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Honda lobt Arbeit der FOTA

Die neue Formula One Teams Association sorgt laut Honda-Geschäftsführer Nick Fry für eine neue Einigkeit in der Königsklasse

(Motorsport-Total.com) - Im Juli haben die Formel-1-Teams beschlossen, sich zur Formula One Teams Association (FOTA) zusammenzuschließen, um ihre Interessen besser vertreten zu können. 70-Prozent-Mehrheiten reichen für einen FOTA-Beschluss, nur für extrem kurzfristige Entscheidungen ist Einstimmigkeit notwendig. Dadurch ist die Blockadestrategie der Vergangenheit endlich Schnee von gestern.

Nick Fry

Nick Fry sieht die FOTA als wichtige Institution für die gesamte Formel 1

Generell hat man das Gefühl, dass mehr Harmonie herrscht als in den vergangenen Jahren, angefangen beim neuen Frieden zwischen Ferrari und McLaren-Mercedes. "Die FOTA", erklärte Honda-Geschäftsführer Nick Fry gegenüber 'Motorsport-Total.com', "arbeit sehr gut zusammen, wobei sie ja noch nicht allzu lange besteht. Ich habe in meiner ganzen Formel-1-Zeit noch nie eine solche Einigkeit erlebt. Wir wollen definitiv an einem Strang ziehen."#w1#

Harmonie hinter den Kulissen

"Wir leisten hinter den Kulissen gute Arbeit, wenn es darum geht, den Sport attraktiv zu gestalten." Nick Fry

"Es ist vielleicht manchmal schwierig, zwischen dem Wettbewerb auf der Strecke und den Meinungsverschiedenheiten bei einem Beschluss zu trennen. Wir haben das aber gut in den Griff bekommen und leisten hinter den Kulissen gute Arbeit, wenn es darum geht, den Sport attraktiv zu gestalten", so Fry. "Alle haben verstanden, dass wir mit anderen Sportarten konkurrieren und endlich gute Unterhaltung bieten müssen."

Entscheidend für den Erfolg der FOTA ist aber nicht nur deren interne Zusammenarbeit, sondern auch die Kommunikation mit dem Automobilweltverband FIA und Bernie Ecclestones Formula One Management (FOM). Diesbezüglich hat die Interessensgemeinschaft unter ihrem Vorsitzenden Luca di Montezemolo schon erste Fortschritte gemacht, auch wenn die härtesten Diskussionen erst noch bevorstehen.

"Man sucht noch den passenden Weg", gab Fry zum Thema Kommunikation zu Protokoll. "Die FOTA ist noch sehr jung und muss erst eine zuverlässige Beziehung zu FIA und FOM aufbauen. Das passiert zurzeit, wenn auch mit einigen Höhen und Tiefen. Ich bin allerdings sicher, dass es für alle Parteien in erster Linie darum geht, eine gesunde und erfolgreiche Formel 1 zu haben. Nur dann sind unsere Jobs sicher."

Heißes Thema: KERS

"Es ist klar, dass nicht jeder auf seinem Standpunkt beharren darf." Nick Fry

Das Thema, das die FOTA derzeit am meisten beschäftigt, ist KERS. BMW besteht wie geplant auf der Einführung schon im nächsten Jahr, während alle anderen angeblich eine Verschiebung auf 2010 wollen. Außerdem gibt es Verhandlungen über ein standardisiertes KERS für alle Teams, um Kosten einzusparen. Gegenargument: Ohne Wettbewerbssituation wird das Argument der Weiterentwicklung in einem Hochleistungsumfeld ad absurdum geführt.

"Das wird innerhalb der FOTA diskutiert, aber es ist klar, dass nicht jeder auf seinem Standpunkt beharren darf", sagte Fry zum Einheits-KERS. "BMW und Williams scheinen bei der Entwicklung einen guten Job gemacht zu haben. Wenn ein Standardsystem eingeführt werden sollte, wäre es mir natürlich am liebsten, wenn sie unser System nehmen würden, aber das geht allen so. Man muss da manchmal Kompromisse eingehen. Wir werden das alle gemeinsam entscheiden."