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Halo oder Aeroscreen: Der richtige Kompromiss ist gefragt

Die FIA setzt auf Halo und die IndyCar-Serie auf den Aeroscreen: Beide Seiten tauschen Informationen aus und suchen den besten Kompromiss

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 und die Formel 2 führt in dieser Saison den Halo-Kopfschutz ein. Auch die neue Generation des Formel-E-Autos wird diesen "Heiligenschein" tragen. Die IndyCar-Serie geht mit einer Schutzscheibe, dem sogenannten Aeroscreen, einen anderen Weg. Optisch finden viele die IndyCar-Lösung ansprechender, wobei in der Formel 1 betont wird, dass das Halo weiterentwickelt werden wird. Beide Vorrichtungen sollen den Kopf des Fahrers vor herumfliegenden Teilen schützen. Aber welche Lösung ist besser?

Halo

Der Halo-Cockpitschutz muss extremen Belastungen standhalten Zoom

Schon 2016 testete die Formel 1 eine Schutzscheibe, die auf Bestreben von Red Bull entwickelt wurde. Schließlich entschied sich die FIA für Halo. Während die Teams über den Winter damit beschäftigt sind, ihre Autos mit diesem Teil auszurüsten um vor allem die hohen Belastungen der Crashtests zu bestehen, wurde in den USA erstmals der Aeroscreen auf der Strecke getestet. Scott Dixon drehte auf dem Phoenix-Oval einige Runden damit. Noch ist offen, wann diese Scheibe vorgeschrieben sein wird.

Reger Austausch zwischen den Serien

Der Automobilweltverband FIA beobachtet genau, woran die IndyCar-Serie arbeitet. "Natürlich haben wir es gesehen", hält Laurent Mekies, der Sicherheitsbeauftragte der FIA, bei 'Racer.com' fest. "In Bezug auf die Sicherheit arbeiten wir mit allen Motorsportserien zusammen." Viermal im Jahr gibt es Treffen mit Verantwortlichen der US-Rennserien IndyCar und NASCAR, aber auch mit den Supercars in Australien. Alle relevanten Informationen werden ausgetauscht, um das gemeinsame Ziel, den Motorsport sicherer zu machen, zu verfolgen.

In Bezug auf den Kopfschutz tauschte sich die FIA mit der IndyCar-Serie aus. Forschungsergebnisse zum Halo und zum Schutzschild wurden in die USA weitergegeben. "Ich denke, heute ist klar, was die Vor- und Nachteile dieser Lösungen sind", so Mekies weiter. "Es ist sehr gut, dass sich IndyCar bemüht, eine Lösung zu entwickeln. Vielleicht kann das unsere Arbeit ergänzen. Wir treffen sie sehr bald, in einigen Wochen. Es ist eine kleine Gemeinschaft und wir kommunizieren regelmäßig."

Aeroscreen

Mit dem Aeroscreen geht die IndyCar-Serie einen anderen Weg als die Formel 1 Zoom

Dixon bewertete den Aeroscreen positiv, aber es müssen noch Details verbessert werden. Für die Augen war es ungewohnt, durch ein dickes Material zu blicken. Negativ bewertete der Neuseeländer die mangelnden Luftzirkulation im Auto. Dadurch könnte es für den Fahrer sehr heiß werden. Getestet werden muss der Aeroscreen auch noch auf einem Rund- und Stadtkurs, sowie mit mehreren Fahrzeugen auf der Strecke.

Fraglich ist auch die Verschmutzung über eine Renndistanz und ob man Abreißfolien wie in der Langstrecken-WM verwenden muss. Ebenfalls fraglich ist auch, ob Regen durch den Fahrtwind abperlen würde. Scheibenwischer gibt es keinen. Diese Probleme gibt es beim offenen Halo nicht. Das Halo kann theoretisch große Teile wie Reifen oder abgebrochene Flügelelemente vom Helm des Fahrers fernhalten. Der Aeroscreen kann auch kleinere Teile abwehren.

Es geht um den richtigen Kompromiss

IndyCar betont, dass man eine Lösung suchte, die weiterhin einem offenen Formelauto entspricht. "Wir wollten unseren zusätzlichen Frontschutz so gestalten, um das Aussehen eines offenen Cockpits zu behalten", sagt IndyCar-Technikdirektor Jeff Horton. "Das hat also einiges eliminiert. Vielleicht müssen wir wegen der Ovale mit kleineren Trümmerteilen rechnen, auch wenn sie ein bestimmtes Gewicht und Masse haben. Auf den Ovalen haben wir vermutlich etwas andere Anforderungen, wodurch wir uns Richtung Schutzscheibe orientiert haben."


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Auch Mekies spricht beim Cockpitschutz von einem Kompromiss: "Ein Schlüsselaspekt sind die Belastungen. Wovor versucht man sich zu schützen? Es gibt diesbezüglich keine Wahrheit. Niemand liegt falsch und niemand liegt richtig. Man entscheidet sich, wovor man sich schützen will. Und dann muss man akzeptieren, dass es nichts helfen wird, sollte mehr passieren. Unser Schild, das wir in Silverstone probiert hatten, bot etwas weniger Schutz. Es geht also darum, einen guten Kompromiss zu finden." Für die Formel 1 heißt dieser Kompromiss Halo, für die IndyCar-Serie Aeroscreen.

Dallara, der Chassisbauer von IndyCar, ist mit Haas auch in der Formel 1 involviert. Auch dadurch konnten Rückschlüsse gezogen werden. "Ja, es lief in beide Richtungen. Sie haben alles mit uns geteilt und wir haben voneinander gelernt", sagt Horton über die Zusammenarbeit mit der FIA. "Wir verstehen die Belastungen und die guten und schlechten Seiten von Halo. Und sie verstehen auch, was wir mit dem Schutzschild machen." Nach weiteren Verbesserungen und Probefahrten in diesem Jahr denkt IndyCar über eine Einführung 2019 nach.

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