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James Allison erklärt: Die Gründe für seinen Rücktritt bei Mercedes

James Allison erklärt, wieso er sein Amt als Technikchef abgeben wird - Die Entscheidung sei schon 2019 in seinem Kopf gewesen

(Motorsport-Total.com) - Die Nachricht kam vor zwei Wochen überraschend: Technikchef James Allison wird Anfang Juli seinen Posten räumen und stattdessen bei Mercedes die neue Rolle des Chief Technical Officers (CTO) übernehmen. Damit zieht sich der 53-Jährige etwas zurück und ist dann nicht mehr in das alltägliche Geschäft des Rennstalls involviert.

James Allison

James Allison ist noch rund zwei Monate Technikchef bei Mercedes Zoom

Dass es so kommen würde, wusste Allison schon lange: "Die Entscheidung reifte schon 2019 ziemlich klar in meinem Kopf", sagt er. "Es ging nur darum, dass Timing so zu organisieren, dass das Unternehmen dabei an Stärke gewinnen kann, wenn ich an einen sehr, sehr starken Motor wie Mike Elliott übergebe."

"Schon lange Zeit war das in meinem Kopf, aber es braucht halt eine Weile, um die Blöcke zu bauen, um daraus eine Realität zu machen", so Allison.

Als Anlass nahm er dann den Zeitpunkt einer Vertragsverlängerung, weil man dabei Entscheidungen für seine Zukunft trifft. Der Engländer wollte sicherstellen, dass er den richtigen Zeitpunkt für den Absprung nicht verpasst: "Das sollte geschehen, wenn ich noch nützlich bin, anstatt dass ich zu einer alten Peinlichkeit werde", sagt er. "Das ging mir die ganze Zeit im Kopf herum."

Ursprünglich an Zeit auf dem Sofa gedacht

Ursprünglich dachte der Technikchef dabei daran, dass er das Team nach seinem Rücktritt vom heimischen Sofa aus anfeuern würde. "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es einen Platz in diesem Team geben würde, nachdem ich diesen brillanten Job aufgegeben habe", sagt Allison. "Aber Toto [Wolff] sah das ein wenig anders."


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Mercedes suchte eine Stelle, in der Allison noch etwas für das Team beitragen könnte, gleichzeitig aber die Verantwortung des neuen Technikchefs nicht untergraben würde. "Es musste eine Rolle sein, in der ich mich auf längerfristige Sachen konzentrieren kann und auf Herausforderungen schaue, die dem gesamten Unternehmen bevorstehen könnten", sagt er.

Herauskam die Stelle des Chief Technical Officers. "Es ist wirklich das, wie es beschrieben wurde. Es ist keine operative Rolle, die für den Technikchef gedacht ist."

Keine Sorgen wegen Übergabe an Elliott

Bis dahin arbeitet Allison daran, seinen Nachfolger Mike Elliott auf dessen neue Herausforderung vorzubereiten. Ab dem 1. Juli wird er die Nachfolge von Allison antreten und steht dabei vor der schwierigen Aufgabe, sowohl das aktuelle Jahr zu managen und gleichzeitig auch das neue Reglement im Blick zu haben.

Die Entscheidung mag in einem so immens wichtigen Jahr wie 2021 seltsam anmuten, doch Allison macht sich keine Sorgen: "Mike hat mir schon viele, viele Monate in Aspekten der Rolle als Technikchef assistiert", sagt er.

Mike Elliott

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"Was ich bei meinem ersten Tag im Team schon bemerkt habe, ist die Anzahl der Leute von außerordentlicher Qualität, die schon viele Jahre lang zusammengearbeitet haben. Sie haben das Herz unserer Performance-Entwicklung geformt. Jeder bringt eine Menge mit, aber zusammen erschaffen sie absolute Magie."

"Diese Leute sind im Grunde immer noch da und machen die gleichen Dinge wie zuvor - und Mike ist einer davon", so Allison. "Mike arbeitet sehr gut mit der Gruppe, von daher ist es überhaupt nicht seltsam. Ich freue mich zu sehen, wie Mike seine Flügel ausbreiten kann."

Was Allison am Job vermissen wird

Seinen Job wird Allison definitiv vermissen, denn für ihn war es eine Arbeit, von der man nicht mehr erwarten kann. "Und das mit diesem Team zu machen, einem Team mit einer extrem warmherzigen und spaßigen Kultur, war eine besondere Freude", betont er.

"Ich werde alles vermissen: vom frühen Aufstehen bis zum Heimkommen spät in der Nacht, von den Kämpfen, den Sorgen, den Zweifeln und den Erfolgen, die wir glücklicherweise haben durften. Alles davon werde ich vermissen."

Trotzdem sei es der richtige Schritt, "auch wenn ein großer Teil von mir schreit: 'Was zur Hölle machst du da?'", lacht Allison. "Es ist definitiv das Richtige für mich und das Richtige für das Team. Und das zweite davon ist wichtiger."

"Ich werde daran zurückdenken, wie viel Glück ich hatte, dass ich zu dieser Zeit in diese Gruppe von Leuten gekommen bin und ein Teil des wohl erfolgreichsten und fantastischsten Formel-1-Teams aller Zeiten sein durfte."

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