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Jetzt lehrt Vettel auch BMW das Fürchten!

Die "Jungbullen" von Toro Rosso sagen BMW im Kampf um den Status als dritte Kraft den Kampf an - Robert Kubica: "Das ist nicht nur Glück"

(Motorsport-Total.com) - Toro Rosso hat in den letzten zwei Rennen nicht weniger als neun WM-Punkte geholt und war damit insgesamt die Nummer vier der Formel 1. Heute in Monza greift die Truppe von Gerhard Berger und Franz Tost sogar erstmals nach BMW, denn Sebastian Vettel auf der Pole-Position und Sébastien Bourdais auf Startplatz vier haben alle Chancen, wieder gut zu punkten.

Sebastian Vettel vor Nick Heidfeld © xpb.cc
Sebastian Vettel vor einem BMW: Das könnten wir bald häufiger sehen...

Derzeit kämpfen die "Jungbullen" gegen das A-Team Red Bull Racing und Williams um Platz sechs in der Konstrukteurs-WM. Würde man nur die Rennen seit Einführung des neuen Boliden in Monte Carlo rechnen, dann wäre Toro Rosso jetzt schon Sechster. Doch die Performance in Valencia und Spa-Francorchamps sowie natürlich vor allem gestern im Qualifying war so stark, dass langsam sogar BMW zu zittern beginnt.#w1#

Tendenz pro Toro Rosso

"Vielleicht sind sie noch nicht vor uns, aber sehr nahe dran." Robert Kubica

"Die letzten paar Rennen waren wir eng beieinander", analysierte der Zehnte des Qualifyings, Nick Heidfeld, und sein Teamkollege Robert Kubica fügte an: "Vielleicht sind sie noch nicht vor uns, aber sehr nahe dran. Vettel hat in Valencia in Q3 einen Fehler gemacht, sonst wäre er mir auf die Pelle gerückt. In Spa hatte ich im Rennen immer einen Toro Rosso vor und einen hinter mir. Hier sind sie wieder sehr stark, auch beim Testen schon. Die sind also wirklich gut unterwegs."

Freilich kam das gestrige Resultat in erster Linie durch die nassen Bedingungen zustande, die die Favoriten sterben und Ausnahmetalente wie Vettel aufblühen ließen. Dennoch: "Auch wenn die Toro Rossos in letzter Zeit stark waren, speziell im Regen, hätte ich nicht gedacht, dass es für die Pole reicht. Ich dachte schon, dass sie weit nach vorne fahren können, aber die Pole-Position ist natürlich sensationell", staunte Heidfeld nicht schlecht.

Der 31-Jährige zog auch den Hut vor seinem um zehn Jahre jüngeren Landsmann Vettel, der im Vorjahr anfangs noch für das BMW Sauber F1 Team getestet hat. Seither hat sich Vettel aber fahrerisch enorm weiterentwickelt: "Ich denke schon, dass er sich in dieser Saison gesteigert hat. Er kommt auch gut mit dem Auto klar, seit sie das neue Auto haben. Pole zu fahren im Toro Rosso und noch dazu in dem Alter, das ist stark", lobte "Quick Nick".

Komplimente an Toro Rosso

"Für die ist es bestimmt ein schönes Gefühl, das Auto auf Pole zu sehen." Robert Kubica

Kubica, der an diesem Wochenende mit einem neuen Helm im Italo-Design unterwegs ist, freute sich sogar mit der ehemaligen Minardi-Truppe: "Ich möchte Toro Rosso gratulieren, denn sie machen in letzter Zeit wirklich einen großartigen Job. Ich kenne auch viele Mitarbeiter dort. Für die ist es bestimmt ein schönes Gefühl, das Auto auf Pole zu sehen. Sie haben einen guten Job gemacht. Gut für sie", so der Pole.

Und er betonte, dass man sich von Toro Rosso durchaus eine Scheibe abschneiden könnte: "Das zeigt, dass man viel erreichen kann, wenn alle im Team am selben Strang ziehen. Am Saisonbeginn oder auch zu Saisonmitte hätte noch niemand damit gerechnet, dass Toro Rosso so weit nach vorne kommen könnte. Das ist nicht nur Glück, sondern seit drei Rennen mischen sie richtig an der Spitze mit", sagte Kubica anerkennend.

BMW ist noch das konstantere Team

Heidfeld sieht das BMW Sauber F1 Team indes "über die ganze Saison gesehen schon noch als dritte Kraft", aber: "Es gibt ein paar Rennen, wo es bei anderen besser läuft und bei uns schlechter. Das ist dieses Jahr alles ein bisschen streckenabhängig, aber dass Toro Rosso sehr stark ist und auch stärker als Red Bull, das ist offensichtlich." Punktemäßig freilich muss das BMW Sauber F1 Team bei 90 Zählern Vorsprung keine Angst vor Vettel und Co. haben.


Fotos: BMW Sauber F1 Team, Großer Preis von Italien


Allerdings ist auffällig, dass Heidfeld und Kubica nicht mehr ganz so wie am Saisonbeginn dazu in der Lage sind, Ferrari und McLaren-Mercedes abwechselnd herauszufordern. Woran das liegt, das weiß im Moment niemand so genau: "Am Anfang des Jahres hat uns tendenziell Topspeed gefehlt, aber da sind wir bei den letzten Rennen immer ganz gut dabei gewesen. Ansonsten kann ich es nicht einkreisen", analysierte Heidfeld.

"Der Abstand zur Spitze", meinte er weiter, "ist nicht dramatisch größer geworden, sondern die Autos hinter uns haben aufgeholt. Ganz offensichtlich haben wir es nicht geschafft, das Auto so gut und schnell weiterzuentwickeln, wie wir das wollten, aber das ist natürlich auch nicht einfach, wenn man gegen Ferrari und McLaren kämpft. Daraus müssen wir lernen, damit wir das für die Zukunft besser hinkriegen."