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"Konnte mich nicht wehren": Glocks Erinnerungen an 2008

Als Lewis Hamilton in Sao Paulo 2008 seinen ersten WM-Titel gewann, spielte Timo Glock eine entscheidende Rolle: Der damalige Toyota-Pilot blickt zurück

(Motorsport-Total.com) - Der Grand Prix von Abu Dhabi steht ganz im Zeichen des Titelkampfs zwischen den beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Das über 55 Runden auf dem Yas Marina Circuit gehende Saisonfinale, bei dem zum ersten Mal - und wohl auch einzigen Mal - doppelte Punkte vergeben werden, wird die Entscheidung bringen. Setzt sich Hamilton nach seinem Titelgewinn 2008 mit McLaren nun die zweite Krone auf? Oder fängt Rosberg seinen 17 Punkte voraus liegenden Teamkollegen noch ab und krönt sich erstmals zum Weltmeister?

Lewis Hamilton und Timo Glock

Sao Paulo 2008: Hamilton wird auch dank Glock erstmals Weltmeister

Hamiltons Vorteil aufgrund der Ausgangslage in der Gesamtwertung: Ihm genügt ein zweiter Platz hinter Rosberg, um den WM-Titel sicherzustellen. Rosberg im Gegenzug ist in seinem Bemühen, das Blatt im letzten Moment noch zu wenden, auf Schützenhilfe angewiesen. Von Williams-Pilot Felipe Massa kann er diese nicht erwarten. "Mir hat auch niemand geholfen, als ich um den Titel gefahren bin. Mir hat ein gewisser Deutscher sogar geschadet", erinnerte der Brasilianer vor wenigen Tagen an das denkwürdige Saisonfinale 2008 in Sao Paulo, bei dem sich Hamilton in der letzten Kurve der letzten Runde noch an Timo Glock vorbeischob und Massa damit den bereits sicher geglaubten WM-Titel im allerletzten Moment doch noch entriss.

Glock zeigt sich von Massas Aussage "schon überrascht", nimmt es dem Brasilianer aber nicht übel. "Ich habe es mit einem Schmunzeln aufgenommen. Es zeigt aber natürlich auch, dass es für ihn schwierig zu verdauen war und wohl auch immer noch ist. Er war ja für kurze Zeit Weltmeister und das auch noch in seiner Heimat", bemerkt der heutige DTM-Pilot gegenüber 'Sport1' und erinnert an die Umstände: "Es weiß jeder, dass ich damals bei strömendem Regen mit stumpfen Waffen gekämpft habe. Ich konnte mich auf Trockenreifen eben nicht gegen Lewis Hamilton wehren."

"Dass ich mich mitten im WM-Kampf befunden hatte, habe ich erst erfahren, als mich auf einmal 20 Journalisten darauf angesprochen haben." Timo Glock

So war es Glock - damals für Toyota unterwegs - im Moment, als Hamilton vorbeizog gar nicht bewusst, dass er im WM-Kampf eine entscheidende Rolle spielte: "Im Rennen hat man mir nur gesagt, dass wir durch die Strategie, die Reifen nicht zu wechseln, zwei oder sogar drei Plätze gewonnen haben. Zwei Runden vor Schluss hieß es dann, ich solle doch reinkommen, weil es unfahrbar würde. Da war aber die Boxengasse wohl schon so voll, dass man gar nicht mehr wechseln konnte. Dass ich mich mitten im WM-Kampf befunden hatte, habe ich erst nach dem Wiegen erfahren, als mich auf einmal 20 Journalisten darauf angesprochen haben."

Bedankt habe sich Hamilton nach dem Rennen nicht, wohl aber der damalige Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Schließlich gelang McLaren-Mercedes durch Hamiltons Überholmanöver an Glock die Revanche für die ein Jahr zuvor an gleicher Stelle gegen Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen erlittene WM-Schlappe. "Ich glaube, der hatte genügend mit sich zu tun", spricht Glock auf das Ausbleiben eines Danks von Hamilton an und erinnert sich weiter: "Witzigerweise saß ich beim Rückflug direkt neben Norbert Haug. Der hat sich dann noch mal bedankt dafür."

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