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  • 06.09.2014 · 19:15

  • von Roman Wittemeier & Dominik Sharaf

Mercedes-Junioren: Gute Ausbildung vor der Formel 1

Mercedes wird im Winter die Details eines neuen Juniorenprogrammes festlegen: Gute Ausbildung steht im Vordergrund - Pascal Wehrlein erster Förderkandidat

(Motorsport-Total.com) - Mercedes plant einen weiteren Versuch, eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Nachdem sich das Förderprogramm in der DTM nicht ganz hat durchsetzen können, will man nun jungen Talenten andere Wege in Richtung Formel 1 bieten. Mercedes möchte nach dem Vorbild der frühen 1990er-Jahre, als Michael Schumacher, Karl Wendlinger und Heinz-Harald Frentzen über das Sauber-Sportwagenprogrann in die Formel 1 gebracht wurden, eine neue Juniorenförderung etablieren.

Pascal Wehrlein

Pascal Wehrlein könnte über die GP2 in Richtung Formel 1 gebracht werden Zoom

Nach Abschluss der laufenden Formel-1-Saison sollen die Details für das neue Förderprogramm erarbeitet werden. Startschuss wird zu Beginn des kommenden Jahres sein. "Wenn man so etwas macht, dann muss man es richtig machen. Im Sommer haben wir begonnen, über ein solches Programm nachzudenken. Es ist quasi vergleichbar mit jener Förderung, wie es sie zu Beginn der 1990er-Jahre mal gab", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, dem ein Prinzip vorschwebt, das jenem von Red Bull zwar ähnlich ist, aber kein "B-Team" in der Formel 1 beinhalten wird.

"Wir wollen es gescheit machen. Dazu gehört eine Vermarktung, es gehört ein Auswahlverfahren dazu. Der Anspruch muss sein, dass wir nur die Besten wählen und diese dann fördern. Dafür brauchen wir einen Plan", sagt der Österreicher, der unter anderem auch den künftigen Toro-Rosso-Piloten Max Verstappen als Kandidaten im Auge hatte. "Was wir nicht wollen ist, dass wir jemanden einfach nur schnell, schnell fördern - also in irgendeinen Formel-3-, GP2- oder DTM-Sitz hineinhieven -, ohne zu wissen, was danach passiert."

Wehrlein genießt intensive Förderung

"Wenn wir ein Programm machen, dann muss es das Ziel sein, dass wir die nächste Generation an Formel-1-Fahrern ausbilden", stellt Wolff den Anspruch klar. Ursprünglich hätte das Programm womöglich schneller starten sollen. Allerdings bremste der Speed der Formel-1-Autos die Fortschritte bei den Planungen ein. "Aktuell sind wir in der laufenden WM einigermaßen unter Druck. Weil wir allerlei Themen zu lösen haben, machen wir es am Ende der Saison."


Fotos: Mercedes, Großer Preis von Italien


Mercedes hat den ersten Förderkandidaten offenbar bereits auserkoren. Im Fahrerlager von Monza bewegt sich DTM-Mercedes-Fahrer Pascal Wehrlein wie selbstverständlich in Teamkleidung. Auf seine Anwesenheit angesprochen, gibt sich der Youngster bedeckt - aber vielsagend grinsend. Klar ist: Wehrlein sitzt für das Formel-1-Team oft im Simulator, unterstützt die Mannschaft um Nico Rosberg und Lewis Hamilton auch mit Input an den Rennwochenenden.

"Es ist kein Zufall, dass der Pascal da ist", schmunzelt Wolff auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. "Eine Möglichkeit wäre für Pascal, wieder in den Formelsport zu gehen. Nach seinem Sieg im ADAC Formel Masters und seinem zweiten Platz in der Formel-3-EM ist er von uns quasi für die DTM aufgepickt worden, weil wir auch dort die nächste Generation ausbilden wollen. Pascal ist noch sehr jung. Er ist schon hinter den Kulissen sehr aktiv gewesen - vielleicht gibt es da bald mehr dazu. Irgendwann gibt es eine Möglichkeit, dass der Pascal wieder in einer Nachwuchsformel fährt."

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