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  • 24.07.2016 · 19:34

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

Hamiltons Stinkefinger: Gutierrez moniert Respektlosigkeit

Der Mexikaner ärgert sich über das Handzeichen und glaubt, den blauen Flaggen gerecht geworden zu sein - Teamchef sieht Strafe als Reaktion auf den Mittelfinger

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton hat seit dem Ungarn-Grand-Prix am Sonntag einen Freund weniger im Paddock: Haas-Pilot Esteban Gutierrez zeigt sich verärgert, nachdem der Mercedes-Star ihm infolge eines vermeintlichen Ignorierens blauer Flaggen und eines zeitintensiven Überrundungsmanövers den Mittelfinger zeigte. "Das war nicht besonders respektvoll von ihm", ärgert sich der Mexikaner. "Er ist Weltmeister, sollte solche Dinge aber nicht tun, sondern respektvoll mit Kontrahenten umgehen."

Esteban Gutierrez

Esteban Gutierrez ist bedient: Er will Lewis Hamilton nicht behindert haben Zoom

Auf die Situation angesprochen bekräftigt Hamilton jedoch, dass Gutierrez ihn in der fraglichen Szene viel Zeit gekostet hätte. "Er ist in den halben Sektor nicht aus dem Weg gegangen, obwohl ich von der Ideallinie weg auf den Gummiabrieb gefahren bin. Er hat die Flaggen missachtet", so der Brite. In der Tat schrumpfte der Vorsprung auf Verfolger Nico Rosberg in Runde 52 von 1,7 Sekunden auf 0,6 Sekunden. Jedoch glaubt Gutierrez, dass das Teil des Formel-1-Geschäfts sei.

Er habe die Signale der Streckenposten gesehen: "Nicht missachtet", wehrt sich der Haas-Fahrer und macht auf den Geschwindigkeitsunterschied zwischen seinem Auto und den Silberpfeilen aufmerksam. "Da waren zwei Flugzeuge hinter mir, die rasend schnell anrauschten. Ich war auf mein Rennen konzentriert und habe versucht, die sicherste Stelle zu finden, um ihn vorbeizulassen." Gutierrez rät es Hamilton daher, sich zu zügeln, schließlich müsse er nicht ewig im langsameren Auto sitzen: "Vielleicht kämpfe ich eines Tages um den Titel und er muss das respektieren."


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Hamilton wiederum zeigt sich unzufrieden mit der Kooperationsbereitschaft, die die Nachzügler am Sonntag zeigten. "Manche Fahrer haben in den unsinnigsten Positionen das Gas gelupft. Wenn man da zu schnell gewesen wäre, hätte es gekracht", sagt er. Dass es auf dem Kurs in Budapest wenige Stellen gibt, wo die Fahrer ohne großen Zeitverlust die Tür aufmachen und auf Nummer sichergehen können, erwähnt er nicht. Für Gutierrez' Teamchef ist das jedoch ein Argument.

Günther Steiner wundert sich über Hamilton: "Keine Ahnung, warum er so genervt war. Jeder Rennfahrer ist gleich: Sie wollen vorbei. Aber Esteban kann sich nicht in Luft auflösen", hadert der Südtiroler und glaubt, dass die Reaktion der Rennleitung eher dem Mittelfinger Hamiltons als der Sache an sich geschuldet gewesen sei: "Ich denke, die Fünf-Sekunden-Strafe hat er wegen dem Handzeichen bekommen, nicht wegen des Aufhaltens", moniert Steiner.