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Marathon-Test: Mercedes deckt Karten (noch) nicht auf

Der Silberpfeil fährt, und fährt und fährt: Über 3.000 Kilometer legen Hamilton und Rosberg in Barcelona zurück - Mercedes zeigt innovative Aerodynamik

(Motorsport-Total.com) - Das Weltmeisterteam von Mercedes schloss den ersten Wintertest der Formel-1-Saison 2016 mit einem wahren Marathon ab. Lewis Hamilton und Nico Rosberg legten gemeinsam an vier Tagen 3.142 Kilometer zurück. Das waren insgesamt 675 Runden auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Zum Vergleich kam Hauptkonkurrent Ferrari mit 353 Runden nur auf rund die Hälfte der Distanz (alle Statistiken im Testcenter!). Da es Mercedes nicht auf schnelle Rundenzeiten anlegte, ist die Performance des F1 W07 noch schwierig abzuschätzen. Viele Experten im Fahrerlager gehen davon aus, dass Mercedes weiterhin einen (kleinen) Vorsprung hat.

Nico Rosberg

Nico Rosberg zuversichtlich: "Wir wissen wo wir stehen" - Ganz vorne? Zoom

Auch am Donnerstag teilten sich die beiden Stammfahrer das Cockpit. Hamilton fuhr am Vormittag, Rosberg nach der Mittagspause. Mit rund 2,7 Sekunden Rückstand belegten sie die Plätze sieben und acht im Tagesklassement. Dass sich Ferrari mit schnellen Runden ins Rampenlicht fuhr, kümmert Mercedes wenig. "Wir sind natürlich aufmerksam", verweist Rosberg auf die Konkurrenz. "Wir haben Analysten und wissen ziemlich genau wo wir stehen." Verraten kann es der Deutsche nicht. Er macht dabei aber einen zufriedenen und zuversichtlichen Eindruck.

Rosberg lobt erkennbare Fortschritte und Innovationen

Beim Barcelona-Test stach vor allem das runde technische Paket des F1 W07 ins Auge. Am Mittwoch zeigte Mercedes neue Bargeboards, die mit mehreren Schlitzen an Kiemen eines Hais erinnern. Dazu kamen weitere Luftleitbleche bei den Seitenkästen. Schließlich wurde am Donnerstag die lang erwartete neue Nase (die Analyse!) gezeigt, die einen S-Duct besitzt sowie auch neue Luftleitbleche unterhalb der Frontpartie. "Manchmal spürt man sie", sagt Hamilton über die neue Nase und fügt an: "Meistens ist es aber gleich."

Das zeigt, dass Mercedes nicht nur beim Antrieb stark ist, sondern auch auf dem Gebiet der Aerodynamik federführend ist. "Vor fünf Jahren hätten wir es nicht geschafft, solche Innovationen zu entwickeln", lobt Rosberg die Fortschritte der gesamten Mannschaft. "Jetzt gibt es viele Dinge, wo wir voraus sind. Ich sage jetzt nicht, dass wir die Schnellsten sind, aber wir haben beeindruckende Sachen am Auto. Es ist cool, dass man die Fortschritte des Teams wirklich sehen kann."

Die Performance wird man erst in der kommenden Woche erkennen können, wenn von Dienstag bis Freitag erneut in Barcelona getestet wird. Dann wird auch Mercedes Benzin ablassen und weiche Reifen aufziehen. "Natürlich würde ich gerne mit wenig Benzin voll fahren können. Darauf freue ich mich nächste Woche", sagt Rosberg und gibt zu: "Wenn man ständig mit den Medium-Reifen und viel Sprit fährt, dann ist es nicht so aufregend."

"Wären wir nur 2.000 Kilometer gefahren, hätten wir das nicht herausgefunden." Nico Rosberg

Trotzdem waren die Longruns extrem wichtig. Zum Vergleich kam Mercedes vor einem Jahr beim ersten Wintertest, der damals in Jerez stattfand, "nur" auf 2.284 Kilometer. Die Zuverlässigkeit in der abgelaufenen Saison ist ein Beweis, dass dieser Ansatz richtig war. "Wir haben Kleinigkeiten gefunden, die am Auto gebrochen sind", meint der Deutsche. "Wären wir nur 2.000 Kilometer gefahren, hätten wir das nicht herausgefunden. Es war also nützlich. Das wird uns sicher zu Saisonbeginn helfen."

Körperlich waren beide Fahrer müde, aber es ging ihnen soweit gut. Das freie Wochenende wird eine willkommene Erholung bieten. "Körperlich war es okay. Ich kannte den Plan und habe mich darauf vorbereitet", winkt Rosberg ab. "Natürlich schmerzen einige Stellen, vor allem vom Sitz, weil er aus solidem Karbon besteht. Ansonsten fühle ich mich gut." Ob das Programm in der nächsten Woche auch wieder pro Tag auf beide Fahrer aufgeteilt wird, oder jeder wieder einzelne Tage erhält, ist noch nicht bekannt.

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