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  • 12.09.2021 · 20:46

  • von Stefan Ehlen, Co-Autor: Oleg Karpow

"Mein Fehler, Strafe verdient": Masepin entschuldigt sich bei Schumacher

Wie Mick Schumacher und Nikita Masepin ihre erneute Berührung beim Italien-Grand-Prix der Formel 1 2021 in Monza bewerten und was Ralf Schumacher dazu sagt

(Motorsport-Total.com) - Es ist schon wieder passiert: Die beiden Haas-Fahrer Nikita Masepin und Mick Schumacher haben sich im Rennen berührt. Und wie schon beim jüngsten Vorfall in Zandvoort ging auch dieses Mal in Monza die Situation von Masepin aus. Doch der Russe nahm die Schuld für den Zwischenfall sofort auf sich: "Es war mein Fehler. Und dafür muss ich mich jetzt entschuldigen."

Mick Schumacher vor seinem Haas-Teamkollegen Nikita Masepin im Grand Prix von Italien der Formel 1 2021 in Monza

Mick Schumacher vor seinem Haas-Teamkollegen Nikita Masepin im Grand Prix von Italien Zoom

Die entsprechende Szene ereignete sich in Runde 32, kurz nach dem Ende der Safety-Car-Phase im Grand Prix. Schon auf der Zielgeraden verbremsten sich beide Haas-Fahrer vor Kurve 1. Vor der folgenden Della-Roggia-Schikane witterte Masepin dann mit Überschuss dank Windschatten seine Chance und versuchte von weit hinten kommend ein Überholmanöver gegen Schumacher auf der Innenseite.

Ergebnis: Maspin erwischte Schumachers Auto mit seinem Frontflügel am linken Hinterrad, was Schumacher direkt in einen Dreher zwang. Masepin aber fuhr normal weiter und gewann so die Position.

Wie die Sportkommissare die Szene bewerteten

Die Sportkommissare der Formel 1 ahndeten den Vorfall mit einem Schuldspruch gegen Masepin und einem Strafpunkt auf seine Fahrerlizenz. Begründung: das Verursachen einer Kollision. Damit kann sich Masepin arrangieren. Er meint: "Ich habe die Strafe wirklich verdient."

Aus seiner Sicht habe sich die Situation folgendermaßen dargestellt: "Ich hatte eine sehr gute Balance und war schneller als mein Teamkollege. Dann habe ich ein Manöver probiert, weil es mir möglich erschien. Er hatte ziemlich früh gebremst und hatte davor schon Probleme mit den Bremsen gehabt. Das Manöver war dann aber eigentlich doch nicht möglich."

Warum es Masepin trotz Risiko probiert hat

Warum er es überhaupt so riskant probiert habe, wird Masepin gefragt. Antwort: "Mit einem Auto, das nicht viel Abtrieb generiert, ist es schwierig, nah ranzufahren. Da hast du praktisch nur eine Chance, die du dann auch nutzen musst."


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Er habe aus dem Cockpit heraus den Eindruck gehabt, Schumacher hätte in der Schikane zu früh die Bremsen betätigt. "Also habe ich meine Nase reingehalten", sagt Masepin. Ihm sei dann aber schnell aufgegangen, dass das Manöver keinen Erfolg haben würde. Aber: "Nachdem ich mich dafür entschieden hatte, kam ich nicht mehr aus der Situation heraus."

Die ganze Sache sei unterm Strich einfach ein "Rennunfall" gewesen, meint Masepin. "So was passiert oft. Das ist schon vielen anderen Fahrern passiert. Und ich habe kein Problem damit, mich zu entschuldigen. Das Wichtigste ist doch, menschlich zu bleiben. Und ich habe das verursacht, keine Diskussion. Ich verdiene die Strafe, auch wenn es keine Absicht war."

Schumacher sagt nicht viel zur Berührung, aber ...

