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Hamilton knackt Ferrari im Spa-Qualifying

Pole-Position für einen überragenden Lewis Hamilton in Spa-Francorchamps vor Massa, Kovalainen und Räikkönen - Nick Heidfeld starker Fünfter

(Motorsport-Total.com) - Nach den Freien Trainings hatte man vermutet, dass Ferrari in Spa-Francorchamps zumindest im Trockenen die Nase vorne haben könnte, doch die Formel 1 hat heute Nachmittag wieder einmal bewiesen, dass sie unberechenbar ist. Die Pole-Position auf der 7,004 Kilometer langen "Ardennen-Achterbahn" sicherte sich nämlich Lewis Hamilton.

Felipe Massa, Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen

Jubel über die Pole-Position: Lewis Hamilton war heute eine Klasse für sich Zoom

Der McLaren-Mercedes-Pilot wuchs über sich hinaus und legte im Top-10-Finale eine überragende Runde hin, gegen die seine Konkurrenten machtlos waren. Auf jeden Fall bescherte er den belgischen Fans, die morgen zum Rennen kommen werden, eine denkbar spannende Ausgangsposition, denn neben Hamilton wird sein schärfster WM-Rivale Felipe Massa (Ferrari) aus der ersten Reihe starten. Besser geht's nicht!#w1#

Hamilton-Runde auf der letzten Rille

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton legte im Top-10-Finale zwei absolut brillante Runden hin Zoom

Massa hatte seine erste Runde im letzten Qualifying verpatzt und lag zwischenzeitlich nur an fünfter Stelle, doch mit dem letzten weichen Satz Bridgestones konnte er sich um eine Sekunde auf 1:47.678 Minuten steigern, womit er vorübergehend in Führung lag. Doch auch Hamilton konnte massiv zulegen, pulverisierte die Massa-Marke auf 1:47.338 Minuten und sicherte sich damit eine absolut verdiente Pole-Position.

Dass sich die Finalisten zwischen dem ersten und zweiten Run so massiv verbesserten, lag an der Strecke in Spa-Francorchamps, denn die ist wie erwähnt über sieben Kilometer lang. Dementsprechend viel Benzin wird auf eine Runde verbraucht - und dementsprechend schneller werden die Autos, je länger sie fahren. Wegen der Streckenlänge werden wohl auch die Rennstrategien der verschiedenen Teams nicht allzu weit auseinander liegen.

Abseits des Zweikampfs um die Pole-Position lieferte sich quasi die zweite silber-rote Garnitur ein heißes Duell um den dritten Startplatz. Am Ende gewann Heikki Kovalainen (McLaren-Mercedes) das finnische Prestigeduell gegen Kimi Räikkönen (Ferrari) um 0,177 Sekunden. Die beiden Topteams lagen heute also denkbar eng zusammen, was angesichts der starken Ferrari-Pace am Freitag und auch im Vorjahr zumindest eine kleine Überraschung ist.

Heidfeld: Erst Zitterpartie, dann Superzeit

Nick Heidfeld

Es geht doch: Nick Heidfeld war heute klar schneller als sein Teamkollege Zoom

Aus deutscher Sicht war Nick Heidfeld diesmal die positive Erscheinung des Qualifyings, denn der BMW Sauber F1 Team Pilot zitterte sich zwar wieder einmal als 14. durch die ersten 20 Minuten, konnte sich aber in der Entscheidung erheblich steigern und etablierte sich als bester Verfolger des Spitzenquartetts. Damit bestätigte "Quick Nick" nach einigen schwierigen Wochen den Aufwärtstrend von heute Morgen, als er Bestzeit erzielt hatte.

Heidfeld feierte im Stallduell gegen Robert Kubica (8./+ 1,425) einen psychologisch wichtigen Sieg um fast eine halbe Sekunde - und das zum goldrichtigen Zeitpunkt auf einer echten Fahrerstrecke, schließlich stehen einige wichtige Transferentscheidungen unmittelbar bevor. Auf den weiteren Plätzen in den Top 8 landeten Fernando Alonso (6./Renault/+ 1,166/6 Runden), Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 1,398/6 Runden) und Kubica.

Eine neuerlich starke Performance lieferte Toro-Rosso-Ferrari ab, allerdings stahl diesmal Sébastien Bourdais Sebastian Vettel die Show. Der Franzose erzielte in Q1 sensationell Bestzeit und freute sich darüber riesig ("Jungs, diese Zeitentabelle solltet ihr einrahmen!"), war aber auch im Top-10-Finale um mehr als eine Sekunde schneller als Vettel - P9 und P10. Vettel fuhr aus taktischen Gründen in den letzten zehn Minuten nur noch einen statt zwei Runs.

Toyota ohne Hitze auf verlorenem Posten

Sébastien Bourdais

Sébastien Bourdais ließ im ersten Qualifying mit Bestzeit aufhorchen Zoom

In Q2 hatte es zwei von vier aufgestiegenen Deutschen erwischt, nämlich Timo Glock (13./Toyota) und Nico Rosberg (15./Williams-Toyota). Toyota konnte nach einigen starken Vorstellungen bei den jüngsten Hitze-Grands-Prix in der Kälte der belgischen Ardennen nicht wie erhofft auftrumpfen - selbst Superqualifyer Jarno Trulli wurde nur Elfter -, während sich Toyota-Partnerteam Williams ohnehin von Anfang an nicht viel ausgerechnet hatte.

Bereits in Q1 waren sozusagen die üblichen Verdächtigen gescheitert, namentlich zwei Hondas, zwei Force-India-Ferraris und Kazuki Nakajima (19./Williams-Toyota). Die Performance von Adrian Sutil war aber tapfer, denn der Deutsche besiegte seinen Teamkollegen um gut zwei Zehntelsekunden und lag zwischenzeitlich sogar an der rettenden 14. Stelle, ehe er doch noch von einigen Konkurrenten überrumpelt wurde.

Für morgen Prognosen anzustellen, wäre angesichts der instabilen Wetterlage äußerst gewagt, doch sollte es trocken bleiben, dann erwartet uns wohl ein spannender Schlagabtausch zwischen McLaren-Mercedes und Ferrari und hoffentlich keine langweilige Prozession wie vor einem Jahr. Aus deutscher Sicht sind Heidfeld dank seiner guten Ausgangsposition und Vettel die großen Hoffnungsträger - und zwar auch bei Regen...


Fotos: Großer Preis von Belgien, Samstag


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