powered by Motorsport.com
  • 12.09.2022 · 12:26

  • von Kevin Hermann

Hamilton mit P5 zufrieden: Italien-Rennen wie in alten Kart-Zeiten!

Das Rennen in Italien habe Lewis Hamilton aus der letzten Reihe mehr Freude gemacht, als vorne an der Spitze eine Führung zu verwalten: "1000-mal mehr Spaß"

(Motorsport-Total.com) - Laut Mercedes-Teamchef Toto Wolff sind die Plätze drei und fünf für George Russell und Lewis Hamilton beim Formel-1-Grand-Prix von Italien "das Maximum", doch wirklich zufrieden kann man mit den Ergebnissen nicht sein, obwohl der Abstand zu Ferrari in der Konstrukteurswertung nur 35 Punkte beträgt.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton während des Monza-Rennens Zoom

"Es war wahrscheinlich das Maximum, das wir herausholen konnten und es hat Spaß gemacht [Lewis bei seiner Aufholjagd zuzusehen]", so Wolff. "Am Anfang sah es so aus, als ob er ein wenig feststecken würde, aber als dann die Reifen funktionierten, war er sehr schnell."

"Ich denke, es ist noch alles offen [im Kampf gegen Ferrari], wir haben bei noch sechs ausstehenden Rennen 35 Punkte Rückstand. Wir müssen einfach jedes einzelne Wochenende unser Bestes geben und sehen, ob wir Zweiter werden."

Auf die Frage, ob ein zweiter Platz die Wogen der Saison ein wenig glätten würde, entgegnet der Mercedes-Teamchef: "Vielleicht ein bisschen, aber es gibt noch mehr Schläge. Wir landen 30 Sekunden hinter dem Führenden und das ist der entscheidende Abstand, den wir aufholen müssen."

Hamilton: Hatte "1000-mal mehr Spaß"

Hamilton zeigt sich zufrieden mit seiner Aufholjagd vom 19. auf dem fünften Platz und fühlte sich während des Rennens an seine Kart-Zeiten erinnert. "Ich habe den Kampf mit allen sehr genossen und mich langsam an die Autos herangearbeitet. Es war von Anfang an eine echte Herausforderung."

"Es macht 1000-mal mehr Spaß, mit anderen zu kämpfen. Als ich anfing, war mein erstes Go-Kart ein altes Kart, es war ganz verbogen und verbeult, und wir mussten immer von hinten starten mit alten Reifen. Und das habe ich immer gerne gemacht. Und heute zu starten, diese Kämpfe zu haben, macht viel mehr Spaß als als Erster zu starten und vorne wegzuziehen."

"Es ist eine andere Herausforderung. Aber ich bevorzuge die Kämpfe mit anderen. Wenn man gewinnt, ist das etwas ganz anderes, und man ist stolz auf alle. Aber ich liebe die Idee, vorwärts zu kommen. Heute hatte ich das Gefühl, dass ich eine Leiter hochgeklettert bin. Fortschritt ist eine gute Sache."

Hamilton mit Schaden am Auto nach Runde eins

Dabei hatte Hamilton nach der ersten Runde sogar ein leicht beschädigtes Auto, wie er nach dem Rennen bestätigt: "Ich habe niemanden berührt. Aber ich habe gesehen, wie ein paar Teile von den Autos der anderen meins getroffen haben. Und ich glaube, das hat den vorderen Flügel über dem Reifen beschädigt. Ich weiß gar nicht, wozu diese Dinger da sind, aber es hat geflattert."


Im Gegensatz zu den Fahrern vor ihn, ist der Brite in der letzten Safety-Car-Phase nicht zum Reifenwechsel an die Box gekommen, wie sich im Nachhinein auch als die richtige Entscheidung entpuppte, da das Rennen ohnehin nicht mehr gestartet wurde.

"Meine Reifen fühlten sich nicht schlecht an und ich hatte das Gefühl, dass ich die Temperatur in ihnen halten konnte", erklärt Hamilton die Entscheidung. "Und ich wollte den Platz nicht hergeben. Sie sagten, in meinem Boxenfenster stünden zwei Leute. Wenn ich also an die Box käme, würde ich hinter zwei Leuten herauskommen und das wollte ich nicht riskieren. Also bin ich einfach draußen geblieben."

Mercedes begrüßt Ende hinter dem Safety-Car

Dass der Grand Prix schlussendlich hinter dem Safety-Car zu Ende ging, ärgert zwar den Racer in Hamilton, doch er ist gleichzeitig froh, dass man die richtigen Lehren aus Abu Dhabi 2021 gezogen hat.

"Als Rennfahrer will man natürlich wieder fahren. Ich wollte den Ferrari vor mir herausfordern und sehen, ob ich eine weitere Position gut machen kann. Aber ich denke, im Nachhinein betrachtet war es wahrscheinlich ein gutes Ende. Ich bin einfach dankbar, dass ich so gut aus der letzten Startreihe zurückgekommen bin."

Teamchef Wolff fügt hinzu: "Man weiß, dass die Herangehensweise der Rennleitung in der Kritik stand, aber dieses Mal haben sie sich an die Regeln gehalten - vielleicht hätten sie es eine Runde früher machen oder George durchlassen können - aber sie haben sich an die Regeln gehalten und akzeptiert, dass das Rennen unter dem Safety-Car endet. So sollte es auch sein."