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  • 02.11.2014 · 01:07

  • von Dominik Sharaf

Keine Fahrer 2015: Boullier entschuldigt sich bei Fans

Das McLaren-Possenspiel bezüglich der Pilotenpaarung für die kommende Saison ist dem Franzosen unangenehm: Er betont Tragweite und Weisungscharakter

(Motorsport-Total.com) - Stets war Force India dafür bekannt, die Fans mit der Bekanntgabe seiner Fahrerpaarung besonders lange auf die Folter zu spannen. Diesen Ruf macht dem Vijay-Mallya-Team McLaren streitig: Drei Rennen vor dem Saisonende ist noch immer nicht klar, wer für die "Chrompfeile" 2015 ins Lenkrad greift. Eric Boullier ist die Sache offenbar peinlich: "Ich entschuldige mich bei den Fans", erklärt der Rennleiter bei 'Sky Sports F1' und führt die Tragweite der Entscheidung als Begründung an.

Jenson Button, Eric Boullier

Jenson Button und Eric Boullier müssen noch über das Wetter plaudern Zoom

Der Franzose will die Route für die langfristige Zukunftsplanung abstecken: "Wir müssen die richtige Entscheidung treffen, um die Strategie des Teams für die kommenden Jahre festzulegen", erklärt er. Konkret dürfte es dabei um die Frage gehen, ob McLaren wieder auf hauseigene Youngster wie Kevin Magnussen oder Stoffel Vandorrne setzt respektive das Feld Routiniers wie Jenson Button oder dem mit Woking in Verbindung gebrachten Fernando Alonso überlässt.

Nicht zuletzt spielt die Personalie Ron Dennis eine Rolle, schließlich gilt der wiederinstallierte Patron im Gegensatz zu Neu-Partner Honda nicht als Freund des Spaniers und steht selbst unter Druck, weil unter seiner Ägide kaum Fortschritte sichtbar werden. "Ich weiß nicht, ob es die wichtigste der vergangenen Jahre ist", kommentiert Boullier die Entscheidung über seine künftigen Piloten, "aber sicher die wichtigste, seitdem ich vor einigen Monaten zum Team gestoßen bin."

Der Ex-Lotus-Mann kennt zahlreiche Faktoren, die in Erwägung gezogen werden: "Unsere augenblickliche Form und wie schnell wir auf Mercedes aufholen - das wird sich auf die Paarung auswirken. Es geht um mehr als Fahren, sondern auch den Effekt und den moralischen Schub", so Boullier. Angesichts sportlicher Magerkost hätte McLaren diesen bitter nötig.