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Lotus erneut ausgesperrt: Ecclestone bezahlt Rechnungen

Wegen finanzieller Unstimmigkeiten mit den Organisatoren konnte Lotus erneut nicht in die Garage einziehen, doch Bernie Ecclestone hat dem Team kurzfristig geholfen

(Motorsport-Total.com) - Auch vor dem letzten Saisonrennen der Formel 1 2015 steckt Lotus wieder einmal in Problemen. Das Team stand auch auf dem Yas Marina Circuit vor verschlossenen Garagentoren, weil es finanzielle Unstimmigkeiten mit den Organisatoren gegeben hat. Während die anderen Teams bereits aufbauen konnten, wurde die Fracht von Lotus bis heute im nahegelegenen Flughafen festgehalten.

Lotus-Equipment

Lotus konnte erst mit Verspätung in die eigene Garage ziehen Zoom

In der Zwischenzeit musste Formel-1-Boss Bernie Ecclestone aushelfen, der die offenen Rechnungen des Teams erst einmal aus eigener Tasche bezahlt hat, damit das Team am Saisonfinale teilnehmen kann. Mittlerweile haben die Mechaniker mit dem Aufbau begonnen, liegen damit aber zwei Tage hinter dem eigentlichen Zeitplan. Lotus' Einsatzleiter Alan Permane bestätigt laut 'Autosport' aber, dass einem Start im 1. Freien Training nichts im Weg steht.

"Das ist etwas, das wir schon der Vergangenheit erlebt haben. Wir haben es aber immer rechtzeitig auf die Strecke geschafft", nimmt Romain Grosjean die Situation bei seinem letzten Rennen für das Team aus Enstone mit Humor. "So lange wir bereit für das zweite Training sind, bin ich glücklich", sagt er, denn im ersten Training muss er sein Cockpit ohnehin wieder seinem Nachfolger Jolyon Palmer zur Verfügung stellen.

Für Lotus ist die Situation eine bekannte. In Suzuka wurde die Mannschaft wegen ausbleibender Zahlungen aus der eigenen Hospitality ausgesperrt, und auch in Brasilien vor zwei Wochen gab es Probleme beim Bezug der Garage. "Wir haben auch in Brasilien und Suzuka das Auto auf die Strecke gebracht", sieht Grosjean ab jetzt keine weiteren Probleme. "Es ist einfach härtere Arbeit für die Jungs, die das nicht verdient haben."

"Wir müssen einfach härter und schneller als sonst arbeiten, aber unsere Jungs sind sehr stark und fit", meint auch Teamkollege Pastor Maldonado. "Sie sind ja schon daran gewöhnt, also sollte es kein Problem sein." Im Gegensatz zu Grosjean würde der Venezolaner sein Auto aber gerne schon für das erste Training zur Verfügung haben, doch er ist überzeugt: "Wir werden für morgen bereit sein."

Läuft alles glatt, dann sollten die Probleme allerdings zum letzten Mal auftreten, denn im kommenden Jahr möchte das Team gerne mit Werksunterstützung von Renault an den Start gehen. "Hoffentlich bekommen wir bald ein paar gute Nachrichten. Es ist sehr wichtig, dass wir über unsere Zukunft Bescheid wissen", sagt Maldonado. Denn noch immer ist die Übernahme nicht in trockenen Tüchern, womöglich gibt es aber schon bald eine Bekanntgabe.

Auch Maldonado macht sich große Hoffnungen für 2016 und einen möglichen Renault-Einstieg: "An jedem Tag kommen wir der Sache näher, aber bis es die endgültige Bestätigung gibt, ist es immer schwierig. Es sollte bald passieren. Es wäre das Beste für das Team und für die Jungs." Dann sollten auch die Tage gezählt sein, an denen die Lotus-Jungs um Einlass an die Strecke bangen müssen.