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  • 15.04.2012 · 13:33

  • von Roman Wittemeier

Lotus: Mutige Taktik wird kaum belohnt

Romain Grosjean holt als Sechster endlich Punkte für Lotus, Kimi Räikkönen ist am Ende des Rennens chancenlos: Kein Gummi mehr beim Finnen

(Motorsport-Total.com) - Der Grand Prix von China war nicht nur ein Rennen voller Duelle auf der Strecke, sondern es war vor allem auch ein Strategiepoker. Lotus wollte aus diesem Spiel mit einer mutigen Taktik als großer Sieger hervorgehen, doch dies ging nicht auf. Während Romain Grosjean mit einer normalen Zweistopp-Strategie auf Platz sechs landete, wurde der Dauerlauf von Kimi Räikkönen in der zweiten Rennhälfte zum Höllentrip.

Sergio Hernandez, Romain Grosjean

Romain Grosjean fuhr lange Zeit im Dunstkreis von Sebastian Vettel

Der Finne hatte einen guten Start in das Rennen erwischt und konnte sich solide im vorderen Feld halten. Hinter den beiden Mercedes und dem McLaren von Jenson Button rangierte der prominente Ex-Weltmeister zunächst auf Platz vier, nach der ersten Runde von Boxenstopps wurde er von Mark Webber um eine Position verdrängt. Anschließend wurde großer Mut nicht belohnt.

Im Taktikspiel der Formel-1-Teams holte Lotus seinen Star zur Rennmitte zum zweiten Stopp in die Box. Es sollte Räikkönens letzter Reifenwechsel werden. "Wir haben es mit zwei Stopps probiert, aber am Ende waren die Reifen einfach hinüber", kommentiert der Finne. Der schnelle Mann aus Espoo sollte bis zur Zielflagge insgesamt 28 Runden auf einem Satz harter Pneus agieren - zu viel.

Räikkönen konnte sich phasenweise bis auf Platz zwei nach vorne spülen lassen, war aber letztlich chancenlos. Als kurz vor dem Ende die Herren Vettel, Webber, Button und Hamilton aufkamen, rutschte er mit seinen völlig abgefahrenen Pneus nur noch umher. "Es hat sich nicht ausgezahlt", so Räikkönen, der bis auf Platz 14 durchgereicht wurde. "Es gab zwei Möglichkeiten, und wir haben die falsche gewählt."


Fotos: Lotus, Großer Preis von China


Räikkönen musste auf den letzten Runden unter anderem auch seinen Teamkollegen Grosjean ziehen lassen. Der Franzose war mit einer bewährten Dreistopp-Taktik unterwegs, seine Reifen mussten im letzten Stint nur 24 Runden ertragen. "Das war gut. Ich bin mit mir und dem Team zufrieden", sagt Grosjean nach Platz sechs. Aus ihm sprach auch große Erleichterung, denn nach zwei Fehlversuchen gab es endlich Punkte.

Während der gesamten 56 Runden auf der Rennstrecke in Schanghai rieb sich Grosjean in engen Kämpfen auf, ohne dabei seine Reifen zu sehr zu strapazieren. Dies zahlte sich am Ende aus. "Phasenweise erinnerte mich das Rennen an wilde Formel-3-Zeiten", schmunzelt der in Genf lebende Pilot. "Es war wirklich hart dort draußen." Lotus liegt nach drei Rennen der Saison mit 24 Punkten auf Rang sechs der Gesamtwertung.

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