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Häkkinen schwärmt von Räikkönens "großartiger" Saison 2016

Mika Häkkinen ist stolz auf Landsmann Kimi Räikkönen: Der Finne kann 2016 mit Sebastian Vettel mithalten - Der "Iceman" verrät: "Es kommt auf die Details an!"

(Motorsport-Total.com) - Kimi Räikkönen scheint 2016 wieder in Fahrt gekommen zu sein. Der bisher immer noch letzte Ferrari-Weltmeister kann mit Sebastian Vettel in der Saison 2016 mithalten und den Deutschen mehr und mehr unter Druck setzen. Der "Iceman" fühlt sich sichtlich wohl im Ferrari SF16-H. Das ist auch seinem Landsmann Mika Häkkinen aufgefallen. Der zweifache Weltmeister zeigt sich überrascht von der bisherigen Leistung des 37-jährigen Räikkönen.

Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen konnte seine Leistung im Vergleich zu 2015 deutlich steigern Zoom

"Ich bin positiv überrascht, wie Kimi im Vergleich zu Sebastian abschneidet. Jeder schaut nur auf die gesamte Saison und die Sieger, aber wer die Rennen selektiv betrachtet, sieht, dass sich Kimi gegen einen vierfachen Champion hervorragend schlägt", lobt Häkkinen den Ferrari-Fahrer bei 'Speedweek'. Nach seinem Comeback zu Ferrari musste sich Räikkönen, der im Vergleich mit Fernando Alonso 2014 blass aussah, Kritik gefallen lassen. Die Leistungen, die er nach seinem Rallye-Abenteuer bei Lotus abrufen konnte, sah man bei der Scuderia nur noch selten.

Schon die Vertragsverlängerung für diese Saison wurde kritisch beäugt, denn auch gegen Sebastian Vettel tat sich der Ex-Weltmeister im ersten Jahr der Kumpel-Partnerschaft schwer. Wirft man einen Blick in die Statistik so wird der Formanstieg von Räikkönen noch deutlicher: Während Vettel 2015 nach 19 Rennen bereits 278 Punkte auf dem Konto hatte, musste sich der Finne mit 150 begnügen. In diesem Jahr sind die Ferrari-Piloten sehr viel enger beisammen: Vettel hält bei derzeit 187 Punkten, Räikkönen bei 178. (Zum WM-Stand!)

Gute Arbeitsmoral: Fokus auf kleine Details

Wäre der Finne in Austin nicht ausgefallen, würde es noch knapper zugehen. Bei den Ausfällen steht es bis zum Rennen in Mexiko 4:3. Vettel konnte in Bahrain, Russland, Österreich und Malaysia nicht ins Ziel fahren. Bei Räikkönen kamen neben dem Boxenstopp-Problem in den USA noch der Ausfall in Australien und der Unfall in Monaco hinzu. Betrachtet man alle Ergebnisse der diesjährigen Saison, dann konnte Vettel öfter vor Räikkönen landen (12:7), doch auch hier hat sich das Verhältnis gebessert (2015: 14:4 - Doppelausfall in Mexiko nicht mitgezählt).


Fotostrecke: "Classic Kimi": Räikkönens Top 15 Momente

Räikkönen selbst erklärt sich seine gute Performance am Rande des Mexiko-Wochenendes wie folgt: "Wir hatten schon im Vorjahr ein gutes Auto. Es gab ein paar Veränderungen bei den Leuten, mit denen ich arbeite. Das war gut. Die Jungs arbeiten wirklich gut." Er verstehe sich sehr gut mit seinem Umfeld und man teile die gleiche Arbeitsmoral, bestätigt der "Iceman".

"Ich denke nicht, dass es einen einzigen Grund dafür gibt", hält er außerdem fest. "Wir versuchen einfach, viele kleine Details richtig hinzubekommen. Die sind genau so, wie sie sein sollten. Wenn man diese Einstellung hat, zahlt sich das aus. Wenn viele kleine Dinge stimmen, kann das große Auswirkungen auf die Rundenzeit haben", weiß der 250-fache Grand-Prix-Teilnehmer.

Häkkinen: "Es ist großartig, wie er derzeit fährt"

Es sei natürlich auch hilfreich, dass ihm der Ferrari gut liegt, trotzdem möchte Räikkönen nicht von einer guten Saison sprechen, denn Ferrari konnte die angepeilten Ziele (Mercedes ernsthaft gefährden, mindestens Platz zwei in der Team-Wertung und weitere Siege) bisher nicht umsetzen. "Wir wollen natürlich an der Spitze fahren und kämpfen. Wenn man das nicht erreicht, kann man nicht behaupten, dass es eine gute Saison war." Trotzdem blickt er mit einem positiven Gefühl in die Zukunft, denn die Chemie zwischen Ferrari und dem Ex-Champion dürfte wieder stimmen.


Fotostrecke: Karriere-Meilensteine: Kimi Räikkönen

Das sieht auch Häkkinen so: "Es ist großartig, wie er derzeit fährt. Also braucht er nicht aufhören." Räikkönen wird auch sein zehnjähriges Titeljubiläum im kommenden Jahr mit der Scuderia bestreiten, sein Vertrag wurde in diesem Sommer verlängert. Vielleicht wussten Sergio Marchionne und Teamchef Maurizio Arrivabene da schon, dass Räikkönen Vettel auch im Qualifyingduell die Stirn bieten können wird. Nach Mexiko steht es 10:9. (Kimi Räikkönen in unserer Datenbank!)

Auch bei den Podestplätzen muss sich der Ex-McLaren- und Ex-Lotus-Pilot nicht verstecken: Räikkönen durfte 2016 bereits viermal jubeln, Vettel sechsmal. Ein Sieg gelang beiden bisher nicht. Der Finne muss bereits seit Australien 2013 auf seinen 21. Triumph warten, sein letzter Ferrari-Sieg gelang ihm vor sieben Jahren (Belgien 2009).