powered by Motorsport.com

Lotus: Romain Grosjean hält Podestplätze für unrealistisch

Bei den Tests wirkte das Lotus-Team nach dem Katastrophen-Jahr 2014 wiedererstarkt, Romain Grosjean bremst nun aber die Erwartungen gravierend

(Motorsport-Total.com) - War die miserable Saison 2014 bei Lotus nur ein einmaliger Ausrutscher? Ja, wenn es nach den Aussagen der Teammitglieder im Vorfeld der Saison 2015 geht. Der E23 erwies sich bislang als deutlicher besseres Auto als sein gewagter, aber erfolgloser Vorgänger. Zudem hält man große Stücke auf die Mercedes-Antriebseinheit, die man dieses Jahr erstmals einsetzt. Von 1995 bis 2014 fuhr das Team aus Enstone mit Renault-Power. Genau die vermisste man allerdings im Vorjahr.

Romain Grosjean

Hat Lotus die Kurve gekratzt? Laut Grosjean noch nicht ganz Zoom

Ende 2013 kämpfte Kimi Räikkönen mit Lotus sogar noch um den WM-Titel und triumphierte beim Saisonauftakt in Melbourne. Geht es nach Romain Grosjean, ist ein Podestplatz in Australien allerdings unrealistisch. "Es ist zu früh, um über Podestplätze zu sprechen", sagt der Franzose gegenüber 'RMC Sport'. Was mit dem E23 derzeit möglich ist? "Ich denke, dass man sagen kann, dass ich jetzt manchmal Q3 erreichen werde."

Im Rennen sei es "das Hauptziel, in die Top 10 zu fahren und Punkte zu holen. Dann peilen wir die Top 5 an, und erst dann können wir von Podestplätzen träumen. Man muss einen Schritt nach dem anderen machen." Im Vorjahr biss sich das Team an einem unberechenbaren Auto die Zähne aus, zudem war man mit Verspätung in die Wintertests gestartet.

Dass es aber so lange dauerte, bis Lotus wieder auf Kurs kam, führt Grosjean auf den personellen Aderlass zurück: Neben Technikchef James Allison gingen auch einige andere Schlüsselpersonen wegen der finanziellen Krise des Teams über Bord. "Zwischen 2013 und 2014 gab es viele Abgänge, aber die Leute, die seitdem zum Team gestoßen sind, haben sich inzwischen in ihren Rollen eingefunden und bieten uns nun die besten Lösungen", erklärt Grosjean.

Dass die Saison 2014 so gar nicht den Erwartungen entsprach, sorgte auch bei ihm immer wieder für großen Ärger: Ende 2013 hatte er noch um Siege gekämpft. Da kam es schon vor, dass er seiner Wut über den Renault-Motor via Boxenfunk freien Lauf ließ. "Ich hätte meinen Frust im Vorjahr etwas besser im Griff haben können", sagt er nun. "Ich hätte eine bessere Wortwahl finden können. Daran arbeite ich, aber ich bin eben impulsiv." Das habe auch seine positive Seiten: "Deswegen bin ich im Qualifying so schnell."