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Haas-Team: Holt Günther Steiner einen erfahrenen Testpiloten als Referenz?

Haas-Chef Günther Steiner erklärt, warum es mit der offiziellen Fahrerbekanntgabe für 2022 so lang gedauert hat, und Nikita Masepin rechtfertigt sich für das Teamfoto

(Motorsport-Total.com) - Das Haas-Team hat am Donnerstag vor dem Grand Prix von Russland (Hier klicken: Freies Training im Formel-1-Liveticker!) erwartungsgemäß Mick Schumacher und Nikita Masepin als Fahrer für die Formel-1-Saison 2022 bestätigt. Aus gegebenem Anlass wurde im Paddock in Sotschi ein offizielles Foto geknipst - und das sorgte bei vielen Fans auf Social Media für Erheiterung.

Mick Schumacher, Nikita Masepin

Das Foto mit Nikita Masepin, das am Donnerstag für Erheiterung gesorgt hat Zoom

Denn die Stereotype vom "perfekten Schwiegersohn" Schumacher, der freundlich in die Kamera lächelt, und dem "Bad Boy" Masepin, der grimmig dreinschaut, werden von dem Foto fast klischeehaft bedient. Das hat aber nichts mit russischer Kultur zu tun, wie von einigen Fans zunächst vermutet wurde, sondern war wohl einfach eine unglückliche Momentaufnahme.

"Ich bin in Moskau geboren", grinst Masepin. "Das ist im Norden von Russland. Wenn du dann hierher in den Süden kommst, rechnest du mit warmem Wetter und Sonnenschein. Stattdessen kriegst du nur Regen. Da war ich schlecht gelaunt. Ich entschuldige mich dafür, dass ich auf diesem wichtigen Foto, das sich sicher einprägen wird, so dreingeschaut habe."

Eine große Überraschung war die Bekanntgabe nicht mehr. Masepin bestätigt, dass er vor 2021 ohnehin einen "mehrjährigen Vertrag" unterschrieben hatte, versehen mit Optionen, die gezogen werden mussten. "Aber ich wusste, dass ich bei diesem Team bleibe", sagt er. Und auch Teamchef Günther Steiner bestätigt: "Wir haben mit keinem anderen gesprochen."

Bekanntgabe in Sotschi nicht wegen Uralkali

Dass man die Bekanntgabe bewusst auf Sotschi gelegt habe, wegen dem russischen Hauptsponsor Uralkali, dem Konzern von Masepins Vater Dmitri, bestreitet Steiner aber: "Eigentlich war Monza unser Ziel, aber wir waren nicht rechtzeitig fertig. Also haben wir es hier gemacht. Es gibt keinen anderen Grund dafür."

Die Frage, warum es letztendlich so lang gedauert hat, beantwortet Steiner mit einem Augenzwinkern: "Ich wollte lieber noch zwei Monate die immer gleichen Fragen bekommen! Im Ernst: Natürlich bin ich glücklich, dass wir das jetzt erledigt haben. Es hat zu keinem Zeitpunkt Probleme gegeben. Aber es war halt noch nicht unterschrieben."


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"Mick", erklärt er, "hat eine langfristige Vereinbarung mit Ferrari. Die Details davon kenne ich nicht, ehrlich. Und da mussten sie ein paar Dinge klären. Das hat ein bisschen gedauert. Aber ich wusste immer, dass es in die richtige Richtung geht. Nur: Solange etwas nicht unterschrieben ist, können wir es nicht offiziell bekannt geben. Das war der Grund."

Steiner hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass 2021 für seine beiden Rookies ein Lehrjahr ist. 2022 erwartet er eine Steigerung. Nur: Ob diese gelingt, das ist ohne die Referenz eines erfahrenen Piloten, dessen Qualitäten man einschätzen kann, schwierig. "Das stimmt. Diese Referenz fehlt uns", räumt der Haas-Teamchef ein.

Eine Möglichkeit wäre, 2022 einen erfahrenen Testpiloten zu verpflichten, um besser einschätzen zu können, wie gut oder schlecht sich Schumacher und Masepin entwickeln. Aber: "Wenn wir einen Referenzfahrer holen, dann haben unsere Stammfahrer weniger Zeit im Auto. Aber ich denke schon, dass wir früher oder später irgendwas machen müssen."

Kommt 2022 ein Routinier als Testfahrer?

Steiner weiter: "Ich werde das intern mit den Ingenieuren diskutieren, was das Beste für das Team ist. Aber wir haben da noch keine Entscheidung getroffen. Es gibt viele Ideen, die im Raum stehen. Hoffentlich brauchen wir das gar nicht, denn es ist nicht gut, wenn du jemanden ins Auto setzen musst, nur um eine Referenz zu bekommen. Das kostet Fahrzeit."


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"Ich hoffe, dass unser neues Auto stabil genug sein wird, damit unsere Fahrer so viel wie möglich rausholen können. Je besser das Auto ist, desto leichter ist es für sie, sich zu entwickeln. Denn mit einem stabilen Auto bist du automatisch schneller, weil du damit leichter Vertrauen gewinnst", glaubt Steiner.

"Beide lernen noch viel dazu. Das habe ich immer gesagt. Sie würden das nie zugeben, aber wenn du in der Formel 1 anfängst, glaubst du, dass du eh schon alles weißt. Zehn Rennen später realisierst du dann, wie wenig Ahnung du hattest, als du angefangen hast. Dieser Prozess dauert halt bei jungen Fahrern. Meistens ein paar Jahre."

Aber: "Ich denke, sie sind jetzt halbwegs gut aufgestellt. Zumindest lernen sie alle Prozesse, die sie im Team brauchen. Ich habe immer gesagt, dass es unser Ziel ist, Fahrer zu haben, die länger als ein Jahr bleiben. Es dauert einfach, sich auf alles einzustellen. Besonders für einen Rookie. Aber ich glaube, für nächstes Jahr sind wir mit unseren Jungs gut aufgestellt", sagt Steiner.