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Glock: "Wir sind offen für alle Späße"

Bei Virgin läuft derzeit noch nicht alles nach Plan, aber etwas anderes hat Timo Glock auch nicht erwartet, wie er im Interview erzählt

(Motorsport-Total.com) - Viel im Auto saß Timo Glock bei den Testfahrten in Jerez de la Frontera noch nicht: Am ersten Tag musste man wegen zu spät eingetroffener Teile warten, gestern fiel ein Frontflügel unerwartet ab - und anschließend fehlten wieder Ersatzteile. Dafür nahm sich der Virgin-Pilot Zeit für ein Interview mit 'Motorsport-Total.com'.

Timo Glock

Timo Glock möchte Richard Branson helfen, die Lotus-Wette zu gewinnen

Frage: "Timo, du hast das Team gewechselt. Natürlich kann man jetzt noch nicht viel sagen, aber ihr steht zumindest mal mit einem Auto auf der Strecke, andere noch nicht..."
Timo Glock: "Das stimmt. In den letzten paar Wochen und Monaten haben wir hart gearbeitet, die Ingenieure und Mechaniker teilweise rund um die Uhr, um das Auto für den Shakedown fertig zu bekommen. Das hat alles funktioniert. Hier in Jerez hatten wir ein bisschen Pech, denn wir haben mit ein paar Problemen zwei Tage verloren, aber ich hoffe, dass wir das die nächsten Tage wieder aufholen können."#w1#

Frage: "Ihr habt als erstes Team das Auto komplett am Computer designt. Wie ist das für dich als Fahrer? Fehlt dir da was?"
Glock: "Nein, gar nicht. Für mich macht es keinen Unterschied, ob es im Windkanal oder per CFD entwickelt wird. Es ist halt ein ganz anderer Weg. Das macht die Aufgabe sehr spannend."

Frage: "Ihr habt einige Leute, die man in der Formel 1 kennt, aber das Team an sich ist neu..."
Glock: "Das ist eine schöne Abwechslung für die Formel 1, generell mit den neuen Teams. Mit Virgin werden wir in Zukunft viel Spaß an der Rennstrecke haben. Der Spaß ist ein Faktor, aber man will natürlich auch Resultate zeigen, was im ersten Jahr schwierig und eine große Aufgabe wird, aber wir sind dran, uns nach vorne zu kämpfen. Schauen wir mal, wie dieses Jahr läuft."

Frage: "Es gibt jetzt sechs deutsche Piloten. Was sagst du dazu?"
Glock: "Das hat sich zu den letzten Jahren nicht groß geändert. Deutschland ist in der Formel 1 immer noch stark vertreten, was für uns und für die Fans gut ist. Es wäre ideal, das so beizubehalten. Ich hoffe nicht, dass es noch mehr werden, denn sonst ist es echt bald eine Formel Deutsch, aber generell finde ich das gut!"


Fotos: Timo Glock, Testfahrten in Jerez


Frage: "Du bist schon gegen Michael Schumacher gefahren, aber ist es trotzdem etwas Besonderes, dass er wieder da ist?"
Glock: "Es ist immer etwas Besonderes, wenn ein siebenfacher Weltmeister zurückkommt, aber generell ist mir das dann egal. Im ersten Jahr - da muss man realistisch sein - werde ich ihn wohl nicht so oft im Rückspiegel haben, aber im Rennen ist egal, ob es ein Michael Schumacher, ein Sebastian Vettel, ein Adrian Sutil oder ein Lewis Hamilton ist. Du willst deinen Gegner besiegen, egal wie er heißt."

Frage: "Die Welt spricht vom größten Sportcomeback aller Zeiten. Siehst du das auch so?"
Glock: "Es ist generell für die Formel 1 ein Riesenhighlight, wenn jemand zurückkommt, der siebenmal Weltmeister war und die Formel 1 über Jahre dominiert hat. Der Formel 1 gibt das einen zusätzlichen Schub."

Frage: "Dein Teamchef Richard Branson und Tony Fernandes haben beide eine Airline und haben eine Privatwette laufen, dass der Schlechtere als Stewardess arbeiten muss! Hast du dir die Uniformen schon mal angeschaut?"
Glock: "Noch nicht! Ich will natürlich, dass wir vor Lotus stehen, aber sich auszumalen, wer in so einer Flugbegleiterdress wie aussieht, wäre ganz interessant (grinst; Anm. d. Red.)! Das zeigt einfach, dass wir da nicht sehr geradlinig sind, sondern sehr offen für alle Späße. Ich hoffe, dass Tony Fernandes durch die Virgin-Flugzeuge laufen und Kaffee ausschenken muss!"