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Helmut Marko über Sebastian Vettel: "Spirale geht immer mehr abwärts"

Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko ist langjähriger Wegbegleiter von Sebastian Vettel, er analysiert die aktuelle Situation des Heppenheimers

(Motorsport-Total.com) - Ob in Spielberg, Silverstone, Monza oder zuletzt auf dem Nürburgring - Sebastian Vettel hat auf all diesen Strecken in der Formel-1-Saison 2020 keine gute Figur gemacht. Der Deutsche drehte sich mehrfach in den Rennen, ihm unterlaufen immer wieder Anfängerfehler. Das ist auch seinem langjährigen Wegbegleiter Helmut Marko aufgefallen.

Sebastian Vettel, Helmut Marko

Helmut Marko hofft, dass Vettel bei Aston Martin zu alter Stärke findet Zoom

Der Grazer hat im Interview mit Ralf Schumacher für 'Sky' analysiert, woran das Formtief des Heppenheimers liegt. Zwar sei Vettel als viermaliger Weltmeister erfahren, dennoch sei er noch nie zuvor in seiner Karriere in einer solch schwierigen Situation gewesen, weiß Marko.

"Jetzt geht die Spirale einfach immer mehr abwärts. Das sieht man an den vielen Fehlern, die er macht - und es sind viele Fehler. Teilweise auch Anfängerfehler. Das kommt sicher von der Psyche her", glaubt der Red-Bull-Motorsportkonsulent.

Vettel sei schließlich ein "sensibler" Mensch, der derzeit mit einer "großen Verunsicherung" lebe. "Man sieht, er macht ungewöhnlich viele Fehler, immer wieder. Das können wir auch nicht leugnen: Er ist im Schnitt so zwei, drei Zehntel von Leclerc entfernt."

Vettel ist aktuell nicht nur deutlich langsamer als sein jüngerer Teamkollege, er ist außerdem immer wieder in Zwischenfälle verstrickt. Marko ist der Ansicht, dass der 33-Jährige die überraschende Trennung von Ferrari zu Jahresende noch nicht verdaut hat.

"Ich glaube, diese Trennung hat ihm sehr zugesetzt. Das ist nicht der Sebastian, den wir aus unserer Zeit kennen." Unsicherheit, fehlendes Selbstvertrauen und kein freier Kopf führen zu durchwachsenen Leistungen. "Damit ist wieder gezeigt, wie wichtig ein freier Kopf [...] im Rennsport ist."


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Im Moment, hält Marko außerdem fest, klappt es "überhaupt" nicht. Er wünscht sich, dass Vettel im kommenden Jahr in seinem neuen Umfeld bei Aston Martin wieder zu alter Stärke zurückfindet. Allerdings trifft er dort auf Lance Stroll als Teamkollegen - immerhin der Sohn des Teambesitzers.

Das lässt den Red-Bull-Verantwortlichen zweifeln, ob Vettel auch tatsächlich gleichberechtigt behandelt werden wird. "Man muss eines bedenken: Stroll ist Teameigentümer, und dessen Sohn fährt auch im Team", betont er.

Von Strolls aktuellem Teamkollegen Sergio Perez sei zu hören, dass die neuen Updates nur dem Sohn des Teambesitzers zustehen und erst an das Auto des Mexikaners geschraubt werden, wenn all Bauteile in dreifacher Ausführung vorhanden seien.

"Ich hoffe, dass sie ihn da fair behandeln", wünscht er Vettel für die Zukunft. "Natürlich ist er wichtig für das Image von Aston Martin. Aber fürs Image von Lance Stroll ist es natürlich besser, er schlägt einen viermaligen Weltmeister."

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