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Leclerc will sofort WM-Titel: Kein Nummer-2-Vertrag bei Ferrari

Sebastian Vettels neuer Teamkollege lässt sich nicht zum Wasserträger abstempeln - Der Deutsche hatte kein Entscheidungsrecht bei der Personalie Charles Leclerc

(Motorsport-Total.com) - Der angehende Ferrari-Fahrer Charles Leclerc ist von der Scuderia nicht als designierte Nummer 2 für Sebastian Vettel verpflichtet worden. Wie der Monegasse zwei Tage nach dem Bekanntwerden seines Wechsels von Sauber zu den Roten sagt, gäbe es in seinem neuen Arbeitsvertrag keine Klausel, die ihn dazu zwingt, den Wasserträger zu spielen. "Nein, nein, überhaupt nicht", betont Leclerc.

Charles Leclerc, Sebastian Vettel

Ganz coole Fahrerpaarung: Charles Leclerc und Sebastian Vettel Zoom

Das bedeutet nicht, dass Leclerc zu gegebener Zeit unkooperativ wäre. Der 20-Jährige kennt die Spielregeln: "In mehr oder weniger jedem Team beginnen beide Piloten gleichberechtigt und an irgendeinem Punkt der Saison gibt es Stallregie, weil einer um den Titel kämpft und der andere eben nicht", meint er und will sich durch diese Routine nicht verunsichern lassen: "Es passiert überall."

Leclerc schließt aber offenbar nicht aus, dass es Vettel ist, der ihm Platz machen muss. Schließlich steckt er sich hohe Ziele für seine erste Saison in einem Topteam und spricht davon, den WM-Titel holen zu wollen, sofern sich Ferrari in ähnlich guter Form präsentiert wie 2018: "Es ist hoch gegriffen und ich werde mich stark verbessern müssen, aber ich nehme eben das bestmögliche Resultat."

Ob er bereit ist, es mit Vettel aufzunehmen, will Leclerc nicht sagen. Er nehme sich aber ein Beispiel an Lewis Hamilton, der in seiner Debütsaison 2007 bei McLaren einem gewissen Fernando Alonso das Leben schwer machte: "Erfahrung ist stets ein Plus, aber wenn man gut genug ist ..."


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Trotz der sich abzeichnenden Konkurrenzsituation hofft er auf ein gutes Verhältnis zu Vettel und darauf, sich etwas abschauen zu können. Derzeit kennen sich die Kollegen in Spe nur lose. "Er war immer nett zu mir", sagt Leclerc und berichtet von SMS Vettels, wenn er in seiner Rolle als Ferrari-Simulatorfahrer gute Arbeit geleistet hat: "Wir werden sehr, sehr gut miteinander auskommen."

Inwiefern Vettel persönlich zur Leclerc-Beförderung beigetragen hat, bleibt unklar. "Dass man darüber spricht, ist normal, aber ich habe kein Entscheidungsrecht in dem Sinne", sagt der Ex-Weltmeister, der in Branchenkreisen oft als Chefpilot bei Ferrari beschrieben wird. "Es ist normal, wenn man in gewisser Weise eingebunden wird, weil es sich um zwei Fahrer dreht. Dann redet man auch miteinander." Heißt wohl: Vettel hat dem Aufstieg Leclercs zumindest nicht widersprochen.


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Die Entscheidung wurde dem Youngster dann am vergangenen Wochenende verkündet. Teamchef Maurizio Arrivabene rief Leclerc an. "Ziemlich verrückt" sei die Situation gewesen, als ein Kindheitstraum sei in Erfüllung ging. Er habe zuerst an seinen tödlich verunglückten Kompagnon Jules Bianchi und an seinen Vater verstorbenen Vater gedacht. Es sei eine emotionale Situation gewesen.

Die Reaktion in der Szene, wo Leclerc teilweise zum designierten Helfer für Vettel abgestempelt wurde, hätte ihn dagegen überrascht. "Es ist schon merkwürdig", sagt er. "So viele Leute denken, dass ich viel Druck hätte, aber es ist nicht so. Ich habe eine Mentalität, die viel von diesem Druck nimmt." Er konzentriere sich auf sich selbst und ließe sich nicht von der Erwartungshaltung beirren.

Leclerc ist sich nach eigener Aussage der Möglichkeit, es bei Ferrari zu vermasseln und 2020 ohne Cockpit dazustehen, bewusst. "Aber dann verdiene ich diese Chance auch nicht", findet er.

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