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Horner: Red Bull so gut vorbereitet wie seit 2013 nicht mehr

Starke Vorsaison, viel Selbstbewusstsein: Red Bull sieht sich für diese Saison so gut gewappnet wie seit dem letzten Titel nicht mehr- Horner erklärt Upgrade-Planung

(Motorsport-Total.com) - Die beiden ersten Formel-1-Rennen dieser Saison werden auf der Heimstrecke von Red Bull in Spielberg ausgetragen. Dort konnte Max Verstappen in den beiden Vorjahren triumphieren. Doch nicht nur deshalb ist Teamchef Christian Horner zuversichtlich, nach der langen Corona-Pause voll durchstarten zu können.

Christian Horner

Christian Horner sieht sein Team auf einem neuen Höhepunkt der Leistungsfähigkeit Zoom

"Es wird ein aufregendes Jahr werden - es wird intensiv", prognostiziert der Brite gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Und ich habe das Gefühl, dass wir besser vorbereitet in die Saison gehen werden, wahrscheinlich waren wir seit 2013 nicht mehr so gut vorbereitet." Damals gewann Red Bull seinen bisher letzten Titel.

Anlass zu diesem Selbstbewusstsein gaben die Vorsaisontests, wo Verstappen im Februar in Barcelona die zweitschnellste Zeit hinter Mercedes-Konkurrent Valtteri Bottas fuhr. Wobei Red Bull noch nicht das volle Potenzial seines RB16 zu zeigen schien.

Zweites Jahr mit Honda: Beziehung hat sich gefestigt

Für Horner war es seit Einführung der Hybrid-Ära "die beste Vorsaison". Dabei spielt auch die Partnerschaft mit Motorenlieferant Honda eine Rolle: "Es ist unser zweites Jahr in der Beziehung mit Honda. Sie sind jetzt sehr stark in das Team integriert. Und wir sind aufgeregt - wir sind wirklich aufgeregt, Rennen zu fahren."

Red Bull war das einzige der drei führenden Formel-1-Teams, das sein aktuelles Auto vor dem Grand Prix von Österreich einsetzte, als man vergangene Woche in Silverstone einen Filmtag mit Alex Albon absolvierte und 100 Kilometer abspulte. Mercedes und Ferrari führten nur Tests mit ihren Fahrzeugen von 2018 durch.

Red Bull

In Silverstone bekam das Team einen Vorgeschmack auf die Corona-Maßnahmen Zoom

"Für das Team war es äußerst nützlich, einfach nur die neuen Verfahren mit der zusätzlichen Schutzkleidung und all dem zu üben", erklärt Horner rückblickend. "Es war einfach gut, sie einige der Basics noch einmal machen zu lassen - Boxenstopps und einige der Grundlagen, nur um den Rost etwas abzuschütteln."

Horner erklärt, warum Verstappen in Silverstone fehlte

Das ist offenbar gelungen, denn die Mannschaft schaffte sofort einen Trainings-Boxenstopp von unter zwei Sekunden, verrät Horner stolz. Auch für Albon, der in seine zweite Formel-1-Saison startet, sei es wichtig gewesen, vorab ein paar Kilometer zu sammeln.

Teamkollege Verstappen war in Silverstone nicht dabei - angesichts der Einreiseregeln eine bewusste Entscheidung: "Wir haben schon vor längerer Zeit beschlossen, Max nicht unter Quarantäne zu stellen. Er hätte ohnehin nur 50 Kilometer fahren können, was wahrscheinlich ein paar Runden in Österreich entspricht."

Alexander Albon

Alex Albon legte die erlaubten 100 km im diesjährigen Red Bull allein zurück Zoom

Angesprochen auf die bevorstehende Saison, deren Fortsetzung nach den ersten acht Grands Prix derzeit noch unklar ist, erwartet Horner, dass die Fahrzeug-Udpates, die die Teams eigentlich für die frühen Rennen eingeplant hatten, nun unterschiedlich umgesetzt werden.

Red Bull geht gleich beim Saisonauftakt in die Vollen

Red Bull zählt zu jenen Teams, die bereits zum verspäteten Saisonauftakt größere Updates einführen. Bei den Bullen handelt es sich um eine neue Ausbaustufe des Motors. Ferrari hingegen wird erst beim dritten Rennwochenende in Ungarn nachziehen. Grund ist hier ein Richtungswechsel in der Entwicklung des SF1000.

Ein wichtiger Gesichtspunkt für die Teams sind auch die Aktualisierungslimits für 2021. Mit der Verschiebung des neuen Reglements auf 2022 werden die aktuellen Designs für das kommende Jahr weitgehend übernommen, wobei zwei Änderungen im Rahmen eines von der FIA überwachten Tokensystems erlaubt sind.


Grand Prix von Österreich

"Natürlich haben wir eine einzigartige Situation, in der wir effektiv anderthalb Jahre Zeit haben, um aus diesen Autos auszusteigen", hält der Red-Bull-Teamchef fest. Auf die Pläne, den RB16 für Österreich flott zu machen, wirkte sich das aber erst mal nicht aus.

Echtes Kräfteverhältnis erst in Silverstone sichtbar

Horner verrät: "Der normale Entwicklungsprozess wurde fortgesetzt, weil offensichtlich ein großer Teil der Entwicklung nach den Tests in der Pipeline war - mit Updates, die normalerweise in Zandvoort eingeführt worden wären oder auch in Vietnam. Sie alle werden jetzt in das verpackt, was in Österreich am Auto erscheinen wird."

Denn gerade in einer so komprimierten Saison wie dieser sei es wichtig, schnell wieder auf Tempo zu kommen. Bis sich das echte Kräfteverhältnis herauskristallisiert, müssten aber erst ein paar Rennen vergehen, meint Horner. "Der Red Bull Ring ist knifflig - es ist eine einzigartige Art von Rennstrecke", analysiert er.

"Ich glaube nicht, dass man hier wirklich ein Muster erkennen kann - selbst Budapest ist eine einzigartige Rennstrecke." Dort gastiert die Formel 1 im Anschluss an das Spielberg-Doppel. "Also werden wir erst in Silverstone wirklich ein klares Bild bekommen."

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