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Großer Rückstand: Warum Ferrari im Qualifying schwächelte

Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen hatten im Qualifying gegen Mercedes keine Chance: Warum Ferrari glaubt, dass der große Rückstand nicht repräsentativ ist

(Motorsport-Total.com) - Im ersten Qualifying der Saison in Melbourne (hier das Ergebnis) musste Ferrari gegen Mercedes eine Schlappe einstecken: Dem drittplatzierten Sebastian Vettel fehlten auf Pole-Setter Lewis Hamilton 0,838 Sekunden, bei Kimi Räikkönen waren es auf Rang vier sogar 1,196 Sekunden. Rückstand aufgeholt? Von wegen. "Wir sind mit dem Abstand nicht zufrieden und ein bisschen weiter weg, als wir uns gewünscht haben", gibt Vettel offen zu.

Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen

Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen blieben im Qualifying zahnlos Zoom

Für Verwirrung sorgte die Tatsache, dass weder Vettel noch Räikkönen in den Schlussminuten eine zweite Attacke auf Hamiltons Bestzeit machten, sondern einfach ausstiegen. "Wir hatten noch ein Ass im Ärmel, aber wir haben uns entschlossen, einen Reifensatz für morgen zu sparen", erklärt Teamchef Maurizio Arrivabene gegenüber 'Sky.de'.

Warum man am Ende in der Garage blieb

Dadurch hat Ferrari aber entgegen erster Annahmen im Vergleich mit Mercedes keinen zusätzlichen Satz Supersoft-Reifen für das Rennen zur Verfügung, da man in Q2 einen zweiten Versuch benötigte, um den Aufstieg ins Top-8-Finale sicherzustellen. "Wir wären in Q2 gerne mit einem Versuch durchgekommen, aber der war nicht stark genug", gibt Vettel zu. "Also mussten wir noch einmal rausfahren."

Am Ende hätten Vettel und Räikkönen natürlich in Q3 noch eine Schlussattacke machen können, doch dann hätte man einen weiteren Reifensatz angebraucht und wäre gegenüber Mercedes im Rennen im Nachteil gewesen - so ist die Ausgangslage auf dem Reifen-Sektor immerhin gleich.

Qualifying-Schwäche bei Ferrari?

Sebastian Vettel

Vettel war nach dem Qualifying klar, dass nicht mehr möglich gewesen wäre Zoom

Außerdem glaubt Vettel, dass er Hamilton und Rosberg ohnehin nicht abfangen hätte können. "Der dritte Platz war heute das Optimum", steht für den viermaligen Weltmeister außer Zweifel. "Wir entschieden uns gemeinsam, auf den letzten Versuch zu verzichten, weil ich nicht das Gefühl hatte, noch eine halbe Sekunde schneller fahren zu können. Am Ende nicht draußen zu sein und nicht zu attackieren, ist aber immer ein bisschen seltsam, wenn die Strecke eigentlich besser werden sollte."

Doch der Fokus galt heute klar dem Rennen: Vettel und Teamchef Maurizio Arrivabene, der "speziell mit Sebs Runde sehr zufrieden" ist, sind zuversichtlich, die Silberpfeile am Rennsonntag "unter Druck setzen zu können".

Und der Heppenheimer ergänzt: "Wir haben damit gerechnet, dass sie im Qualifying stärker sind als wir, was dann auch der Fall war." All das scheint auf die Charakteristik des SF16-H zurückzuführen zu sein, der diesbezüglich seinem Vorgänger durchaus ähnlich ist.

Zu kühl für die Scuderia

Auch 2015 war Ferrari im Rennen stärker als im Qualifying, auch damals brachte man die Pneus nicht immer sofort auf Temperatur. Räikkönen bestätigt dies: "Ich hatte Mühe, die Vorderreifen auf Temperatur zu bringen, und habe dadurch in den ersten Kurven ein bisschen Zeit verloren. Später wurde es dann etwas besser."

Der Finne ist außerdem der Meinung, dass Ferrari in Australien noch nicht sein Potenzial ausschöpfen kann, weil es derzeit in Melbourne mit nur 20 Grad Luft- und rund 30 Grad Asphalttemperatur überraschend kühl ist: "Ich würde in diesen Zeitunterschied nicht zu viel hineininterpretieren, denn etwas höhere Temperaturen würden uns besser liegen, um die Reifen auf Temperatur zu bringen."

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