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Hamiltons Vize-Deja-vu: Kaputter Unterboden schuld an schlechter Pace?

Zum vierten Mal in Folge Zweiter in Melbourne zu werden, löst bei Lewis Hamilton trotz Doppelsieg keine Euphorie aus - Mercedes entdeckt kaputten Unterboden

(Motorsport-Total.com) - Es war ein Deja-vu, das sich Lewis Hamilton in der Form sicherlich nicht so gewünscht hätte. Zwar bleibt nach dem Mercedes-Doppelsieg die Erkenntnis, dass die Silberpfeile auch 2019 ein sehr starkes Auto gebaut haben (Formel-1-Paddock live: Der Sonntag in Melbourne), doch für den Briten persönlich war es mittlerweile die vierte Australien-Pole-Position in Folge, die er nicht in einen Sieg umwandeln konnte. 2016 spuckte ihm Nico Rosberg in die Suppe, danach zweimal Sebastian Vettel.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton wurde zum vierten Mal hintereinander nur Zweiter Zoom

Und jetzt Valtteri Bottas. Der Finne pflügte bereits vor der ersten Kurve an Hamilton vorbei und deklassierte den Weltmeister um mehr als 20 Sekunden. "Valtteri ist heute ein unglaubliches Rennen gefahren, von daher hat er es wirklich verdient", sagt Hamilton nach dem Rennen und betont die starke Leistung des Teams. "Für das Team ist das mehr, als wir erwarten konnten."

Mercedes kann mit der gezeigten Leistung auf jeden Fall zufrieden sein, ob es auch Hamilton ist, ist die andere Frage. Auf die Frage, ob es für ihn ein frustrierender Tag war, antwortet er: "Nein, es war ein gutes Wochenende für das Team, also muss ich für alle glücklich sein." Das interessante Wort dabei: "muss."

Schlechter Start und kalte Reifen

Denn natürlich ist Hamilton nicht ganz zufrieden. Dass er seine Führung bereits am Start an Bottas abgeben musste, wurmt ihn: "Es ist frustrierend, wenn man bis dahin ein gutes Wochenende hat", gibt er zu. Laut Motorsportchef Toto Wolff haben "leicht durchdrehende Räder" am Start für den Platzverlust gesorgt, laut Hamilton habe es aber kein Problem gegeben. "Ich muss einfach an meinen Starts arbeiten", so sein Kommentar.

Im Grunde war sein Rennen damit teamintern gelaufen. Bottas legte an der Spitze eine atemberaubende Pace hin, die Hamilton nur schwer mitgehen konnte. Gehindert wurde er anschließend von einer ungünstigen Taktik. Schon nach 15 Runden kam er an die Box, um sich frische Mediums abzuholen. Dadurch wurde der zweite Stint mit 43 Runden aber richtig lang.

Das sorgte für eine schlechtere Pace bei ihm. Laut Wolff habe Hamilton die Reifen zu stark gemanagt, weil er Sorge hatte, dass er sonst nicht ins Ziel kommen würde - und dadurch wurde der Reifen zu kalt und das Auto schlechter. "Und wie er dann zugelegt hat, war das Auto wieder da", so der Österreicher.

Wolff: Früher Boxenstopp kein Taktikfehler

Das klingt im ersten Moment nach einer Fehlentscheidung der Taktiker bei Mercedes, weil sie Hamilton zu früh an die Box geholt haben. Allerdings war eine Runde zuvor Sebastian Vettel an die Box gegangen, um sich frische Mediums zu holen. Und weil dieser keinen großen Rückstand auf Hamilton hatte, fürchtete Mercedes einen Undercut des Deutschen.


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"Nein, ich denke nicht, dass es ein Fehler war", erklärt Wolff. "Denn sonst hätten wir hinter Vettel rauskommen können. Wir wissen nicht, warum sie ihn so früh reingeholt haben, aber wir mussten den Undercut abwehren."

Vettel war im weiteren Rennverlauf keine Gefahr mehr, doch der Sieg war für Hamilton deutlich außer Reichweite. Am Ende kam sogar noch einmal Max Verstappen gefährlich nahe. "Die haben super Power und haben den Vettel aufgeschnupft", erkennt Wolff die Gefahr.

Rätselhafter Schaden am Unterboden

Zudem kämpfte Hamilton zu dem Zeitpunkt mit deutlich älteren Reifen und einem beschädigten Auto. Wie das Team mitteilt, habe man einen Schaden an Hamiltons Unterboden im Bereich vor dem linken Hinterreifen festgestellt - ein Teil soll dort gefehlt haben. Warum das der Fall war, gilt es allerdings noch zu untersuchen, denn eine Kollision oder ein Ausritt war nicht zu sehen.

Ein Angriff des Red-Bull-Piloten erfolgte jedoch nicht mehr, und so beendete Hamilton einen für ihn unspektakulären Tag auf Rang zwei - zum vierten Mal in Folge im Albert Park. "Nach dem Start war es gelaufen und es ging nur darum, das Auto in einem Stück nach Hause zu bringen und die Positionen zu behalten", sagt er. Den Rest möchte er mit seinen Ingenieuren besprechen.

Man merkt, dass ihm der zweite Platz eigentlich nicht genug ist: "Aber so läuft das Spiel manchmal. Wir müssen einfach hart arbeiten und es beim nächsten Mal wieder versuchen", sagt er. Wichtig dürfte für ihn zumindest die Erkenntnis sein, dass Mercedes sowohl im Qualifying als auch im Rennen die dominante Kraft war - keine schlechte Voraussetzung für die kommenden Rennen.

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