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Luca di Montezemolo: Formel 1 bei Olympia, warum nicht?

Ex-Ferrari-Chef Luca di Montezemolo könnte sich eine Aufnahme der Formel 1 in das olympische Programm gut vorstellen - "Motorsport als Teil einer modernen Welt"

(Motorsport-Total.com) - Seit Anfang 2015 ist Ex-Ferrari-Chef Luca di Montezemolo Chef des Komitees zur Förderung der Kandidatur Roms für die Olympischen Spiele 2024. Und seither setzt er sich nicht nur für die italienische Metropole als Austragungsort ein, sondern spricht sich auch dafür aus, die Formel 1 olympisch zu machen. Immer wieder wird die Zahl der olympischen Sportarten erweitert: So werden bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro erstmals Golf und 7er-Rugby dabei sein.

Luca di Montezemolo

Luca di Montezemolo kämpft für Olympia in Rom - und die Aufnahme der Formel 1 Zoom

Di Montezemolo findet, dass auch die Formel 1 ein olympisches Upgrade verdient hätte. "Warum nicht?", fragt der 68-Jährige im Interview mit CNN. "Die Tradition der Olympischen Spiele mit einer starken, innovativen Technologie zusammenzubringen, könnte eine clevere Chance für die Zukunft sein", sagt der Italiener. Ob es nun um die Formel 1 oder etwas Vergleichbares gehe, Motorsport sei Teil einer modernen Welt und habe deshalb auch die Berechtigung, olympisch zu werden.

Ganz anders äußerte sich zuletzt Vierfachweltmeister und Ferrari-Pilot Sebastian Vettel über eine mögliche Aufnahme der Formel 1 in das Programm der Olympischen Spiele. "Ich glaube, ich bin da sehr traditionell", sagte Vettel der "Bild am Sonntag" und stellte klar, dass die Formel 1 seiner Meinung nach "generell getrennt vom olympischen Geist" zu betrachten sei. Nichtsdestotrotz gibt der Deutsche auch zu, dass es schön wäre, selbst an Olympia teilzunehmen, "weil es als Sportler keine größere Ehre gibt".


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Davon träumte auch Michael Schumacher während seiner aktiven Rennkarriere. "Es wäre sicher eine schöne Sache, wenn die Formel 1 olympisch wäre", sagte er im Rahmen seines Formel-1-Comebacks bei Mercedes. Der damalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, schloss die Formel 1 als olympische Disziplin jedoch aus. Zwar gebe es durchaus Parallelen, doch stehe bei Olympia der menschliche Aspekt und nicht die Technologie im Vordergrund.

Seither gibt es keine konkreten Pläne, dass Formel-1-Autos in näherer Zukunft bei Olympia an den Start gehen. So werden wohl auch die Olympischen Spiele 2024 ohne Motorsport stattfinden. Ob sie in Rom ausgetragen werden, entscheidet sich auf der Vollversammlung des IOC 2017 in Lima. Dabei muss sich die italienische Hauptstadt gegen Budapest, Los Angeles und Paris behaupten. Hamburg hatte seine Kandidatur nach einem Referendum gegen die Bewerbung im November 2015 zurückgezogen.