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  • 08.09.2022 · 20:10

  • von Norman Fischer, Co-Autoren: Ronald Vording, Luke Smith

Max Verstappen in Monza noch nie auf dem Podium: "Ist normal!"

Max Verstappen will an diesem Wochenende zum ersten Mal in Monza auf das Podium - Pace von Mercedes in Zandvoort eine Überraschung

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen und Monza - das war bislang noch keine Liebesbeziehung. Kaum zu glauben, aber wahr: Der Niederländer hat den Großen Preis von Italien noch nie gewonnen. Mehr noch: Verstappen stand sogar noch nie auf dem Podest.

Max Verstappen (Red Bull)

Max Verstappen hat einen fünften Platz als bislang bestes Monza-Ergebnis Zoom

"Ich weiß auch warum", sagt der WM-Führende. "Wir waren auf den Geraden immer langsam, von daher ist es normal, dass man hier nie ein gutes Wochenende hat. Zudem hatte ich auf dieser Strecke ein paar technische Probleme und musste immer Motorenstrafen nehmen. Von daher war es natürlich nie fantastisch."

Das soll in diesem Jahr anders werden. Der Red Bull hat in diesem Jahr den großen Topspeed-Vorteil, wie sich schon beim dominanten Spa-Wochenende gezeigt hat, und Verstappen muss wohl auch keine Motorenstrafe befürchten. "Für uns könnte es jetzt ein komplett anderes Wochenende werden", sagt er.

Verstappen ist ohnehin der Mann der Stunde in der Formel 1. Mit mehr als 100 Punkten Vorsprung fährt er seinem zweiten WM-Titel entgegen, zudem hat er die vergangenen vier Rennen alle gewonnen - und das auch zweimal von zweistelligen Startplätzen.

Erst vier Polepositions

Vor allem am Sonntag scheint Verstappen derzeit nicht zu bezwingen zu sein. Der Samstag ist hingegen noch nicht Verstappen-Terrain: Nur viermal ist er bislang in dieser Saison von der Poleposition aus gestartet, im vergangenen Jahr hatte er in Monza bereits seine achte Saisonpole geholt.


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"Ja, speziell zu Saisonbeginn hatten wir noch nicht die Pace über eine Runde", sagt er. "Wir hatten nicht die Pace und mussten dann im Rennen immer alles zusammenbringen, um ein paar Rennen gewinnen zu können. Abgesehen davon konnten wir in einigen Rennen durch die Strategie und andere Dinge, die nichts mit der Pace zu tun haben, nach vorne kommen."

Spätestens seit Ungarn fährt Verstappen aber in einer eigenen Liga: In Budapest gewann er von Startplatz zehn aus, in Spa von Startplatz 14. Zandvoort schien sich für ihn zunächst zu einem schwierigen Wochenende zu entwickeln, endete aber trotzdem in der Pole und dem ungefährdeten Sieg.

Harte Reifen in Zandvoort nicht so toll

"Es war kein einfaches Rennen, daher denke ich, dass der Lohn noch einmal besonders ausgefallen ist", sagt Verstappen über Zandvoort. "Wir konnten unsere bevorzugte Strategie nicht bis zum Ende fahren, und das hat es für uns etwas schwieriger gemacht."


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Das virtuelle Safety-Car hatte zwar dafür gesorgt, dass Verstappen beim Reifenwechsel nicht hinter die Mercedes zurückfiel, aufgrund des Zeitpunkts musste er aber die ungeliebten Hard-Reifen nehmen. Er sagt, dass es durchaus eng hätte werden können, weil Red Bull auf den Hards etwas Pace im Vergleich zu den Mercedes auf Mediums fehlte.

"Sie wären definitiv näher gekommen, aber dann kam das Safety-Car und dann gab es keine Chance, dass wir auf dem Hard bleiben würden", so Verstappen. "Wir konnten dann natürlich wieder auf den bevorzugten Reifen, die weiche Mischung, wechseln, und wir konnten wieder in Führung gehen."

Mercedes ein Konkurrent?

Der Niederländer gibt zu, dass er etwas überrascht von der Pace der Mercedes auf dem harten Reifen gewesen sei, doch sind die Silberpfeile jetzt auch in Monza und für den Rest der Saison ein Konkurrent?


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"Das hängt von der Strecke ab. So wie sie ihr Auto konstruiert haben, kann es auf Strecken mit hohem Abtrieb wirklich gut sein, aber nicht so sehr auf einer Strecke wie dieser", sagt er. "Von meiner Seite aus ist es schwierig, sich dazu zu äußern, weil ich nicht in das Team involviert bin, aber man kann deutlich sehen, dass sie auf Strecken mit hohem Abtrieb ein gutes Auto haben."

"Aber die Geraden und die Effizienz des Autos sind nicht so, wie sie es gerne hätten, also könnte es in Monza etwas schwieriger für sie werden", glaubt er. Zudem wird Lewis Hamilton nach einem Motorwechsel wohl ganz hinten starten, sodass es für Verstappen etwas leichter werden könnte.

Vettel-Rekord nicht so wichtig

Ein möglicher Sieg in Monza wäre für Verstappen der fünfte in Folge - und der elfte in dieser Saison. Gut möglich, dass er auch noch den Rekord von Sebastian Vettel knackt, der 13 Rennen in einer Saison für Red Bull gewinnen konnte.

Doch Teamchef Christian Horner sagt: "Ich denke nicht, dass ihn das interessiert. Auf so etwas schaut er nicht. Er möchte einfach jedes Rennen gewinnen, das treibt ihn an. Er ist kein großer Fan von Statistiken."

Auch Red Bull selbst möchte diese Statistik nicht um jeden Preis überbieten: "Dafür leben wir nicht. Meisterschaften haben mehr Wert", sagt Horner. Und diesbezüglich sieht es ja sehr gut aus.

Verstappen am besten Ort für Erfolg

Und mit seinen 24 Jahren scheint Verstappen am besten Ort zu sein, noch ein paar Meisterschaften folgen zu lassen. Bis 2028 läuft sein Vertrag bei Red Bull noch, und es scheint sich auszubezahlen, dass er dem Team auch in schwierigen Zeiten die Treue gehalten hat.


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"Es macht wirklich Spaß, Teil des Teams zu sein, und die Atmosphäre ist im Moment wirklich gut", betont er. "Das ist für mich immer der wichtigste Faktor. Auch wenn man nicht gewinnt, aber wenn die Atmosphäre gut ist, kann man sich mit der Zeit sehr verbessern. Man muss aber auch geduldig sein. Man kann nichts erzwingen, das habe ich gelernt."

"Und darum habe ich das Team auch nie verlassen", betont er weiter. "Manchmal hätten die Leute sagen können: 'Es ist Zeit zu gehen oder woanders den sofortigen Erfolg zu suchen', aber ich habe dem Prozess bei Red Bull vertraut und den Leuten im Team vertraut. Das zahlt sich jetzt aus, und ich bin wirklich glücklich darüber und auch darüber, wo ich jetzt bin."

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