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  • 01.10.2012 · 18:35

  • von Christian Nimmervoll & Kristof Stühm

Kaltenborn zeigt Interesse an Schumacher

"Reizvolle Gedanken": Bei Sauber denkt man schon über Michael Schumacher nach - Emerson Fittipaldi hält den 43-Jährigen noch nicht für zu alt

(Motorsport-Total.com/SID) - Das Sauber-Team bestätigt grundsätzliches Interesse an einer Verpflichtung des bei Mercedes ausgemusterten Rekord-Weltmeisters Michael Schumacher: "Natürlich sind das reizvolle Gedanken, und natürlich überlegt man, ob man einen siebenmaligen Weltmeister holen kann, wenn er auf dem Markt ist", sagt Monisha Kaltenborn, Geschäftsführerin des Schweizer Rennstalls. "Michael ist aber bisher nur für große Herstellerteams gefahren, mit denen wir uns nicht vergleichen können."

Monisha Kaltenborn

Monisha Kaltenborn schließt die Variante Schumacher nicht grundsätzlich aus Zoom

Vor den Ereignissen des vergangenen Freitags deutete vieles darauf hin, dass Sauber 2013 mit Jaime Alguersuari und Esteban Gutierrez als Stammfahrer antreten würde, mit Robin Frijns als drittem Mann. Doch seit Schumacher arbeitslos ist, erinnern sich einige Journalisten daran, dessen Managerin Sabine Kehm am Singapur-Wochenende in der Sauber-Hospitality gesehen zu haben. Dort soll in der Nacht von Freitag auf Samstag bei Mercedes die Grundsatzentscheidung gegen den 43-Jährigen und pro Lewis Hamilton gefallen sein.

Das würde erklären, warum der scheidende McLaren-Pilot so entspannt und locker war, obwohl er im Nachtrennen in Führung liegend ausgefallen war und sich seine WM-Chancen damit drastisch reduziert hatten. Möglicherweise war er nicht mehr sauer auf McLaren, weil er schon wusste: "Nächstes Jahr fahre ich sowieso woanders, also was soll's?" Nach der wöchentlichen Sitzung des Daimler-Vorstands am Mittwoch in Stuttgart wurden dann die Verträge unterzeichnet und am Freitag offiziell kommuniziert.

Schumacher hat stets betont, dass er erst im Oktober entscheiden wird, wie es für ihn weitergehen soll. Sauber erscheint vielen Experten grundsätzlich als unwahrscheinliche Variante, doch sollte er seine Fahrerkarriere unbedingt fortsetzen wollen, könnte er notfalls sogar eigenes Geld investieren, um der Konkurrenzfähigkeit der Schweizer auf die Sprünge zu helfen - oder aber zumindest auf ein Fahrergehalt verzichten, wie es einst auch der große Ayrton Senna bei Williams angeboten hat. Persönliche Sponsoren hat Schumacher jedenfalls genug.

Und dass er für die Formel 1 schon zu alt ist, deutete zwar Niki Lauda dieser Tage an, aber dessen früherer Rivale Emerson Fittipaldi bestreitet diese Sichtweise: "Ich habe mit 49 Jahren mein letztes IndyCar-Rennen gewonnen. Wenn Schumacher noch voll motiviert ist, kann er weitermachen", wird der Weltmeister von 1972 und 1974 von 'Focus Online' zitiert. Und es würde sich ein Kreis schließen: Peter Sauber war derjenige, der ihm 1991 mit 300.000 D-Mark den Einstieg in die Formel 1 ermöglicht hat...

Für Sauber wäre der siebenmalige Weltmeister jedenfalls ein Geschenk des Himmels: Erstens ist ein routinierter Fahrer, der fast auf Augenhöhe mit einem Nico Rosberg mithalten kann, für jedes Mittelfeld-Team Gold wert, und zweitens könnte Schumacher zumindest neue Sponsoren anlocken, wenn er schon kein eigenes Geld investieren sollte. Erst vergangene Woche sind laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' Gespräche mit einem möglichen Sponsor gescheitert, weil dieser als Anteilseigner an Bord kommen wollte - was für Sauber kein Thema ist.

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