powered by Motorsport.com
  • 01.11.2014 · 03:32

  • von Dominik Sharaf

Kobayashi auf Jobsuche: "Als dritter Fahrer glücklich"

Von dem Caterham-Aus erfuhr der Japaner aus dem Internet - Eine Entschuldigung der Bosse hält er für angebracht, kann auf den Kniefall aber gut verzichten

(Motorsport-Total.com) - Kamui Kobayashi muss seine aktuelle Situation bekannt vorkommen: Als der Japaner 2012 bei Sauber ausschied, war fehlender finanzieller Background sein Hauptmanko auf der Suche nach einem neuen Drive. Eine Spendenaktion im Internet schuf nur begrenzt Abhilfe, nach dem Zusperren des Caterham-Rennstalls erlebt er das Déjà-vu: "Ich bringe kein Geld mit, also wäre ich glücklich, irgendwo dritter Fahrer zu sein", erklärt Kobayashi am Rande des US-Grand-Prix, den er privat besucht.

Kamui Kobayashi

Kobayashi will 2015 im Paddock sein - nicht unbedingt in der Startaufstellung Zoom

Offenbar begann er nicht erst nach dem Abgang der schweizerisch-arabischen Investoren um Colin Kolles mit der Gestaltung eines Alternativprogramms. "Ich schaue mich seit einigen Wochen nach einer Aufgabe um", so Kobayashi, der in Spa-Francorchamps aussetzen musste und in der Szene wegen seines fehlenden Budgets als ausgebootet galt. Trotzdem ist er vertraglich weiter gebunden: "Technisch gesehen bin ich Caterham-Pilot. Vielleicht kann ich also gar nicht so viel unternehmen", erklärt er.

Davon, dass die Grünen weder in Austin noch in Sao Paulo antreten, erfuhr er aus dem Internet: "Auf der Webseite habe ich gesehen, dass wir nicht fahren und dann habe ich diese Information auch von meinem Manager erhalten", erinnert sich der 28-Jährige an die Hiobsbotschaft. Mit dem alten und neuen Management um Tony Fernandes respektive dem Insolvenzverwalter von CSL, der sich um einen Verkauf und neue Investoren bemüht, kommuniziert Kobayashi nicht. Lust darauf verspürt er nicht.

Notwendigkeit ebenso wenig: "Ich glaube, sie sind sehr beschäftigt. Wir können sie kontaktieren, wollen sie aber nicht stören", meint er. "In der Firma läuft derzeit nichts rund, aber vielleicht wäre eine Entschuldigung fällig. Ich sollte anrufen, aber ich brauche kein 'Tut uns leid' oder etwas in diese Richtung." Kobayashi feilt lieber an seiner Zukunft und hofft, nicht wieder in einem GT-Projekt zu landen, wie es nach dem Sauber-Aus der Fall war. "Ich muss für diese Chance dankbar sein, weil ich Erfahrung mit den 2014er Autos und den neuen Antrieben sammeln konnte. Eines Tages ist diese Erfahrung vielleicht nützlich", deutet er einen Verbleib in der Formel 1 an.