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Max Verstappen: AlphaTauri-Teil unter Unterboden verkeilt

Kein Reifenschaden, sondern ausgerechnet ein Trümmerteil von Schwesterteam AlphaTauri ruinierte in Silverstone das Rennen von Max Verstappen

(Motorsport-Total.com) - Ausgerechnet ein Trümmerteil von Schwesterteam AlphaTauri hat die Sieghoffnungen von Max Verstappen beim Formel-1-Rennen in Silverstone zerstört. Der Red-Bull-Pilot fing sich die Endplatte eines Frontflügels ein, die an seinem Unterboden festklemmte und seine Aerodynamik ruinierte. Dadurch wurde er am Ende nur Siebter.

Max Verstappen (Red Bull RB18) beim Formel-1-Rennen in Silverstone 2022

Bei Max Verstappen hatte sich ein Teil eines AlphaTauris verkeilt Zoom

Verstappen hatte gerade die Führung von Carlos Sainz übernommen, als er langsamer wurde. Der Niederländer vermutete einen Reifenschaden und kam an die Box. Doch das Auto wurde auch nach dem Reifenwechsel nicht besser. Das Team vermutete einen Schaden am Auto, der womöglich vom Kontakt mit Charles Leclerc in der Anfangsphase hätte kommen können.

Doch erst nach dem Grand Prix fand Red Bull das wahre Problem heraus, nämlich eine Endplatte eines AlphaTauri-Frontflügels, die unter das Auto geriet. Das Trümmerteil wurde in der teaminternen Kollision zwischen Pierre Gasly und Yuki Tsunoda abgefahren, die beide ebenfalls um mögliche Punkte brachte.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der den Reportern später ein Foto zeigte, auf dem Verstappen bei der Nachbesprechung nach dem Rennen die Endplatte in der Hand hielt, schätzt, dass die Störung des Luftstroms seines Autos Verstappen etwa 20 Prozent seines maximalen Abtriebs kostete.

"Wir hatten keinen Reifenschaden", bestätigt Horner. "Weil es so schlimm war, hatte er berichtet, dass es sich wie ein Reifenschaden anfühlte. Aber im Grunde traf er in Runde 11 ein Trümmerteil, das vom Zwischenfall der beiden AlphaTauris stammt. Es steckte unter dem Auto und hat sich fast wie eine Blockade dort verkeilt."

"Auf der linken Seite ist alles kaputt"

Verstappen wusste während des Rennens nicht, was das Problem war, merkte nach dem Rennen aber ziemlich schnell, wie schlimm es seinen Boliden erwischt hatte, als er ihn im Parc ferme untersuchte.


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"Als ich aus dem Auto gesprungen bin, habe ich mir den Unterboden angeschaut, und darunter, auf der linken Seite, ist alles kaputt, alles ist weg", sagt er. "Als ich nach Carlos' Fehler die Führung übernommen hatte, war kurze Zeit später in Kurve 5 ein Stück Carbon."

"Ich konnte nicht mehr hektisch nach links oder rechts fahren, von daher habe ich einfach probiert, es genau mittig zu treffen. Aber stattdessen ist es in meinen Unterboden und hat alles kaputtgemacht", so der Niederländer.

Zu viel Belastung für die Reifen

"Es fühlte sich wie ein Reifenschaden an, weil ich plötzlich keine Balance mehr hatte und das Auto stark bouncte. Also beschlossen wir, an die Box zu gehen, und auch danach war das Auto nur schwer zu fahren", sagt der Red-Bull-Pilot.


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Zwar versuchten er und das Team alles, um noch eine bessere Balance zu finden, doch den Rest des Rennens hatte er Probleme, auf die Reifen aufzupassen: "Das Schwierige war, eine gute Aero-Balance zu finden, denn natürlich verliert man vor allem hinten massiv an Last, um dem Frontflügel zu helfen", erklärt Verstappen.

"Wenn man das tut, bekommt man eine Überlastung, und das war auf dem harten Reifensatz nicht ideal. Für den letzten Reifensatz sind wir dann wieder hochgegangen, aber es war sehr schwierig. Am Ende des Tages ist der siebte Platz für den Schaden, den wir hatten, noch ein gutes Ergebnis."