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McLaren-Wechsel: Warum Cyril Abiteboul von Daniel Ricciardo enttäuscht ist

Cyril Abiteboul wundert sich, dass Daniel Ricciardo seine Entscheidung für 2021 so früh getroffen hat - Er hätte gerne noch die kommenden Monate abgewartet

(Motorsport-Total.com) - Renault-Teamchef Cyril Abiteboul ist momentan nicht sonderlich gut auf Daniel Ricciardo zu sprechen. In der Pressemitteilung, in der man den Abschied des Australiers nach der Saison bekanntgab, verlor er kein Wort des Dankes. Und auch im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' macht Abiteboul keinen Hehl daraus, dass er Ricciardos Wechsel zu McLaren nicht verstehen kann.

Esteban Ocon, Daniel Ricciardo, Cyril Abiteboul, Alain Prost

Die gute Laune aus dem Winter scheint Cyril Abiteboul vergangen zu sein Zoom

"Ich bin etwas enttäuscht, denn ich denke nicht, dass man ohne Stabilität etwas aufbauen kann", erklärt Abiteboul und ergänzt: "Das gilt für die Fahrer, aber auch für den Rest des Unternehmens. Im vergangenen Jahr wurde eine Menge verändert. Bei 70 Prozent unserer Mitarbeiter hat sich das Management oder die Struktur in ihrer Abteilung geändert."

"Ein neuer Technikchef, ein neuer Aerochef, ein neuer Ingenieursdirektor - all das passierte innerhalb der vergangenen zwölf Monate", erinnert er. Weil diese Maßnahmen aber erst mit einer gewissen "Verzögerung" spürbar seien, hat er wenig Verständnis dafür, dass sich Ricciardo bereits jetzt dazu entschieden hat, Renault nach zwei Jahren wieder zu verlassen.


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Der Australier war erst zur Saison 2019 von Red Bull zu den Franzosen gewechselt, und Abiteboul erinnert daran, dass 2020 noch kein einziges Rennen gefahren wurde. Er erklärt, dass Renault 2020 "mehr" als 2019 erwartet. Man habe jedoch abwarten wollen, ob man wirklich Fortschritte gemacht habe, bevor man über die Fahrerpaarung 2021 sprechen wollte.

Diese Geduld hatte Ricciardo nicht. "Außerdem bin ich vom Aktivismus von zwei Formel-1-Teams überrascht, die Daniel dazu getrieben haben, die Entscheidung schnell zu treffen", schickt Abiteboul einen Gruß in Richtung McLaren und Ferrari. Ausgelöst wurde das Wechseldomino, in das auch Ricciardo verwickelt war, von der Trennung von Ferrari und Sebastian Vettel.


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Bei Renault will man jedoch weiter abwarten. "Unser Plan und unsere Priorität ist es, ein besseres Auto zu bauen", erklärt Abiteboul und ergänzt: "Wenn wir im vergangenen Jahr ein besseres Auto gehabt hätten, dann würdet ihr mir diese Frage vermutlich gar nicht stellen. Falls wir in Zukunft ein besseres Auto haben, dann wissen wir, dass wir für jeden Fahrer attraktiv wären."

Das Thema Ricciardo ist für Renault und Abiteboul jedenfalls abgehakt. "Er hat seine Entscheidung getroffen und wir machen weiter", zuckt der Teamchef die Schultern. Es sieht nicht unbedingt danach aus, dass in der Renault-Garage bis zum Ende der Saison 2020 die beste Stimmung herrschen wird.

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