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Gridstrafe gegen Max Verstappen fix: Red Bull kritisiert FIA scharf!

Plus fünf für Max Verstappen, plus drei für Valtteri Bottas, keine Strafe für Carlos Sainz: So haben die FIA-Kommissare die Qualifying-Zwischenfälle bewertet!

(Motorsport-Total.com) - Rund eineinhalb Stunden vor dem Start zum Grand Prix von Katar 2021 gibt's endlich ein Urteil: Die FIA-Rennkommissare haben entschieden, dass Max Verstappen in der Startaufstellung wegen Missachtung gelber Flaggen um fünf Positionen nach hinten muss. Außerdem werden ihm zwei Strafpunkte aufgebrummt (insgesamt jetzt vier auf seinem Konto).

Max Verstappen

Max Verstappen im Qualifying zum Grand Prix von Katar in Doha 2021 Zoom

"Das ist ein empfindlicher Rückschlag für unsere WM-Ambitionen", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner in einer ersten Stellungnahme. "Jetzt ist er Siebter auf einer Strecke, auf der man nicht überholen kann." Er fordert "erwachsene Entscheidungen, die von Erwachsenen getroffen werden." Und: "Der Rennleiter sollte die Strecke besser im Griff haben."

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Verstappen war in Q3 am Samstag zunächst als Letzter auf die Strecke gegangen, unmittelbar hinter Carlos Sainz und Valtteri Bottas. Als er an Pierre Gaslys gestrandetem AlphaTauri bei Start und Ziel vorbeifuhr, zeigte der FOM-Timingscreen "Clear in Track Sector 20" an - also keine Gefahr. Gleichzeitig wurden links neben der Strecke aber zwei gelbe Flaggen geschwenkt. Ein Widerspruch.

Doppelgelb bedeutet laut Artikel 7.1 in den Eventnotes von Rennleiter Michael Masi: Geschwindigkeit "signifikant" reduzieren und notfalls anhalten können. Außerdem ist klar geregelt, dass eine Runde, in der ein Sektor unter Doppelgelb durchfahren wird, aus praktischen Gründen einfach gestrichen wird. Eine neue Regel, die seit Austin gilt.

Der Losail International Circuit ist für die Zeitnahme in insgesamt 20 Minisektoren unterteilt. In Sektor 18 und 19 fuhr Verstappen laut FOM-Timing eine violette Zeit, also absolute Bestzeit. In Sektor 20, also dort, wo Gaslys Auto stand, war sein Minisektor gelb. Das bedeutet, dass er dort in einer vorherigen Runde schon mal schneller war.


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Die Kommissare räumen in ihrer Urteilsbegründung ein, dass zwar Doppelgelb geschwenkt wurde, aber kein Lichtsignal zu sehen war und Verstappen auch sonst nicht gewarnt worden sei. Dem entgegen steht, dass Artikel 27.1 des Sportlichen Reglements besagt, dass ein Fahrer sein Auto allein und ohne Hilfe von außen steuern muss.

Außerdem steht in Anhang H des Internationalen Sportgesetzbuchs, dass Flaggen und Lichtsignale die gleiche Bedeutung haben. Ergo sei jedes Flaggensignal zu befolgen. Artikel 27.2 wiederum besagt, dass das Sportgesetzbuch zu jedem Zeitpunkt einzuhalten ist.

Das bedeutet konkret: Auch wenn nachgewiesen werden konnte, dass das elektronische System die Gelbwarnung 34 Sekunden, bevor Verstappen an die fragliche Stelle kam, abgeschaltet hat, hätte Verstappen das Doppelgelb-Flaggensignal sehen und berücksichtigen müssen.

Weil zwei gelbe Flaggen geschwenkt wurden, belegen die Kommissare Verstappen mit fünf Positionen. Doch es bleiben Fragen offen: Warum wurde bei Sainz und Bottas Gelb gezeigt, bei Verstappen aber Doppelgelb? Warum wurde über das elektronische System "Track clear" gemeldet? Darauf liefern die drei FIA-Urteile keine Antworten.

"Ich verstehe das nicht", schüttelt Horner den Kopf. "Der Rennleiter hat de facto gesagt: 'Macht weiter, es ist sicher, alles klar.' Max war am Beginn seiner Runde, im ersten Sektor, also hatte der Rennleiter genug Zeit, sich das anzuschauen. Dann hätten wir Max informiert. Aber die gelbe Flagge hat er nicht gesehen. Zumal da ein grünes Licht auf der rechten Seite war."

"Ich denke, es war einfach ein abtrünniger Sportwart, der eine Flagge rausgehalten hat und gar nicht von der FIA instruiert war. Die müssen die Sportwarte besser im Griff haben, ganz einfach", beschwert sich Horner. Dass Sainz dagegen straffrei davonkommt, sei ein Hohn: "Der hatte DRS offen und ist mit vollem Karacho gefahren, hat erst zehn Meter vor der Linie gebremst. Das soll okay sein?"

Bottas muss übrigens nur um drei Positionen nach hinten. Er hat in der Anhörung am Sonntagmorgen zugegeben, die gelbe Flagge nicht gesehen zu haben. "Keine Chance, die zu sehen", sagt er. Gaslys Auto habe er zwar gesehen, aber trotzdem nicht langsamer gemacht. Die plus drei Positionen knüpfen an diverse Präzedenzfälle an, die es in der Vergangenheit gegeben hat.

Bei Sainz lautet das Urteil sogar "No further action". Der Ferrari-Pilot erklärte in seiner Anhörung, dass er das Auto von Gasly gesehen und daher im letzten Minisektor signifikant verlangsamt habe. Das konnte durch die Telemetriedaten verifiziert werden. Daher wurde gegen ihn keine Strafe ausgesprochen.

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