Schumacher selbst hat sich indes nicht im Detail zum Zwischenfall mit Masepin geäußert. In einer ersten Reaktion sagte der Deutsche nur: "Ich habe die Szene gar nicht gesehen. Deshalb fällt es mir schwer, den Zwischenfall einzuschätzen."

Der Formel-1-Neuling drückte sich bei seiner Stellungnahme insgesamt diplomatisch aus und sah von einer Schuldzuweisung ab. Stattdessen sagte Schumacher: "So was passiert. Wir haben enges Racing. In diesem Rennen sind viele Dinge passiert."

Später ergänzte Schumacher bei 'Sky': "Ich glaube, im Endeffekt hat uns das keine Position gekostet oder so was." Die jüngsten Zwischenfälle seien "teamintern" besprochen worden und damit sei es für ihn "vom Gefühl her okay", so der Deutsche.

... Ralf Schumacher findet wieder deutliche Worte!

Sein Onkel Ralf Schumacher aber fand bei 'Sky' deutliche Worte für die Situation. Die Analyse des früheren Formel-1-Siegfahrers: "Nikita fährt ihm einfach stumpf aufs Hinterrad. Er versucht aber fairerweise, ein bisschen enger reinzufahren. Er hätte aber eher bremsen müssen."

Formel-1-Fahrer Nikita Masepin vom Team Haas im Interview

Formel-1-Fahrer Nikita Masepin vom Team Haas nahm die Schuld sofort auf sich Zoom

Es sei "wieder mal eine Fehleinschätzung" Masepins gewesen, sagt Ralf Schumacher weiter. "Ich glaube, er will jetzt mit Gewalt zeigen, dass er schneller ist als Mick, was er einfach nicht ist."

Er fühle sich in dem Bild, was er bisher von Masepin bekommen habe, bestätigt, meint Ralf Schumacher. O-Ton: "Ich weiß auch nicht, was mit ihm los ist, aber mittlerweile kennen wir ja ein paar Seiten an ihm und irgendwie passt das Rennen zum Rest und zum Charakter, weil er einfach wie ein Bulldozer durch alles durch [will], egal wie."

"Vielleicht dann doch mal langsam ein Erziehungsthema. Aber das ist für seinen Vater, nicht meins."

Schumachers Gesamtfazit zum Rennen ist positiv

Am Ende belegte Schumacher unter 15 verbliebenen Fahrern im Rennen den letzten Platz, in der Führungsrunde, aber 21,5 Sekunden hinter dem Alfa Romeo von Robert Kubica vor ihm. Masepin hatte sein Auto im letzten Renndrittel nach einem Technikschaden vorzeitig abgestellt.

Insgesamt, meint Schumacher, sei er "gut durchkommen" im Grand Prix. "Gemeinsam mit dem Team haben wir die richtige Entscheidung getroffen. Wir haben alles erreicht, was wir erreichen wollen, bei der richtigen Kommunikation und der richtigen Strategie. Insgesamt war es ein positiver Tag, würde ich sagen."


Fotos: Haas, F1: Grand Prix von Italien (Monza) 2021


Einen kleinen Schönheitsfehler aber gab es: Direkt nach der Safety-Car-Phase kam er sich in Kurve 1 mit Aston-Martin-Fahrer Sebastian Vettel ins Gehege. Die beiden Deutschen berührten sich sogar: Schumacher erwischte mit seinem linken Vorderrad den rechten Seitenkasten Vettels, der innen durch die Schikane fuhr. Sehr viel mehr passierte aber nicht.

"Wenn man zu dritt in die ersten Kurve geht, dann kann was passieren", sagt Schumacher. "Wir verstehen uns. Ich war da, er konnte es nicht sehen, aber okay. Leider waren wir in diesem Fall so nah beisammen. Sowas passiert. Aber wie gesagt: Ich glaube nicht, dass da einer dem anderen böse ist."

An seinem Rennen hätten weder diese Szene noch der Zwischenfall mit Masepin Entscheidendes verändert, glaubt der Haas-Fahrer. Bei 'Sky' sagt er: "Im Endeffekt wären wir genau da angekommen, wo wir waren."

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