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Jolyon Palmer: Auf einer Höhe mit Kevin Magnussen

Für Renault lief beim Formel-1-Test in Barcelona nicht alles nach Plan - Jolyon Palmer hatte mit technischen Defekten zu kämpfen, gibt sich aber selbstbewusst

(Motorsport-Total.com) - Es geht ein Riss durch das Renault-Team - zumindest was die Fahreranalysen der Formel-1-Wintertests in Barcelona angeht. Während Kevin Magnussen, beflügelt durch seine Rückkehr in ein Formel-1-Cockpit, in der zweiten Testwoche auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya insgesamt 245 Runden drehen und eine Bestzeit von 1:23.933 Minuten verzeichnen konnte, machte Rookie Jolyon Palmer am letzten Testtag keinen Hehl aus seiner Frustration.

Jolyon Palmer

Jolyon Parker hat sich seine Testwochen im neuen Renault anders vorrgestellt Zoom

Nachdem er schon in der ersten Testwoche aufgrund technischer Defekte nur wenige Kilometer im R.S.16 zurücklegen konnte (zum Testcenter), ließ ihn der Fehlerteufel auch in dieser Woche nicht los. Schon am Donnerstag zwang ein Getriebeproblem den Briten in die Box. Am Freitag gab es Probleme mit der Hydraulik.

Das ernüchternde Fazit: 98 Runden am ersten und 90 Runden am zweiten Testtag für Palmer. Mit einer Bestzeit von 1:24.859 Minuten konnte er sich zwar um 1,365 Sekunden steigern, liegt damit aber immer noch fast eine Sekunde hinter seinem Teamkollegen Magnussen.

Jolyon Palmer über Barcelona-Test: "Ziemliches Desaster"

"Am Ende konnten wir ein bisschen mehr Leistung zeigen, das war gut. Aber trotzdem lief jeden Tag etwas schief", fasst Palmer seine Tests in Barcelona zusammen. Insgesamt sei es ein "ziemliches Desaster" gewesen: "Ich muss kurz nachrechnen, aber ich denke nicht, dass ich schon 200 Runden gefahren bin an vier Tagen."

Tatsächlich kann der 25-jährige Rookie im neuen Renault lediglich 188 Runden verzeichnen - 57 weniger als Magnussen. "Das kannst du als Rookie natürlich nicht brauchen, wenn du einsteigst und in Melbourne versuchst, einen guten Job zu machen", weiß Palmer.


Fotos: Renault, Test in Barcelona


Renault-Technikchef Bob Bell zeigt Verständnis: "Er tut uns ein bisschen leid. Er konnte in der vergangenen Woche aufgrund von Zuverlässigkeitsproblemen kaum fahren. In dieser Woche ist ihm das gleiche schon wieder passiert." Im Vergleich zu Magnussen sei er derjenige, "der vor Melbourne noch etwas Erfahrung sammeln muss".

Palmer auf einem Level mit Kevin Magnussen

Dennoch sieht sich Palmer auf einem Level mit seinem Teamkollegen. Zwar gibt er zu: "Es ist schwer zu sagen, weil Kevin vier wirklich gute Tage hatte und ich nicht. Aber im Moment denke ich schon, dass wir ziemlich vergleichbar sind in dem, was wir tun."

Für den Saisonauftakt 2016 in Melbourne bleibt Palmer trotz aller Widrigkeiten optimistisch: "In Melbourne sollten wir bereit sein. Da haben wir dann mehr Sessions, außerdem kommen noch mehr neue Teile", sagt der Brite. Er setzt dabei auch auf die Erkenntnisse aus Magnussens Testfahrten und auf seine eigene Erfahrung aus dem Vorjahr. "Daher bin ich auch nicht zu weit hinterher. Ich bin zuversichtlich, dass ich in Melbourne auftauche und alles okay sein wird."

Wie Renault im Vergleich zur Konkurrenz dasteht, werde man dann auch genauer erkennen können: "Am Freitag in Melbourne wird man 22 Autos auf der Strecke sehen, da werden wir mehr oder weniger schon wissen, wo wir stehen", glaubt der Formel-1-Rookie.

Teamchef Frederic Vasseur will Melbourne abwarten

Sein Boss, Teamchef Frederic Vasseur, sieht das ähnlich: "Es wird keine einfache Saison. Wir wissen, dass wir mit der Vorbereitung ziemlich spät angefangen haben. Jetzt müssen wir den Kampfgeist im Team aufrechterhalten. Wir werden sehen, was in Melbourne passiert und darauf unseren Fahrplanfür die Saison aufbauen."

Jolyon Palmer, Kevin Magnussen

Mit Jolyon Palmer und Kevin Magnussen soll das Formel-1-Comeback gelingen Zoom

Nach Barcelona ist ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen: Im Gesamtklassement der zweiten Testwoche hat Magnussen 5,594 Sekunden auf den Schnellsten Kimi Räikkönen und belegt Platz elf. Palmer liegt mit 6,520 Sekunden Rückstand auf Rang 16. Dabei war der Abstand zur Spitze eine Woche zuvor noch deutlich größer. Beide konnten mehr als eine Sekunde gut machen, auch dank der Einführung einer neuen Antriebseinheit. (Palmer und Magnussen im Direktvergleich)

Größere Veränderungen am Auto wird es bis zum Saisonauftakt laut Technikchef Bell nicht mehr geben: "Das Auto hier ist mehr oder weniger das, das auch in Melbourne fahren wird. Es wird dort nur einige neue Teile geben."

Saisonauftakt 2016: Renault peilt die Top 10 an

Der R.S.16 habe eine gute Balance und Fahrbarkeit: "Wir mussten nicht sehr viel Zeit aufwenden, um uns mit Balance und Setup zu beschäftigen", sagt Bell. Auf dieser Basis will Renault aufbauen, hat dabei aber auch immer die Ressourcen im Blick, "denn wir haben ein Budget, das Motor und Chassis umfasst. Wir müssen es dort investieren, wo es sich für uns am meisten lohnt", erklärt er.

Das Selbstvertrauen für erste Rennen in Melbourne ist jedenfalls groß. Nicht nur Renault-Pilot Magnussen hält WM-Punkte dort schon für möglich, auch Teamchef Vasseur ist zuversichtlich: "Für den Anfang können wir die Plätze sieben, acht, zehn erreichen. Das ist okay. Aber natürlich willst du als Rennfahrer immer noch mehr", sagt er.

Auf lange Sicht will Renault zu den großen Namen aufschließen: "Wenn du auf die anderen schaust, siehst du, dass Mercedes fünf Jahre gebraucht hat, um zu gewinnen. Red Bull ungefähr genauso lang. Daran orientieren wir uns."

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