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  • 01.12.2009 20:09

Hildebrand: "Sehr beeindruckt von diesem Auto"

J.R. Hildebrand im Interview über seinen ersten Formel-1-Testtag und was ihn an der Königsklasse des Motorsports am meisten beeindruckt

(Motorsport-Total.com) - In den USA wird John R. Hildebrand nur "Captain America" genannt, doch in der Formel 1 ist der 21-Jährige, der am gleichen Tag Geburtstag hat wie Michael Schumacher, noch kein Begriff. Am ersten von drei Young-Driver-Days in Jerez belegte er mit knapp eineinhalb Sekunden Rückstand auf die Bestzeit den zehnten Platz. Auf seinen "Teamkollegen" Paul di Resta fehlte ebenfalls mehr als eine Sekunde.

J.R. Hildebrand

J.R. Hildebrand wird genau wie Paul di Resta noch einmal zum Einsatz kommen Zoom

Erstmals in Erscheinung trat Hildebrand 2007, als er in der ChampCar-Atlantic-Meisterschaft als bester US-Rookie Gesamtsiebter wurde. 2008 feierte er seinen ersten Sieg in der Indy-Pro-Serie, die er als Gesamtfünfter beendete. 2009 schließlich gelang ihm mit dem Meistertitel der Durchbruch - und mit Platz vier beim A1GP-Sprintrennen in Brands Hatch sorgte er auch erstmals international für Schlagzeilen.#w1#

Kein Vergleich mit dem Oval

Frage: "J.R., du durftest heute erstmals ein Formel-1-Auto testen. Wie waren deine ersten Eindrücke vom VJM02?"
J.R. Hildebrand: "Ich bin sehr beeindruckt von diesem Auto. Es ist ganz anders als alles, woran ich gewöhnt bin, was den Speed aber auch die Fahreigenschaften und andere Dinge wie das Brems- oder Kurvenverhalten angeht. Als Ovalfahrer bin ich an hohe Geschwindigkeiten gewöhnt, insofern war das keine Überraschung, aber daran, wie viel Geschwindigkeit man in die Kurven mitnehmen kann, musste ich mich erst einmal gewöhnen. Ich habe das Gefühl, das ich langsam hinkam, das Beste aus dem Auto herauszuholen, speziell am Ende des Vormittags."

Frage: "Hat dir die Vorbereitung im Simulator geholfen?"
Hildebrand: "Ich war zweimal im Simulator und das half mir definitiv dabei, mich auf die Basics einzustellen und zumindest das Streckenlayout zu kennen. Ich bin noch nie auf dieser Strecke gefahren und hatte auch keine Erfahrung in so einem Auto, also brauchte es ein paar Runs, um mich an alles zu gewöhnen, aber als die Strecke mehr Grip aufbaute, kam ich langsam hin. So gesehen war ich so gut vorbereitet wie möglich. Wir werden nun die Daten studieren und schauen, wie ich mich weiter steigern kann."

Frage: "Worin bestand heute dein Programm?"
Hildebrand: "Anfangs war es ein bisschen hart. Die Strecke wurde am Vormittag immer besser, also waren wir basierend auf unserem Programm in Sachen relativer Pace gar nicht so schlecht dabei. Ich denke, wir hatten noch ein bisschen freie Zeit im Auto. Wir testeten verschiedene Reifenmischungen und ich hatte das Gefühl, dass noch ein bisschen was gegangen wäre. Meine beste Runde warf ich weg, indem ich ein bisschen zu viel von der Straße verwendete, und auf dem letzten Run waren die Reifen schon aus der Box heraus mit einem Bremsplatten versehrt. Das machte einen drastischen Unterschied für die Performance und ich konnte nicht mehr das Beste herausholen."

Frage: "Bist du insgesamt zufrieden damit, wie es gelaufen ist?"
Hildebrand: "Ich bin ein bisschen enttäuscht darüber, dass ich die letzten zwei Runs verloren habe, aber als mein Tag zu Ende war, war ich Fünfter, also kann ich mit meinem ersten Auftritt ganz zufrieden sein. Ich steigerte mich den Vormittag hindurch und ich stand manchmal sogar ganz vorne, daher freue ich mich schon auf die Arbeit der nächsten Tage."

Leichte Probleme mit dem Nacken

J.R. Hildebrand

US-Boy J.R. Hildebrand absolvierte heute in Jerez immerhin 49 Runden Zoom

Frage: "Und wie ist es dir körperlich gegangen? Viele neue Fahrer brauchen ein bisschen Zeit, bis sie damit zurechtkommen, vor allem mit der Nackenfitness..."
Hildebrand: "Ich habe schon ein bisschen Nackenschmerzen, aber keine gravierenden. Mein Nacken war ein bisschen säuerlich, aber ich glaube, dass das allen anderen auch so geht. Daran werde ich in Zukunft arbeiten, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir irgendetwas tun hätten können, um die Fitness zu verbessern. Ich fühle mich gut vorbereitet."

Frage: "Was ist nun dein Ziel für den Rest dieser Testwoche?"
Hildebrand: "Wir haben ein strukturiertes Testprogramm. Alle fahren verschiedene Programme, unterschiedliche Reifen, unterschiedliche Gewichte. Manche bereiten sich auf 2010 vor, daher ist es schwer zu sagen, wo wir im Vergleich zu den anderen Teams stehen. Ich konzentriere mich einfach auf uns selbst und kümmere mich nicht um die anderen. Ich werde den Ingenieuren auch so viel Feedback wie möglich geben, denn danach suchen sie langfristig gesehen. Gleichzeitig werde ich versuchen, das Beste aus dem Auto herauszuholen."

Frage: "Bist du an diesen Test anders herangegangen als bei den IndyCars oder in der Indy-Lights-Serie?"
Hildebrand: "Es ist in etwa der gleiche Prozess, aber alleine schon wegen der Natur des Autos reden wir natürlich von unterschiedlichen Dingen. Ich musste erst einmal lernen, was wichtige Aussagen für die Ingenieure sind und was das Team von mir wissen will. Das war aber ein ziemlich nahtloser Übergang."

Frage: "Was war für dich die größte Herausforderung?"
Hildebrand: "Die Kurvengeschwindigkeiten sind einfach phänomenal. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen, denn vor allem in schnellen Kurven kann man unheimlich viel Speed mit in die Kurven nehmen. In diesem Bereich kann ich mich vielleicht noch am meisten verbessern. Ich studierte den ganzen Tag hindurch die Daten und fand schon ein bisschen Zeit. Der Bereich, in dem ich mich bewege, ist nicht schlecht. Ich glaube, dass ich auf der Bremse und bei langsamen Geschwindigkeiten, in den technischen Sektoren der Strecke, Speed finden werde, vor allem wenn die Strecke besser wird. Ich freue mich schon darauf, wieder ins Auto zu steigen."

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