte eigentlich viel besser sein. Es zeigt, wie verzweifelt sie sind", fühlt er sich geschmeichelt, dass das Werksteam auf solche Begebenheiten angewiesen ist, um Platz vier gegen Haas zu sichern. "Sie sind ein Werksteam und haben fünfmal so viele Leute wie wir. Und sie kämpfen mit uns. Für uns ist das eine Ehre."

Bei Renault sieht man das etwas anders: "Das empfinde ich nicht so", antwortet etwa Nico Hülkenberg auf die Frage, ob Renault eigentlich gar nicht mit Haas kämpfen darf. "Ich kann nicht für jeden bei Renault sprechen, aber man hat bei den Tests und zu Saisonbeginn schon gesehen, dass sie ein sehr schnelles Auto haben", sagt der Deutsche. "Ich wusste, dass sie eine Gefahr sein würden."

Zum Zeitpunkt der Disqualifikation war die Gefahr sogar so akut, dass Haas ohne sie vor Renault gewesen wäre. Doch das ist Schnee von gestern, denn die Disqualifikation hat Bestand, und es sind nun 30 Punkte. "Die Entscheidung ist da, und es hat keinen Sinn, sich weiter damit zu befassen", sagt Steiner. "Wir müssen weitermachen, viel mehr hätten wir nicht tun können. Wir haben gute Arbeit geleistet, aber es ging nicht zu unseren Gunsten aus. Damit müssen wir leben."

Nico Hülkenberg, Romain Grosjean

Renault hat nun gute Karten, Haas in der WM zu schlagen Zoom

Hätte man gewusst, wie es ausgehen würde, hätte man im Nachhinein etwas anders gemacht, sagt er, doch für Steiner war die Entscheidung eine 50/50-Chance. "Man geht aber nicht davon aus, dass es so ausgehen wird. Ich könnte jetzt eine weitere halbe Stunde den Philosophen spielen und euch langweilen, aber aus jeder Situation im Leben lernt man etwas. Das ist das Gute."

Bei Haas hat man das jedoch abgehakt und will sich wieder auf die sportlichen Dinge konzentrieren. Mexiko war eine Enttäuschung, doch in Brasilien möchte man wieder die Stärke beweisen, die man die ganze Saison über gezeigt hat. "Nehmt Monaco und Mexiko heraus. Wenn wir das zeigen können, dann bin ich glücklich", sagt Steiner. "Wir haben hier eine große Chance." Rang vier hat man jedoch fast abgehakt - aber eben nur fast. "Vielleicht passieren ja Wunder."

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