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Mercedes korrigiert: Hamilton wäre doch nicht ausgeschieden

Wie viel war wirklich kaputt am Mercedes von Lewis Hamilton nach der Berührung mit Max Verstappen in Silverstone? Offenbar weniger als zunächst vermutet!

(Motorsport-Total.com) - "Wenn das Rennen nicht mit der roten Flagge abgebrochen worden wäre, hätten wir einen Ausfall hinnehmen müssen." So hatte sich Mercedes' leitender Renningenieur Andrew Shovlin direkt nach dem Großbritannien-Grand-Prix 2021 in Silverstone geäußert. Nun aber stellte sich heraus: So schlimm waren die Beschädigungen am Fahrzeug von Lewis Hamilton gar nicht.

Lewis Hamilton im Mercedes W12 beim Grand Prix von Großbritannien der Formel 1 2021 in Silverstone in England auf der Zielgeraden

Am Auto war weniger kaputt als gedacht: Hamilton im Mercedes W12 in Silverstone Zoom

Hamilton war in der Startrunde des Rennens in der Copse-Kurve mit Red-Bull-Fahrer Max Verstappen kollidiert, wobei er mit seinem linken Vorderrad das rechte Hinterrad von Verstappen berührt hatte. Während Verstappen abflog und hart in die Reifenstapel einschlug, fuhr Hamilton weiter - und gewann das Rennen trotz einer Zehn-Sekunden-Zeitstrafe.

Jetzt sagt Mercedes' Technischer Direktor James Allison: "Wir hatten Glück." Denn der Folgeschaden am W12 von Hamilton sei "ziemlich gering" gewesen, die ganze Situation weniger dramatisch als zunächst angenommen.

Was alles kaputt war am Hamilton-Mercedes

Allison spricht von einer "gebrochenen oder fast gebrochenen Felge vorne links". Das entspricht der Ersteinschätzung von Mercedes direkt nach dem Zwischenfall. Erst bei der Nachuntersuchung des Hamilton-Fahrzeugs stellte sich heraus: Die Felge hatte zwar Kampfspuren davongetragen, hätte aber vermutlich den ersten Stint noch überstanden.


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Auf die Probe gestellt wurde das nicht: Mercedes nutzte die Rotphase nach dem Verstappen-Abflug zum Reifenwechsel an Hamiltons W12, womit die Felge vorne links beim Re-Start kein Thema mehr war.

Außerdem umschwärmten die Mechaniker den Frontflügel des Autos, weil dort "recht kosmetische Schäden" an der Frontflügel-Endplatte entstanden waren, so Allison. "Dort hatte es einen kleinen Sensor aus der Verankerung gerissen."

Warum Mercedes nicht den Frontflügel gewechselt hat

Dabei handelte es sich um einen Temperatursensor, der nach hinten gerichtet ist und Daten über den Zustand der Vorderreifen übermittelt. "Dieser Sensor baumelte nur noch an seinem Kabel statt an der schicken Halterung, die wir dafür entworfen haben", erklärt Allison.

Warum aber hat Mercedes nicht einfach den kompletten Flügel ausgetauscht statt mühsam "mit Klebeband und Klebstoff" den Sensor wieder zu fixieren? Allison meint: "Weil es das Einfachste war in dieser Situation."

Er erläutert die Mercedes-Denkweise: "Aerodynamisch gesehen hat der Zwischenfall den Flügel an sich nicht betroffen. Alle Teile, die Abtrieb generieren und der Leistung des Fahrzeugs zuträglich sind, waren absolut intakt."

Kein 1:1-Tausch, weil es 1:1 nicht gibt ...

"Wir wussten auch ganz genau, wie die Balance des Autos an diesem Tag mit genau diesem Flügel aussieht. Wir wollten diese Balance nicht durcheinander bringen, indem wir einen anderen Flügel montierten."


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Denn es bestehe immer die Möglichkeit, dass zwei baugleiche Frontflügel nicht exakt identisch performen, was auf "kleine Unterschiede im Herstellungsprozess" zurückzuführen sei. "Und ein solch kleiner Unterschied hätte uns eine leicht andere Balance bescheren können. Da war es viel sinnvoller, einfach den kleinen Schaden zu reparieren. Das war noch dazu schnell gemacht."

Man habe sich deshalb nicht auf ein potenziell verändertes Fahrzeugverhalten einlassen müssen, das mit einem Nasenwechsel vielleicht einhergegangen wäre, so Allison. Sein Fazit: "Für uns war es die beste Möglichkeit, vor und nach der Unterbrechung eine einheitliche Leistung zu garantieren."

Das Ergebnis gibt Mercedes Recht: Hamilton gewann den Großbritannien-Grand-Prix vor Ferrari-Fahrer Charles Leclerc und Valtteri Bottas im zweiten Mercedes.

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