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Heiße Phase im Titelduell: "Nächsten zwei Rennen interessant"

Wieso Mercedes nun mit einer härteren Gangart im Titelduell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg rechnet und Singapur und Sepang Schlüsselrennen sind

(Motorsport-Total.com) - Ganze 68 WM-Punkte hatte Lewis Hamilton seinem Mercedes-Rivalen Nico Rosberg bereits entrissen. Und selbst die Folgen seiner Motorenstrafe in Spa hielten sich mit Platz zwei in Grenzen. Doch nach einem mäßigen Trainingsauftakt in Monza ist Sieger Nico Rosberg plötzlich wieder voll da - weil er seine Startschwierigkeiten im Sommer beseitigte und so Hamilton im Rennen den Zahn zog.

Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Sebastian Vettel

So ändern sich die Zeiten: Rosberg jubelt plötzlich, Hamilton ist geknickt Zoom

Zwei WM-Punkte trennen den immer wieder als ewigen Zweiten abgestempelten Rosberg nur noch vom dreimaligen Weltmeister Hamilton, der die Technik in Monza als Spielverderber ausmachte. Dabei hatte er Rosberg in Spa noch gedroht: "In Monza geht die WM für mich erst richtig los." Und der Wiesbadener weiß besser als jeder andere: Wenn Hamilton einmal einen Lauf hat, dann ist er nur schwer zu schlagen.

Der angekündigte Beginn einer Erfolgsserie blieb trotz Machtdemonstrationen im Monza-Training aus. "Dieser Sieg bringt Nico sicher Oberwasser", ist Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff überzeugt. Der Österreicher, der gemeinsam mit Niki Lauda alle Hände voll zu tun hat, die beiden Rivalen im Griff zu haben, stellt sich bereits jetzt auf einen Schlagabtausch bis zum Saisonfinale am 27. November in Abu Dhabi ein.

Wolff und Lauda rechnen mit verschärfter Gangart

"Zwei Punkte Unterschied ist gar nichts. Die Meisterschaft bleibt noch lange offen. Ein bisschen mehr Management für uns beide und ein paar graue Haare, aber das gehört dazu", rechnet Wolff mit anstrengenden Wochen. Ob er mit weiteren Berührungen und eventuell sogar mit nötigen Disziplinarmaßnahmen rechnen? "Nein, aber es wird in den nächsten Rennen ein bisschen heißer hergehen."

"Es wird in den nächsten Rennen ein bisschen heißer hergehen." Toto Wolff

Das glaubt auch der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende Lauda. "Der Kampf ist jetzt wieder ganz eng, und Nico hat seine Chance voll gesehen, hat vor Lewis gewonnen, und damit dreht es sich dauernd zwischen den beiden Fahrern", rechnet er ebenfalls mit Spannung. "Die nächsten zwei Rennen werden interessant werden..."

Warum Singapur und Sepang Schlüsselrennen sind

Dabei handelt es sich um die Grands Prix in Singapur und Malaysia und damit um Strecken, wo Mercedes im Vorjahr nicht gerade brillierte. Beim Nachtrennen hatte man massive Reifenprobleme und war hinter Ferrari und Red Bull nur die dritte Kraft. Dieses Jahr reist vor allem die österreichische Truppe mit Sitz in Milton Keynes mit Siegeshoffnungen nach Singapur. Und in Sepang stahl im Vorjahr ebenfalls Ferrari den Silberpfeilen die Show.


Nach Monza-Rennen: Rosberg steckt fest

Der Mercedes-Pilot mit seiner Videobotschaft und Boss Toto Wolff auf der Rollbahn Weitere Formel-1-Videos

Wenn sich diese Tendenz fortsetzt, dann stehen tatsächlich Schlüsselrennen bevor, denn starke Konkurrenz-Teams könnte die WM entscheiden, wenn sie sich zwischen die beiden Silberpfeile schieben. Bislang war es meist Hamilton, dem es gelang, in solchen Situation den Schaden in Grenzen zu halten und doch noch einen Doppelerfolg einzufahren, während Rosberg diese Saison überhaupt nur einmal Zweiter wurde.

Rosberg glaubt nicht an Wellen und Momentum

Analysiert man den bisherigen Verlauf der WM, dann fällt auch auf, dass zunächst Rosberg eine Siegesserie für sich verbuchen konnte, dann aber Hamilton das Momentum auf seiner Seite hatte und ebenfalls auf der Erfolgswelle schwamm. Ist nach zwei Siegen in Serie nun wieder Rosberg dran?

"Nein, gar nicht", kramt Rosberg in der Psycho-Trickkiste. "Ich sehe da keine Wellen, sondern schaue nur von Rennen zu Rennen. Ich bin froh, in Monza gewonnen zu haben, und jetzt werde ich versuchen, in Singapur zu gewinnen." Nachsatz: "Mein Glaube daran, dass ich Rennen gewinnen kann, war nie höher."

Auch mit Punkterückständen und -vorsprüngen in der WM will sich der Hamilton-Herausforderer nicht befassen: "Wenn ich darüber nachgedacht hätte, dass sich ein Vorsprung von 49 Punkten in einen Rückstand von 19 Punkten verwandelt hatte, dann hätte ich auf meinen Schlaf verzichtet."