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Immer wieder Defekte: Toro Rosso rätselt über Pannenserie

Mexiko ist bislang kein ideales Pflaster für Pierre Gasly und Brendon Hartley, denn Toro Rosso verliert beim drittletzten Formel-1-Rennen 2017 reihenweise Motoren

(Motorsport-Total.com) - Schon beim Trainingsauftakt am Freitag hatte die Renault-Technik im Heck der Toro-Rosso-Fahrzeuge verrückt gespielt. Am Samstag fand die Pannenserie ihre Fortsetzung. Sie mündete darin, dass Pierre Gasly im Qualifying gar nicht antreten konnte und dass Brendon Hartley das Zeittraining vorzeitig beenden musste. Wieder hatte der Defektteufel zugeschlagen, wieder waren die Turbolader betroffen. Entsprechend angespannt ist die Situation beim italienischen Rennstall, der an diesem Wochenende schon mehrere komplette Motorwechsel vorgenommen hat.

Brendon Hartley

Die Fahrzeuge von Toro Rosso wurden in Mexiko bisher sehr oft abgeschleppt Zoom

"Wir hatten gedacht, der Freitag war schwierig, aber am Samstag ereilten uns neue Probleme mit dem Antriebsstrang. Es war ein nervenzehrender Tag", meint Toro-Rosso-Chefrenningenieur Jonathan Eddolls. "Wir müssen jetzt verstehen lernen, weshalb in unseren Autos so viele Motoren den Geist aufgeben." Und sollte das Team keine Antwort auf diese Frage finden, steht Gasly und Hartley eine Fahrt ins Ungewisse bevor. "Der Renntag", sagt Eddolls, "wird für uns wohl eher schwierig. Doch wir schauen nach vorn, bleiben positiv gestimmt und wollen versuchen, Kapital aus sich bietenden Möglichkeiten zu schlagen."

Vor allem Gasly hofft auf eine Trendwende. Der junge Franzose kommt insgesamt auf gerade einmal zwölf Runden in Mexiko-Stadt, nachdem er sowohl im ersten Training als auch im Qualifying komplett außen vor war. Er nimmt es mit Humor: "Ich habe an diesem Wochenende bisher zu viel Zeit am Kommandostand verbracht. Aber da kannst du nichts machen."

Gasly geht mit Nachholbedarf ins Rennen

"Wir haben inzwischen zweimal den Motor gewechselt, doch leider hat es zeitlich nicht gereicht, um das Qualifying zu bestreiten. Die Strecke ist neu für mich und ich hätte gern gesehen, wie sie sich auf Ultrasoft-Reifen fahren lässt. Es ist einfach ein sehr seltsames Wochenende - und schwierig. Denn eigentlich will ich nur fahren, um mich an das Auto zu gewöhnen, mich besser einzufinden. Wir sind also sicher nicht gut vorbereitet. Und ich werde am Sonntag erstmals wirklich ans Limit gehen."

Sein Vertrauen in die Toro-Rosso-Mannschaft sei allerdings nicht erschüttert worden. "Es kommt alles zusammen, aber die Jungs geben ihr Bestes", sagt Gasly. "Es ist einfach unglücklich für alle Beteiligten, besonders jedoch für mich, denn ich bräuchte jede Runde zur Eingewöhnung. Ich habe keinen Probestart absolviert und nicht einmal im Renntempo die Boxengasse angesteuert. Ich hätte auch erst heute aus Japan anreisen und morgen ins Rennen gehen können. So ein Rennwochenende habe ich bisher noch nie erlebt."


Fotostrecke: FIA-Fast-Facts Mexiko-Stadt

Dabei hatte sich Gasly selbst noch am Freitagabend in Galgenhumor geübt: "Ich sagte meiner Crew, sie solle sich keine Sorgen machen. Nach dem Trainingsauftakt könne es nur besser werden. Nun ja, es ist leider ziemlich blöde gelaufen für das gesamte Team. Jetzt hoffen wir darauf, dass wir wenigstens im Rennen einige Runden hinkriegen."

Mehr als zwölf Runden wären schon ein Fortschritt

Die Voraussetzung dafür ist geschaffen: Die Rennleitung hat Gasly aufgrund seiner Trainingsleistung eine Startfreigabe erteilt. "Das Auto scheint auch gut auszusehen. Ich kann mich zur Vorbereitung auch nur auf die Daten meines Teamkollegen verlassen. Und im Rennen werde ich alles probieren, sogar vorher schon, bei den Installationsrunden vor der Startaufstellung. Auch da kannst du noch etwas lernen. Aber ich will gar nicht zu viel versprechen, denn wer weiß schon, was nicht noch alles passiert?"

Renault habe sich inzwischen zwar für die Defekte entschuldigt, doch warum die Fehler bei Toro Rosso auftraten, wüssten selbst die Experten noch nicht, meint Gasly. Er werde aber immerhin mit einem rundum erneuerten Antriebsstrang ins Rennen gehen - und hoffe, sein Auto halte dann länger als nur zwölf Runden.

Gaslys Teamkollege Hartley, der in Mexiko sein zweites Formel-1-Rennen fahren wird, kam da schon auf ein größeres Trainingspensum, doch auch sein Fahrzeug wurde im Qualifying von einem Defekt lahmgelegt. Das sei "ein bisschen ärgerlich" gewesen, sagt der Neuseeländer. "Ich hatte es in Q1 nicht hundertprozentig auf die Strecke gebracht, daher hatte ich mir für Q2 viel vorgenommen. Das Anbremsen für Kurve 1 hat noch gepasst, doch dann gab es einen großen Schlag. Das war's dann auch schon." Der Turbolader hatte lautstark seinen Dienst quittiert.

Hartley will noch in die Punkte

Hartley nimmt es auf die leichte Schulter: "Im Training hatte ich Platz elf belegt. Das hätte auch im Qualifying möglich sein können. Doch das werden wir nicht erfahren. Im Rennen werden wir aber wohl nicht so schnell sein wie in Austin. Mercedes scheint doch einen gewissen Vorteil zu haben. Ich hoffe trotzdem auf Punkte. Das ist das Ziel."


Fotos: Toro Rosso, Großer Preis von Mexiko


Ein ehrgeiziger Ansatz für den zweiten Grand Prix, zumal Hartley selbst einräumt, für ihn sei "noch ziemlich vieles neu" in der Formel 1. "Es geht hier so viel vor sich, dass du gar nicht überall auf dem Laufenden bleiben kannst. Ich konzentriere mich daher auf meine eigenen Aufgaben. Und mit meinen persönlichen Fortschritten seit Austin bin ich sehr zufrieden. Ich konnte mich hier schon auf ganz andere Sachen konzentrieren. In Austin hatten wir es mir noch recht einfach gemacht, weil ich so viel lernen musste. Ich sammle aber mehr und mehr Selbstvertrauen im Auto und bin schon recht zufrieden damit, wie ich mich dabei anstelle."

Zudem hofft Hartley auf einen Vorteil, weil er manche Fahrtechniken nicht erst erlernen muss. "Dank meiner Erfahrung von der Langstrecke weiß ich, wie ich das Auto schonen kann. Ich weiß, wie man Sprit spart. Vielleicht geht es am Sonntag auch um die Motorentemperatur. Wir werden sehen. Doch wir sollten klarkommen", meint der Toro-Rosso-Fahrer. "Das Team ist zuversichtlich."

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