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Haas reist mit Updates zum Barcelona-"Realitätscheck"

Beim Europaauftakt freut sich Haas-Teamchef Günther Steiner auf neue Teile und setzt auf den "Realitätscheck" dank Barcelona-Testdaten vor der Saison

(Motorsport-Total.com) - Der Europaauftakt der Formel 1 2016 dient den Teams auch als erste Bestandsaufnahme. Im Winter fanden in Barcelona umfangreiche Tests statt, sodass Vergleichsdaten mit den 2016er-Autos vorliegen. Ein Vorteil, den vor allem das neue Haas-Team zu schätzen weiß, wie Teamchef Günther Steiner erläutert: "Es ist ein Realitätscheck, wo wir stehen und was wir in den letzten vier Rennen erreicht haben. Letztlich müssen wir uns selbst vergleichen. Auf allen anderen Strecken haben wir überhaupt keine Daten vorliegen. Das wird so weitergehen, bis wir in einem Jahr zu den Stecken zurückkommen. Daher ist es sehr schön, nach Barcelona zurückzukommen."

Esteban Gutierrez

Nächster Halt Spanien: Auch Esteban Gutierrez bekommt neue Haas-Teile Zoom

Auch Haas-Fahrer Romain Grosjean freut sich über ein Zwischenzeugnis beim Europaauftakt: "Wir können sehen, ob wir in den letzten Rennen einen guten Job gemacht haben." Das Barometer von Barcelona ist allerdings verfälscht, schließlich fanden die Tests vor über zwei Monaten bei Winterwetter statt, was auch dem Haas-Teamchef Steiner bewusst ist: "Wir erwarten ein heißes Wochenende, was sich von den Tests unterscheidet. Die Strecke wird sicherlich anders sein."

In China und Russland kämpften die Piloten mit den Reifen, die nur schwer auf die nötige Betriebstemperatur kamen, wie der Südtiroler erklärt: "Jeder Reifen arbeitet in einem bestimmten Fenster. In Russland, einer Strecke mit wenig Grip und kalten Temperaturen, hatten wir schwer damit kämpfen, diese zum Arbeiten zu bringen. Dank des warmen Wetters in Spanien hoffen wir, dass dies kein Problem mehr sein wird. Aber wir können es nicht genau vorhersagen."

"Je härter die Mischung, desto weniger Grip hast du. Jede Mischung hat seine eigenen Eigenschaften, die man verstehen muss." Romain Grosjean zur neuen Reifenmischung "Hard"

Zum erstem Mal in dieser Saison bringt der Formel-1-Reifenlieferant Pirelli die härteste aller Gummimischungen an die Strecke, was den Teamverantwortlichen aber nicht beunruhigt: "Ich glaube nicht, dass es eine Herausforderung ist. Es ist immer nur die Frage, wie man sie einsetzt und wie diese reagieren. Wir werden sie im ersten und zweiten freien Training einsetzen, um zu schauen, ob sie bei uns funktionieren."

Der aktuell WM-Siebte Romain Grosjean sieht die neue Gummimischung gelassen entgegen: "Jede Reifenmischung wird den Autos auf unterschiedliche Weise gerecht. Je härter die Mischung, desto weniger Grip hast du. Jede Mischung hat seine eigenen Eigenschaften, die man verstehen muss, um die Reifen zum Arbeiten zu bringen." Das Team werde verstärkt auf die Medium- und Soft-Reifen setzen. Fahrerisch sei Sektor eins und zwei am schwierigsten, wie der Franzose verrät: "Die langen Kurven belasten den Motor sowie den Hals des Fahrers."

In der Weltmeisterschaft liegen die US-Newcomer auf Platz fünf in der Teamwertung und damit sogar vor renommierten Rennställen wie Toro Rosso. Damit das auch so bleibt, lässt Haas neue Teile nach Barcelona einfliegen. Nachdem in Russland bereits ein neuer Frontflügel im Einsatz war, soll in Spanien ein neuer Heckflügel folgen. Motorenlieferant Ferrari sorgt außerdem für den Ausbau des Antriebs. Für Haas-Teamchef Steiner erst der Anfang: "Wir werden neue Teile einführen, sobald wir das Gefühl haben, dass es uns nach vorne bringt. Alle paar Rennen trudeln bei uns neue Teile aus der Entwicklung ein, so wie es bei jedem anderen Team auch der Fall ist."