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  • 05.07.2021 · 10:56

  • von Chris Lugert, Co-Autor: Erwin Jaeggi

Jost Capito: Russell war vor dem Start "übersensibel und nervös"

Williams-Teamchef Jost Capito ist nach Platz elf beim Formel-1-Rennen in Spielberg enttäuscht, aber auch stolz - Keine Probleme bei George Russell vor dem Start

(Motorsport-Total.com) - Die Enttäuschung bei Williams über Platz elf beim Österreich-Grand-Prix in Spielberg ist laut Teamchef und CEO Jost Capito greifbar, jedoch sei sie ebenso ein gutes Zeichen. "Die Enttäuschung ist da, und ich bin sehr glücklich, dass alle enttäuscht sind. Denn vor vier Wochen hätten alle über Platz elf gejubelt", sagt Capito.

George Russell (Williams) beim Großen Preis von Österreich der Formel 1 am Red Bull Ring in Spielberg

George Russell fuhr beim Österreich-Grand-Prix auf Platz elf Zoom

Doch der Triple-Header bestehend aus Le Castellet und zweimal Spielberg sorgte bei Williams für einen Stimmungsumschwung. In allen drei Rennen kratzte das Team an den Punkten, wenngleich das Konto weiterhin leer ist.

"Der zwölfte Platz in Frankreich war fantastisch. Jetzt mit dem elften Platz enttäuscht zu sein, zeigt das Feuer der Mannschaft und den Enthusiasmus, den das Team jetzt hat", sagt er.

Capito: "...dann hätte uns jeder für verrückt erklärt"

Besonders auf dem Red-Bull-Ring schaffte Williams zumindest mit George Russell an beiden Wochenenden den Sprung ins Mittelfeld. Der Brite, der im kommenden Jahr möglicherweise bei Mercedes anheuern wird, betrieb nicht zuletzt mit dem Einzug in Q3 am Samstag mächtig Eigenwerbung. Zuletzt hatte es ein Williams-Fahrer beim Italien-Grand-Prix 2018 in das letzte Qualifying-Segment geschafft, damals war es Lance Stroll.

"Wenn wir vor dem Triple-Header gesagt hätten, was wir da erreichen werden, hätte uns jeder für verrückt erklärt. Und jetzt sind wir sogar enttäuscht! Ich denke, das zeigt den Weg, den wir als Team gehen", so Capito.

Und doch waren die Rennen auch eine verpasste Chance, in der Konstrukteurs-WM für einen Meilenstein zu sorgen. Beim Steiermark-Grand-Prix in der Vorwoche schied Russell auf Punktekurs liegend mit einem technischen Defekt aus, eine Woche später war das Rennen für Russell fünf Runden zu lang. Fernando Alonso schnappte ihm Platz zehn im direkten Duell vor der Nase weg.

Capito lobt Russells "fantastischen Job"

Das Duell und Russells Verteidigungsfahrt seien "fantastisch" gewesen, sagt Capito, der Russell überhaupt keinen Vorwurf macht. "Er konnte ihn nicht bis zum Ende hinter sich halten, das Auto war einfach deutlich schneller. Das konnte man ja auch sehen, als er George überholt hat, wie schnell er die Lücke öffnen konnte", stellt Capito klar. Der Alpine sei das schnellere Auto, Russell habe dennoch "einen fantastischen Job gemacht".


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Einen Schreckmoment gab es bei Williams vor dem Rennen, als Russell auf dem Weg in die Startaufstellung Probleme am Heck seines Fahrzeugs meldete. Capito vermutet, dass da auch ein bisschen schlechte Erinnerungen aus der Vorwoche mitspielten.

"Ich denke, er war da etwas übersensibel und ein bisschen nervös. Auf den Daten wurde uns nichts angezeigt und auch, als wir uns das Auto angesehen haben, war nichts zu sehen. Er hat auch während des Rennens nichts mehr gemeldet. Da war nichts", sagt Capito. Russell selbst sagte nach dem Rennen, er habe sich im Rennverlauf "an das Problem gewöhnt".

Trister Alltag in Silverstone?

Nach einem schlechten Start ins Rennen, wodurch Russell direkt einige Plätze verlor, gelang es dem Briten im Gegensatz zur Vorwoche jedoch nicht, seine Strategie optimal auszunutzen. Der Sprung auf Rang acht in der Konstrukteurs-WM, vorbei an Alfa Romeo, wäre an diesen zwei Wochenenden in Österreich möglich gewesen.

Nun wartet auf Williams das Heimrennen in Silverstone, wo wieder der triste Alltag am Ende des Feldes warten könnte. "Es wird sehr schwierig, dort zu bleiben. Es wird sehr von den Wetterbedingungen abhängen. Jeder weiß, dass der Wind in Silverstone sehr knifflig sein kann", blickt Capito voraus.

Zu viel Wind verursacht für Williams immer noch Probleme. "Wenn es sehr windig ist, bekommen wir Schwierigkeiten. Wenn es nicht zu windig ist, haben wir vielleicht eine Chance, irgendwo in der Nähe zu sein, wo wir hier waren", sagt er.

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