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Maximale Dringlichkeit: Ecclestone will V8-Motoren zurück

Der Formel-1-Boss malt sich für den Fall einer Rückkehr zu den alten Saugern ein Wunderland aus und sieht alle Probleme der Szene im Handumdrehen gelöst

(Motorsport-Total.com) - Geht es der neuen Antriebsgeneration in der Formel 1 schneller an den Kragen als viele glauben? Wenn nur Bernie Ecclestone entscheiden würde, lautet die klare Antwort auf diese Frage: "Ja." In einem Interview mit der 'Gazzetta dello Sport' setzt der Zampano zu einer Brandrede gegen die V6-Turbomotoren mit Hybridunterstützung an. Er schürt Zukunftsängste um die Königsklasse: "Wir müssen zurück zu Triebwerken, deren Kosten vernünftig sind. Es gilt, mit maximaler Dringlichkeit einzuschreiten", so Ecclestone.

Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone träumt von V8-Power: Ist das die Lösung aller Probleme? Zoom

Das Mahnen könnte kaum deutlicher sein. "Warum?", fragt Ecclestone, der sich schon lange vor dem Debüt der neuen Antriebe als hartnäckiger Gegner einer Novelle nach dem Downsizing-Prinzip geoutet hatte. Der 84-Jährige glaubt offenbar, den Heiligen Gral entdeckt zu haben: "Der Weg zurück zur Formel 1 ohne Turbo und mit KERS, aber mit genauen Beschränkungen, würde die Kosten dramatisch senken. Es wäre machbar für diejenigen, die dabei sind und diejenigen, die dabei sein wollen."

Ecclestone will die alten V8-Motoren hervorkramen und modifizieren, um die Leistung nahe der 1.000 PS zu schrauben. "Die Leute kämen wieder, die Show wäre wieder da, die Sponsoren würden zurückkehren", malt sich Ecclestone ein Formel-1-Wunderland aus. "Die Formel 1 ist nicht nur Technologie, sie ist auch Genuss." Laut dem Zampano würde das Geld über die Eintritte an die Streckenbetreiber und weiter an das Formel-1-Management fließen. Das würde die Millionen an die Teams ausschütten.


Fotos: Großer Preis von Bahrain, Pre-Events


Was Ecclestone nicht sagt: Um die finanziellen Probleme der angeschlagenen Mannschaften zu lösen, müssten die Einnahmen auch gleichmäßiger verteilt werden und dieses Vorhaben blockiert er selbst. Es gibt noch mehr Probleme, angefangen beim Zeitpunkt eines V8-Comebacks. Vor 2017 ist das unmöglich, dazu bedeutet die Novelle wie die vorangegangene einen massiven Kostenfaktor. Mehr Leistung bedeutet mehr Spritverbrauch, das heißt größere Tanks, die nur mit komplett neuen Boliden realisierbar wären.

Ecclestone muss sich nicht vorwerfen lassen, dass er die Probleme der Generation Hybrid nicht erahnt hätte. Allerdings wurde er auch schon beim Wechsel von V10- zu V8-Motoren laut: "Ich mag diese Regeln nicht", sagte er im Jahre 2006 'Autosprint'. "Sie kosten ein Vermögen und der nächste Schritt wird es sein, ihre Drehzahl zu begrenzen, weil sie zu leistungsstark werden. Es ist totaler Unfug, niemand hat die Probleme tiefgreifend analysiert", haderte der Zampano damals. Die Worte klingen bekannt.

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