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Hamilton schwänzt Interview: Brundle hat vollstes Verständnis

Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle suchte Landsmann Lewis Hamilton nach dem Grand Prix von Großbritannien zunächst vergeblich: "Er musste zuerst runterkommen"

(Motorsport-Total.com) - Es sollte die perfekte Heimspiel-Party werden, aber am Ende blieb für Mercedes-Star Lewis Hamilton im Grand Prix von Großbritannien 2018 nur Rang drei. Der Brite hatte sich vor heimischer Kulisse am Samstag mit aller Macht - und allem Können - die Pole-Position hauchdünn vor Sebastian Vettel gesichert. Der Renntag begann schlecht: Crash mit Kimi Räikkönen. Anschließend unterlief den Silbernen zudem ein taktischer Fehler. Hamilton war sauer - und blieb dem obligatorischen Interview im Parc-Ferme fern.

Lewis Hamilton

Aussteigen und erst einmal abkühlen: Lewis Hamilton in Silverstone Zoom

"Das soll den Fans und mir gegenüber respektlos gewesen sein? Absoluter Blödsinn", meint Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle, der die Interviews direkt nach Rennende führte. "Wir verlangen immer alles von allen 20 Fahrern. So sehr wie in keiner anderen Sportart. Kameras beobachten das Geschehen aus allen Blickwinkeln, die Daten werden teils der gesamten Weltöffentlichkeit dargestellt. Jedes Wort, jede Aktion undd jeder Gesichtsausdruck wird interpretiert", meint der Ex-Teamkollege von Michael Schumacher auf 'Sky Sports'.

Er habe das Leben als Grand-Prix-Pilot selbst kennengelernt - und er wisse daher genau, wie sehr das Leben der Rennfahrer im Fokus der Öffentlichkeit stehe, sagt Brundle. "Nach dem Rennen wartete ich auf ihn. Kimi kam wutentbrannt um die Ecke und hätte mich fast umgerannt, weil er gerade noch eine Strafe bekommen hatte." Dass Lewis Hamilton nach dem enttäuschenden Verlauf seines Heimspiels nicht gerade gut gelaunt gewesen sei, habe nichts mit Respektlosigkeit oder schlechter Erziehung zu tun.


Fotostrecke: GP Großbritannien: Fahrernoten der Redaktion

"Natürlich war er genervt, weil das Rennen nicht gewonnen hatte und zudem der Rückstand in der WM angewachsen war", so Brundle. "Er wurde von einem Ferrari getroffen, sein Team holte ihn nicht hinter dem Safety-Car zum Boxenstopp. In dieser Gemengelage hat er wich halt entschieden, die Interviewzone zu verlassen, einen Moment mit Helm auf dem Kopf erst einmal abzukühlen." Die Reaktion sei nachvollziehbar und verständlich gewesen.

"Er war nicht gerade glücklich und brauchte etwas Zeit zum Nachdenken. Wir wissen von vielen verschiedenen Anlässen, wie wichtig ihm so etwas ist. Als es dann auf das Siegerpodest gin, war er wieder ganz ruhig und freundlich", meint Brundle. "Natürlich sind die Interviews Gold wert, wenn die Piloten noch voller Adrenalin sind. Wir sollten froh sein, dass die Fahrer das so oft mitmachen. Ich finde, man sollte dankbar sein, wenn die Piloten solch sehr persönliche Momente mit uns teilen."

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