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  • 24.07.2014 · 17:50

  • von Dieter Rencken, Mario Fritzsche & Sven Haidinger

Grosjean vergleicht seine (Ex-)Teamkollegen

Romain Grosjean bestreitet derzeit seine erste Saison mit einem Teamkollegen, der kein ehemaliger Weltmeister ist: Vergleich Alonso, Räikkönen, Maldonado

(Motorsport-Total.com) - Romain Grosjeans erklärtes Ziel ist es, Formel-1-Weltmeister zu werden. In diesem Punkt unterscheiden sich die Ambitionen des in Genf geborenen Franzosen nicht von denen anderer Piloten. Was Grosjean den meisten seiner Kollegen aber voraus hat, ist das Wissen, wie es sich anfühlt, einen Weltmeister zum Teamkollegen zu haben.

Romain Grosjean, Pastor Maldonado

Grosjean hat nach Alonso und Räikkönen nun Maldonado als Teamkollege Zoom

Grosjean machte diese Erfahrung im Verlauf seiner noch recht kurzen Formel-1-Karriere gleich zweimal. 2009, in seiner Rookie-Saison, fuhr der Franzose bei Renault an der Seite des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso. Grosjean bestritt nach dem Formel-1-Aus von Nelson Piquet jun. die letzten sieben Saisonrennen. Mit dem kaum konkurrenzfähigen Renault R29 blieb eine Top-10-Platzierung für ihn aber aus.

In den Jahren 2012 und 2013 hatte Grosjean bei Lotus Kimi Räikkönen, den Weltmeister des Jahres 2007, als Teamkollege. Nachdem er dem Finnen im ersten gemeinsamen Jahr nicht das Wasser reichen konnte, bewegte er sich gegen Ende der Zusammenarbeit regelmäßig auf ähnlichem Niveau, schnitt teilweise sogar besser ab als der "Iceman".

Viel Lob für Alonso

Wenn Grosjean nun seine Erfahrungen an der Seite Alonsos mit jenen an der Seite Räikkönens vergleicht, kommt er zum Schluss: "Ich finde, dass sie beide sehr stark sind. Als ich neben Fernando fuhr, war ich unerfahren und das Auto war nicht das beste. Er kommt mit dem, was er hat, immer zurecht. Er holt 100 Prozent aus seinem Auto heraus, auch wenn er dafür drei verschiedene Fahrstile pro Runde anwenden muss."

"Er holt 100 Prozent aus seinem Auto heraus, auch wenn er dafür drei verschiedene Fahrstile pro Runde anwenden muss." Romain Grosjean über Fernando Alonso

"Kimi war schnell, konstant, und in der Lage, sich ein gutes Wochenende aufzubauen. Sie waren unterschiedlich und ich war in unterschiedlichen Phasen meiner Karriere. Ehrlich gesagt, konnte ich zu Beginn des Jahres nicht sagen, wer von den beiden der Bessere sein würde. Für mich waren sie beide sehr stark", so Grosjean.

In der laufenden Saison hat der Franzose bei Lotus Pastor Maldonado als Teamkollegen und damit zum ersten Mal in seiner Karriere keinen ehemaligen Champion. In der Zusammenarbeit mit dem Venezolaner erkennt er wesentliche Unterschiede, verglichen mit den Jahren, als Räikkönen noch im Team fuhr.

Räikkönen als Teamkollege "sehr interessant"

Fernando Alonso, Kimi Räikkönen

Grosjeans Ex-Teamkollegen fahren inzwischen gemeinsam für Ferrari Zoom

"Pastor ist ein netter Kerl, er ist ebenfalls Vater. Wir können abseits der Strecke über andere Dinge sprechen, was mit Kimi nicht der Fall war, denn wir hatten diesbezüglich keine gemeinsame Basis", bemerkt Grosjean.

"Die Arbeitsbeziehung ist recht ähnlich, obwohl ich mit Pastor etwas mehr spreche, wenn wir an der Rennstrecke arbeiten. Es war aber sehr interessant, Kimi als Teamkollegen zu haben, denn er hat in diesem Auto sehr gute Leistungen gebracht", lobt der Lotus-Pilot die Leistungen Räikkönens, der am Steuer des E20 aus der Saison 2012 WM-Dritter wurde und sowohl mit diesem Auto als auch mit dem Nachfolgemodell E21 aus der Saison 2013 je einen Grand Prix gewann.