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Kubica und die Formel 1: Button hält nichts von Spekulationen

McLaren-Fahrer Jenson Button ist gerne gegen Robert Kubica gefahren, hält aber nichts von den Hätte-Wäre-Wenn-Aussagen über dessen Forme-1-Karriere

(Motorsport-Total.com) - Robert Kubica galt als großes Talent und sicherer Anwärter auf einen Weltmeistertitel. Doch der Pole musste seine Formel-1-Karriere nach einem schweren Rallye-Unfall beenden. Trotzdem Kubica weiterhin in der WRC unterwegs ist, ranken sich noch immer viele Legenden darum, was aus dem ehemaligen BMW-Sauber- und Renault-Piloten hätte werden können. McLaren-Fahrer Jenson Button findet, man könnte um jeden ehemaligen Kollegen solch Hätte-Wäre-Wenn-Aussagen treffen.

Lewis Hamilton, Robert Kubica, Felipe Massa

Noch heute wird spekuliert: Hätte Robert Kubica Weltmeister werden können? Zoom

"Es hat immer Spaß gemacht, mit ihm auf der Strecke zu kämpfen", denkt Button an die Zeit zwischen 2006 und 2010 zurück, in der er gegen Kubica antreten konnte. "Das ist aber schwierig einzuordnen", gibt er jedoch auch zu bedenken und relativiert damit ein wenig den Legenden-Status des Polen: "Es gibt viele Fahrer von denen ich behaupten kann, dass ich gerne gegen sie fahre."

Kubica fuhr bis 2010 bei BMW-Sauber und erlebte mit dem Team 2008 die erfolgreichste Zeit. Er holte in Kanada seinen ersten Sieg und beendete die Saison als Vierter der Gesamtwertung. Ein Jahr zuvor hatte er, ebenfalls in Kanada, bereits in der Formel 1 einen schweren Unfall. Beim Rennen in Montreal prallte er mit 280 km/h heftig gegen die Mauer. Von seinem Auto blieb damals wenig übrig, Kubica selbst kam jedoch mit einer leichten Gehirnerschütterung und einer Fußverstauchung davon. Anders bei seinem Gastauftritt bei der Ronde di Andora, wo sich eine Leitplanke in seinen Rallye-Wagen bohrte und er eine schwere Handverletzung, sowie mehrere Arm- und Beinbrüche zuzog.

Jenson Button, Robert Kubica

Jenson Button ist auf der Strecke stets gerne gegen Robert Kubica angetreten Zoom

Der ambitionierte Motorsportler konnte von diesem Vorfall nicht komplett wieder genesen und musste seinen damaligen Vertrag mit Renault auflösen. Was hätte er in der Formel 1 noch erreichen können? Wo hätte es ihn noch hin verschlagen? Wie lange hätte es noch gedauert, bis er sich den Titel geschnappt hätte? "Man könnte sich jetzt hier hinsetzen und behaupten, er hätte fünfmal Weltmeister werden können, weil wir ein paar gute Rennen von ihm gesehen haben", sagt Button nüchtern, "oder man sagt, er wäre durchschnittlich geblieben - keiner kann sagen, was er in einem Formel-1-Auto noch erreicht hätte."

Der Brite, der in diesem Jahr seine 15. Formel-1-Saison fährt, glaubt, man könne die wildesten Behauptungen aufstellen: "Wenn er hier länger gefahren wäre, dann wäre er vielleicht in ein Team gekommen, das konkurrenzfähiger gewesen wäre und konstant genug, um zu gewinnen. Er hätte bei Red Bull landen und vier Weltmeistertitel holen können. Es hätte ihn aber auch zu einem Team am Ende des Feldes verschlagen können, wo man gar keine Punkte erzielen kann."

"Formel 1 kann ein hartes Geschäft sein." Jenson Button

Im Endeffekt nützen diese Spekulationen jedoch niemanden und Button weiß, dass man die Dinge so nehmen muss, wie sie kommen, so unglücklich das für manchen auch ausfallen mag: "Formel 1 kann ein hartes Geschäft sein wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist oder einen Unfall hat, wie es ihm passiert ist."