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Honda: Die Sparfüchse der Formel 1?

Bei Honda wird alles einem erhofften Aufschwung für 2009 untergeordnet: Reifen und Testkilometer für den Winter aufgespart

(Motorsport-Total.com) - Honda hat sich von der Formel 1 des Jahres 2008 planerisch viel früher verabschiedet als alle anderen. Nachdem klar wurde, dass man mit dem RA108 kaum um Rennsiege fahren würde, stellte man die Weichen schnell auf die Entwicklung für 2009 um. Honda erhofft sich so bei den grundlegenden Regeländerungen einen Erfahrungsvorsprung und als Konsequenz bessere Leistungen im kommenden Jahr. "Wir haben Testkilometer und Reifen für die Wintertests gespart", sagte Teamchef Ross Brawn gegenüber 'autosport.com'.

Ross Brawn (Teamchef)

Ross Brawn rechnet mit einem vollen Testprogramm für seine Mannschaft

Diese besonderen Sparmaßnahmen hätten sich durchaus auch auf die Honda-Leistungen dieses Jahres negativ ausgewirkt, gab der Brite zu. Jedoch rechne man damit, dass sich diese Strategie auf dem Weg ins kommende Jahr auszahlen werde. "Ich glaube, wir haben für die Wintertests mehr Reifen übrig als alle anderen Teams. Das haben wir ganz bewußt im Rahmen unserer Herangehensweise so gemacht."#w1#

Entsprechend üppig kann nun das Testprogramm für Honda nach Saisonschluss ausfallen. "Wir nehmen an allen drei Wintertests teil und arbeiten dann an KERS, an Reifen und an einigen Aerodynamikteilen für die kommende Saison", beschrieb das ehemalige Ferrari-Superhirn. "Wir haben im Winter ein volles Testprogramm mit unzähligen neuen Teilen." Fraglich ist nach wie vor, wer bei den Tests im Cockpit des Übergangsmodells sitzen wird.

Rubens Barrichello und Jenson Button würden sich zwar eine weitere Saison bei Honda wünschen, doch sind beide noch ohne Vertrag für 2009. Vermutlich wird man auf die Erfahrung des Edeltesters Alexander Wurz setzen. Der Österreicher durfte bereits die ersten öffentlichen Tests mit dem Honda-KERS fahren. Der neue RA109 soll bereits früh im Januar öffentlich präsentiert werden. Ein weiterer Hinweis darauf, dass Honda offenbar weiter ist als die Konkurrenz.

Doch der Neuwagen zu Beginn des Jahres wird nur verhältnismäßig wenig mit dem Einsatzfahrzeug beim Saisondebüt in Australien zu tun haben, kündigte Brawn an. "Wie wohl alle Teams, werden auch wir eine frühe Version und eine spätere Version haben." Dies habe nicht nur Gründe in der Entwicklung, sondern es liege auch an Geheimniskrämerei, gab der Teamchef offen zu. "Keiner will Anfang Januar unsere Geheimnisse preisgeben. Es wird also eine B-Version des Autos direkt vor dem Saisonstart geben."