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Max Verstappen: Hat Alonso-Blockade den Sieg gekostet?

Als Max Verstappen in der Schlussphase Lewis Hamilton attackierte, wurde er beim Überrunden von Alonso und Massa behindert - Gab das am Ende den Ausschlag?

(Motorsport-Total.com) - Als Helmut Marko in ein Interview mit Niki Lauda platzte, war die Botschaft klar: "Beim Massa kannst du dich bedanken", lachte der Red-Bull-Berater seinen österreichischen Landsmann an. Felipe Massa hatte in der finalen Runde des Großen Preises von Suzuka Lewis Hamilton (Mercedes) beim Überrunden vorbeigelassen, dessen Kampfpartner Max Verstappen (Red Bull) aber etwas Zeit gekostet - genau wie zuvor Fernando Alonso, mit dem sich Massa um den letzten Punkt bekriegte.

Der Zweikampf um den Rennsieg in Suzuka war somit entschieden. Verstappen, der in Schlagdistanz zum WM-Führenden lag, konnte seinen Sieg der vergangenen Woche nicht wiederholen und musste sich in Japan mit Rang zwei vor Teamkollege Daniel Ricciardo begnügen. "Das hat nicht geholfen", muss der Niederländer über die missglückten Überrundungen sagen, ohne jedoch eine konkrete Schuld zu verteilen.

Es begann mit Alonso, der Hamilton vor der ersten Kurve passieren ließ, sich dann aber vor den S-Kurven vor Verstappen einordnete und dessen Versuch etwas störte. "Es ist schwierig, das im Spiegel zu sehen", verteidigt sich der McLaren-Pilot. Er habe Hamilton kommen sehen, wusste dabei aber nicht, ob das Auto dahinter Verstappen oder Jolyon Palmer war, der sich im direkten Zweikampf mit Alonso befunden hätte. Denn den Renault freiwillig durchlassen, wollte er natürlich nicht.

Verstappen: Verkehr half sogar

Als Alonso gemerkt hatte, wen er da hinter sich hat, versuchte er ihn, so schnell wie möglich vorbeizulassen, wie er zu Protokoll gibt. Doch Verstappen war schon nicht mehr in Schlagdistanz und das Siegduell war praktisch vorbei - auch weil es später bei Massa ähnlich war. Alonso selbst sieht sich ohne Schuld: "Sie sind als Erster und Zweiter auf mich zugekommen und waren im Ziel auch Erster und Zweiter. Ich denke nicht, dass ich das Ergebnis beeinflusst habe", stellt er klar.

Dem muss Verstappen sogar zustimmen. Massa sei das größere Problem gewesen, doch auch ohne die leichte Blockade geht er nicht davon aus, dass er Hamilton noch einmal hätte angreifen können. "Es hätte keinen Unterschied gemacht", muss der Red-Bull-Pilot einräumen. Außerdem habe der Verkehr ihm sogar geholfen: "Denn ich konnte nur aufgrund des Verkehrs aufholen", so Verstappen. "Es sieht so aus, als ob der Verkehr Mercedes mehr stören würde."

Dieser Umstand hatte ihn auch gegen Rennmitte an Hamilton herangebracht. Ausgerechnet Teamkollege Valtteri Bottas sorgte dafür, dass der Mercedes-Pilot keine gute Pace fahren konnte und Verstappen herankam. Doch die Silberpfeile setzten Bottas wieder einmal taktisch ein und bremsten Verstappen ein. Hamilton wurde vorbeigelassen, Verstappen natürlich nicht, der dann hinter dem Finnen auf alten Softs hing.

Bottas-Blockade "fair" und "clever"

Und obwohl er über die Situation alles andere als glücklich gewesen sein dürfte, macht Verstappen Mercedes dafür keinen Vorwurf: "Es ist clever. Ich würde genau dasselbe machen", betont er und geht sogar noch einen Schritt weiter: "Ich hätte mich sogar noch mehr aufgehalten." Denn Bottas bog nach nur drei Runden in die Box ab und gab den Weg für Verstappen wieder frei - Hamilton hatte da aber bereits einen guten Vorsprung.

"Es ist fair", winkt Verstappen ab. "Lewis kämpft um die Weltmeisterschaft und möchte das Rennen gewinnen. Ich möchte das Rennen auch gewinnen, warum sollte man also nicht tauschen?", stellt er das Manöver der Silberpfeile nicht infrage. Dass er das Rennen würde gewinnen können, dachte er ohnehin zu keiner Zeit, wie er sagt. Stattdessen versuchte er, die Reifen zu managen, um in der Schlussphase nicht einzubrechen.

Sorge um die Reifen

Die Reifen waren auch der Grund, wieso Verstappen vor seiner Schlussattacke noch einmal fragte, ob er angreifen dürfte. "Seine Reifen waren vier Runden älter als die von Daniel. Wir waren einfach besorgt, dass noch einmal so etwas wie bei Sebastian (Vettel; Anm. d. Red.) in Silverstone oder heute bei Stroll passiert", erklärt Teamchef Christian Horner. Bekanntlich erlitt Vettel in Großbritannien kurz vor Schluss einen Reifenschaden.

Auch bei Verstappen schien dieser im Bereich des Möglichen zu sein, auf jeden Fall war im Ziel nicht mehr viel auf dem Pneu drauf. "Es war ziemlich gefährlich", sagt Verstappen, doch das Team habe ihm das Okay gegeben. Und so konnte es der Niederländer noch einmal probieren, doch eine Möglichkeit gegen Hamilton bestand nicht mehr - auch ohne Aufhalten durch Alonso und Massa. "Als er vorbei war, gab es für mich keine Chance vorbeizugehen. Zumindest habe ich es versucht."

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